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23.01.12 15:55

Sparkassen-Zahlenriesen lösen Rechenprobleme

Das Pilotprojekt „Sparkassen-Zahlenriesen“ entwickelt sich weiter erfolgreich. „Mittlerweile profitieren an vier Ahlener Schulen die Kinder von den Schulungen der Lehrkräfte und von den positiven Erfahrungen des vergangenen Schuljahres“, freut sich die Sylvia Adam-Recker (r.), Geschäftsführerin des Vereins „Keiner geht verloren (kgv)“ über den Erfolg des Projekts. Inzwischen sind die Zahlenriesen auch an sieben weiteren Schulen im Kreis Warendorf gestartet.

Roland Klein, Stellvertretendes Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Münsterland Ost, Gabriele Stöver (Freiligrathschule), Elke Walter (Augustin-Wibbelt-Schule), Petra Braach (Diesterwegschule), Dorothea Jürgens (Barbaraschule), Sylvia Adam-Recker, Geschäftsführerin des Vereins Keiner geht verloren e.V. Ahlen

Roland Klein, Stellvertretendes Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Münsterland Ost, Gabriele Stöver (Freiligrathschule), Elke Walter (Augustin-Wibbelt-Schule), Petra Braach (Diesterwegschule), Dorothea Jürgens (Barbaraschule), Sylvia Adam-Recker, Geschäftsführerin des Vereins Keiner geht verloren e.V. Ahlen

In Kooperation zwischen dem kgv und der Universität Bielefeld werden seit September 2010 gezielt rechenschwache Kinder gefördert. Spezielle Fortbildungen ermöglichen es den Lehrkräften, frühzeitig einen Förderbedarf zu erkennen und durch angepasste Unterrichtsmethoden einer Rechenschwäche effektiv zu begegnen. 

Gute Erfahrungen mit dem Projekt gibt es bislang an der Ahlener Freiligrathschule, Barbaraschule, Diesterwegschule und Augustin-Wibbelt-Schule. Hier wurden Fördergruppen mit jeweils vier Schülerinnen und Schülern eingerichtet, die ein Mal wöchentlich von zwei Lehrkräften anhand eines individuellen Plans unterrichtet werden. Durch die Analyse der Unterrichtsvor- und nachbereitung sei der Förderunterricht kontinuierlich optimiert worden, so Adam-Recker. Bestätigt wird sie durch die einhellige Meinung der Schul-Rektorinnen: „Bei den Kindern sind deutliche Lernfortschritte zu erkennen und sie haben durch die Sparkassen-Zahlenriesen wieder Spaß an Mathematik.“ 

Als sichtbares Zeichen dieser besonderen Qualifizierung überreichte jetzt Roland Klein (l.), stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Münsterland Ost, den Schulvertretern entsprechende Tafeln für den Aushang in den Grundschulen. „Es freut mich ganz besonders, dass die Sparkassen-Zahlenriesen so gut in Ahlen gestartet sind und nun auch über die Stadtgrenze hinaus angeboten werden. Damit leisten wir einen Beitrag zur Zukunft unserer Kinder, denn Rechenkompetenz ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg in der Schule und später auch im Beruf“, betont Klein. 

Weitere Hintergrundinformationen des Vereins kgv zu den „Sparkassen-Zahlenriesen“

Das Projekt Zahlenriesen ist ein Kooperationsprojekt des Vereins kgv e.V. und der Beratungsstelle für Kinder mit Rechenstörungen der Universität Bielefeld unter der Leitung von Prof. Dr. Schipper. Ziel des Projekts ist die Förderung rechenschwacher Kinder und die Fortbildung von Lehrkräften im Bereich der Diagnose und Förderung von Kindern mit besonderen Schwierigkeiten im Mathematikunterricht. Das Projekt erstreckt sich über einen Zeitraum von einem Schuljahr (Sept 10 – Juni 11).

Das Projekt wird gefördert von der Sparkasse Münsterland Ost, die damit einen nachhaltigen und intensiven Beitrag leistet zur Schul- und Unterrichtsentwicklung und zur Bildungsförderung von Grundschulkindern im Kreis Warendorf.

In der Pilotphase wurden im Jahr 2010/2011 vier Grundschulen (Freiligrathschule, Barbaraschule, Diesterwegschule, Augustin-Wibbelt-Schule) aus Ahlen in das Projekt aufgenommen. Neun Lehrkräfte wurden durch Herrn Prof. Dr. Schipper, Herrn Prof. Dr. Wartha und Herrn Schulz in drei einführenden Inputveranstaltungen fortgebildet. Die Inhalte der Veranstaltungen waren:

- Theoretische Begriffsklärung des Themenfeldes „Rechenstörungen“
- Diagnose besonderer Schwierigkeiten beim Rechnenlernen
- Inhalts- und kindgerechte Förderung bei besonderen Schwierigkeiten
- Zielgerichteter Einsatz von Materialien und Veranschaulichungen

Darüber hinaus sind die  Kollegium  der teilnehmenden Schulen in das Thema „Umgang mit Schwierigkeiten beim Mathematiklernen“ eingeführt worden. 

Die teilnehmenden Schulen wurden mit geeignetem fachdidaktischem Material ausgestattet (z.B. 100er-Rechenrahmen, Zehnersystemblöcke, Software zur quasisimultanen Zahlauffassung). Jede Schule hat eine Fördergruppe mit vier SchülerInnen eingerichtet, in denen diese einmal wöchentlich von je zwei  Lehrkräften diagnostiziert und nach einem individuellen, selbst erstellten Förderplan gezielt gefördert werden. Die wöchentlichen Vorbereitungen der Förderstunden und die Förderprotokolle wurden von einer Mitarbeiterin der Beratungsstelle für Kinder mit Rechenstörungen gelesen und mit konstruktiven Anmerkungen zur weiteren Förderarbeit versehen. Das Feedback wurde von den Förderlehrkräften in der Förderstunde umgesetzt. Daneben trafen sich die Lehrkräfte regelmäßig zu Supervisionen unter der Leitung eines Moderators. Hier wurden Einzelfälle besprochen, Organisationsfragen geklärt und Erfahrungen ausgetauscht.

Als Ergebnis des Projekts steht die Leistungsverbesserung der Kinder in Mathematik, wobei im vergangenen Schuljahr bei allen Kindern ein deutlicher Lernfortschritt zu erkennen ist. Vor allem in Bezug auf das Hauptsymptom für Rechenstörungen – das zählende Rechnen – konnte den betroffenen Kindern geholfen werden. Durch die Erarbeitung der fortsetzbaren Strategie „Schrittweise Rechnen“ sind die Kinder nun in der Lage, sich langsam von ihren zählenden Lösungsprozessen zu lösen.

Die teilnehmenden Lehrkräfte haben eine veränderte Sichtweise auf die Entstehung von Problemen beim Rechnen erhalten und können die gewonnen Erkenntnisse im Unterricht umsetzen. Auf diese Weise sind diese Fachlehrkräfte Experten und Ansprechpartner für das Kollegium und für interessierte Lehrkräfte aus anderen Schulen geworden.