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Mord am Hellweg: Krimiautor Sunil Mann recherchierte in Ahlen
Der Schweizer Autor Sunil Mann hat für das diesjährige Krimifestival „Mord am Hellweg“ den Auftrag, einen Kurzkrimi zu schreiben: mit Bezug zur Wersestadt. Außerdem müsse der Neujahrstag eine zentrale Rolle spielen. Ausgestattet mit diesen klaren Vorgaben kam Sunil Mann vom 6. bis 8. Februar nach Ahlen, um für seine Geschichte zu recherchieren.
Sunil Mann wurde am 21. Juni 1972 im Berner Oberland/Schweiz als Sohn indischer Einwanderer geboren, heute lebt er in Zürich. Nach zwei abgebrochenen Studien absolvierte er eine Ausbildung an einer Hotelfachschule und arbeitet inzwischen als Flugbegleiter bei der Swiss Air. Er veröffentlichte zahlreiche Kurzgeschichten, 2010 kam dann mit „Fangschuss“ sein erster Roman heraus, sein zweiter „Lichterfest“ ist soeben erschienen. Neben anderen Preisen, wurde sein Krimidebüt „Fangschuss“ im Frühjahr 2011 mit dem Zürcher Krimipreis ausgezeichnet. Der Hauptprotagonist ist der indischstämmige Privatdetektiv V. J. Kumar.
Mann kam nicht unvorbereitet. „Im Internet stolperte ich über die historische Figur Peter Kleikamp, dem Ahlener Werwolf, der 1615 wegen Hexerei auf dem Scheiterhaufen hingerichtet wurde.“ Eine beliebte Methode, sich im Mittelalter missliebiger und suspekter Personen zu entledigen. „Oft reichte schon der bloße Verdacht, zur Verurteilung war es dann nicht mehr weit.“
Mann zeigte sich bei seiner Rundfahrt durch Ahlen, die er trotz der großen Kälte wacker mit dem Fahrrad absolvierte, besonders angetan von der Zeche und der Kolonie. Aber auch die münsterländische Parklandschaft mit ihren Wasserschlössern, die sich auf Ahlener „Territorium“ mustergültig in Vorhelm zeigt, erregte sein Interesse. Ausführlich ließ er sich die Bedeutung Augustin Wibbelts für die niederdeutsche Literatur erläutern. „In der Schweiz sprechen wir mit dem Alemannischen eine oberdeutsche Mundart. Das Niederdeutsche ist uns demgegenüber sehr fremd - und reizvoll.“
Inwieweit die historischen, wirtschaftlichen und geographischen Besonderheiten Ahlens in seiner Kurzgeschichte eine Rolle spielen werden, wollte Mann noch nicht verraten. „Das überlege ich mir in den nächsten Tagen.“ An Material gebe es jedoch keinen Mangel. Schon im April muss die Geschichte stehen, aber erst zum Festival im Herbst kehrt Mann nach Ahlen zurück, um sie der Öffentlichkeit vorzustellen. Man darf gespannt sein.


