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18.01.12 08:13

Natur zum Anfassen

Die „Rollende Waldschule“ der Kreisjägerschaft Warendorf von der Initiative „Lernort Natur“ war zu Besuch am Städtischen Gymnasium Ahlen. Jäger Martin Sievers, der als Obmann für Öffentlichkeitsarbeit bei der Kreisjägerschaft tätig ist, lud die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 dazu ein, das Abenteuer Natur mit den heimischen Wildtieren und deren Lebensräumen zu entdecken.

Martin Sievers zeigt das Problemtier Nutria aus seiner Sammlung

Martin Sievers zeigt das Problemtier Nutria aus seiner Sammlung

Da viele Waldtiere sehr scheu und schwer zu beobachten sind, brachte Martin Sievers die „Rollende Waldschule“ mit. Was in freier Natur kaum zu realisieren ist, das geht bei der rollenden Waldschule. Denn sie hat viele heimische Tiere im Gepäck, die nur darauf warten, gestreichelt zu werden. Fast 116 Präparate stehen als Anschauungsmaterial zu Lernzwecken zur Verfügung, ebenso eine Vielzahl an Geweihen und Fellen zum Anfassen und (Be-) Greifen.

Einen Vormittag lang stand Martin Sievers den neugierigen Schülerinnen und Schülern im Rahmen ihrer Unterrichtsreihe zum Ökosystem Wald zur Verfügung und kam aus dem Zeigen und Erklären nicht mehr heraus. Von Rot- und Damwild über Geweih oder Gehörn bis hin zur Wildschweinfamilie mit Keiler, Bache und Frischlingen – viele Facetten des Lebens in der Natur wurden angesprochen und begeisterten. So wurde auch der Eingriff durch den Menschen in die Natur thematisiert, wie Martin Sievers anhand des Beispiels der als Sumpfbiber bekannten Nutrias verdeutlichte, die ihres Pelzes wegen aus Südamerika importiert und in Deutschland gezüchtet wurden, jedoch aus den Pelztierfarmen ausbrachen bzw. ausgesetzt wurden. „Sie können nicht nur der Vegetation von Gewässern schaden, sondern auch eine ernste Gefahr für die einheimischen Biber darstellen“, sieht Sievers besorgt die starke Vermehrung der Nutrias in unserer Region.

Kinder und Jugendliche wieder mehr für die Natur und Tiere zu begeistern,  ihre Natur- und Umweltbildung zu fördern und sie damit wachsam gegenüber Veränderungen in der natürlichen Umwelt zu machen, genau darin liege die Aufgabe der „Rollenden Waldschule“, so der Obmann der Kreisjägerschaft.