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1.02.12 12:11

Berliner Singfoniker und Chorgemeinschaft St. Bartholomäus

Ausführende dieser ungewöhnlichen Konzertkooperation, die am 12. Februar um 18 Uhr in der Ahlener Bartholomäuskirche zu hören ist, sind die Chorgemeinschaft St. Bartholomäus und der Konzertchor „Berliner Singfoniker“. Die Solisten sind die Münsteraner Sopranistin Elke Große Venhaus und das junge russische Talent Maxim Richter aus Lipetsk.

Die Münsteraner Sopranistin Elke Große Venhaus

Die Münsteraner Sopranistin Elke Große Venhaus

Beide Chöre konzertieren mit dem Orchester „Kammerton“, einem Ensemble aus Dortmund, dessen Mitglieder in den großen Stadtorchestern des Ruhrgebiets wie den Dortmunder Philharmonikern zu Hause sind. Die musikalische Leitung hat Kantor Andreas Blechmann.

Das Konzert ist von der französischen Romantik und Spätromantik geprägt. Neben den Hauptwerken, Faurés Requiem und dem 150. Psalm von Franck, werden musikalische Raritäten zur Aufführung gelangen. Interessant dürfte der Vergleich der beiden Solopartien „Pie Jesu“ von Lili Boulanger und ihrem Lehrer Gabriel Fauré sein. Elke Große Venhaus kann zwischen den impressionistischen Klangfarben der beiden Komponisten jonglieren. Sie ist Preisträgerin des Euregio Vocalisten Concours in Terborg und Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbandes Münster. Ihre sehr helle, klare Sopranstimme fasziniert und fügt sich besonders in Faurés Mystik ein.

Der russische Bariton Max Richter lernte von 2001 bis 2009 bei den Professoren Vdovin und Nesterenko in Moskau und wechselte zum Studium für Gesang zu Prof. Weir an die Berliner Hans-Eisler-Hochschule. Er war 1. Preisträger des internationalen Wettbewerbs für Opernsänger in St. Petersburg, weitere Auszeichnungen folgten: „Bella Voce“ in Moskau, „Junge Sänger Europas“ in Budapest, „A. Dvorak“ in Karlsbad sowie ein Stipendium vom Kulturministerium in Moskau. Er spielte den Papageno in der „Zauberflöte“ und den Grafen in „Le nozze di Figaro“. Bis 2009 war Richter Solist am Kammermusikalischen Theater in Moskau.

Das Hauptwerk dieser musikalischen Reise mit französischen Komponisten ist das Requiem von Gabriel Fauré. Der Komponist, Organist und Chorleiter schrieb sein Werk als persönliche Komposition. Seine schwerelose Harmonik, Kennzeichen der französischen Romantik, beschreibt ein friedvolles Sterben und ein liebevolles Jenseits. Immer wenn Fauré Dreiklänge aneinanderfügt, bürstet er unsere Hörgewohnheiten gegen den Strich, seine Harmonik geht oft unerwartete Wege. Mit Abstand das beliebteste und bekannteste Stück ist das „Pie Jesu“. Es besticht durch die Schlichtheit seiner Melodie und durch die Ökonomie in der Begleitung der Orchesterinstrumente. Die wiegenden Bewegungen des Gesangs haben etwas Archaisches, das an Gregorianik erinnert. Seine suggestive Wirkung hat möglicherweise Andrew Lloyd Webber bewegt, für das „Pie Jesu“ seines Requiems eine sehr ähnlich zarte Musik zu komponieren.

Beginn des Konzerts am 12. Februar in der Bartholomäuskirche ist 18 Uhr. Eintrittskarten zu 12 € sind neben den bekannten Vorverkaufsstellen der Kulturgesellschaft auch unter Tel. 02382/2421 im Pfarrbüro St. Bartholomäus, Kirchplatz 7, erhältlich.

Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Chorgemeinschaft St. Bartholomäus, der Kulturgesellschaft Ahlen und dem Ahlener Verein für Städtepartnerschaften.


Kategorie: Bildung & Kultur