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Positive Bilanz der „Woche der Brüderlichkeit"
Eine weitgehend positive Bilanz der diesjährigen "Woche der Brüderlichkeit" zogen die acht anwesenden Mitglieder des veranstaltenden "Forum Brüderlichkeit" auf ihrer Sitzung im Alten Rathaus. Mit 685 Besuchern war die Veranstaltungsreihe, die sich schwerpunktmäßig die christlich-jüdische Verständigung zum Ziel gesetzt hat, im Vergleich mit den Vorjahren ausgesprochen gut besucht.
Als Höhepunkte wurden die Eröffnungsveranstaltung (trotz eines ausgesprochen langatmigen Moderators), die Filmvorführung "Budrus" mit anschließender Diskussion, die Veranstaltungen mit dem Berliner Historiker Dr. Heinz Schneppen sowie die Präsentationen der "Gedenkblätter" und der Ausstellung "Zwangsarbeit" bezeichnet. Letztere sei auch insofern bemerkenswert, als sich hier erstmals alle weiterführenden Schulen Ahlens beteiligt hätten.
Begeistert zeigten sich die Teilnehmer der VHS-Exkursion zur Wewelsburg, die ihre Dauerausstellung zur Geschichte der SS komplett überarbeitet hat. Weiteren Besuchern wird allerdings empfohlen, sich sehr viel Zeit für eine Besichtigung mitzubringen. Überraschend auch die Resonanz der Abschlussveranstaltung im Kunstmuseum mit der dort ausstellenden Künstlerin Annet van der Voort, die gemeinsam mit ihrem Mann über die Verfolgung der Juden in den Niederlanden berichtete.
Hingegen litt das musikalische Highlight mit der spanischen Sängerin Rosa Zaragosa ("Die Musik der Sepharden") unter dem ersten warmen Sonntag des Jahres und hätte angesichts der herausragenden musikalischen Qualität der Veranstaltung ein größeres Publikum verdient gehabt.
Die Behandlung auch eines Themas aus dem Bereich des christlich-muslimischen Dialogs, im Vorfeld durchaus kontrovers diskutiert, soll hingegen weiterhin Bestandteil des Programms sein. Von der fachlichen Kompetenz des Referenten, eines türkischstämmigen Religionswissenschaftlers der Uni Osnabrück, zeigte sich der Arbeitskreis auch noch drei Wochen nach der Veranstaltung beeindruckt – übrigens auch von der Geduld der Besucher, die wegen einer Zugverspätung 45 Minuten auf den Referenten warten mussten.
Die nächste "Woche der Brüderlichkeit" findet vom 4.-18. März 2012 statt. Zuvor gestaltet das "Forum Brüderlichkeit" traditionell die jährliche Kundgebung am Jüdischen Mahnmal. Die Anregung von Pfarrer i.R. Heinz Aden und Bürgermeister Benedikt Ruhmöller wurde aufgegriffen, in diesem Jahr am 9.11. die vielen Namen der in der Nazizeit ermordeten und verschollenen Ahlener Juden öffentlich vorzulesen.


