Sie sind hier: Startseite » Jugend & Soziales

27.01.12 14:19

Kreisweites Zentrum für die Integration kommt nach Ahlen

Dass der Kreis Warendorf eine Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (kurz: RAA) errichten wird, hat der Kreistag im Oktober beschlossen. Noch offen war zunächst dagegen der Standort. Der wurde jetzt gefunden. Die RAA für den Kreis Warendorf wird nach Ahlen kommen. Sie wird in die Villa Küpper (von-Geismar-Str. 12) ziehen.

In der Villa Küpper stehen Räume zur Verfügung. Landrat Dr. Olaf Gericke (r.) und Bürgermeister Benedikt Ruhmöller machten sich bei einem kurzen Besuch ein Bild von dem Gebäude.

In der Villa Küpper stehen Räume zur Verfügung. Landrat Dr. Olaf Gericke (r.) und Bürgermeister Benedikt Ruhmöller machten sich bei einem kurzen Besuch ein Bild von dem Gebäude.

„Mit dem kreisweiten Zentrum werden wir die Integration im Kreis einen weiteren großen Schritt voranbringen. Es war naheliegend, dass wir diese wichtige Einrichtung in Ahlen ansiedeln“, erklärte Landrat Dr. Olaf Gericke. „Schließlich ist Ahlen nicht nur die größte Stadt im Kreis, sondern hat auch den höchsten Anteil von Menschen mit Einwanderungsgeschichte“, ergänzte Bürgermeister Ruhmöller, der sich freut, dass die RAA nach Ahlen kommt.

Bei einem Ortstermin an der Villa Küpper waren sich Landrat und  Bürgermeister einig, dass nirgendwo sonst im Kreis die Herausforderungen durch die Zuwanderung so groß seien. Dabei betonten sie aber auch, dass die RAA für den ganzen Kreis tätig sein werde.

Die Villa Küpper wird zum größten Teil von der Außenstelle des Kreisgesundheitsamtes genutzt, das nach dem Umbau seines bisherigen Ahlener Domizils (Raiffeisenstraße, jetzt Jobcenter) und einem zwischenzeitlichen Provisorium das Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss bezogen hat. Für die RAA steht das 2. Obergeschoss zur Verfügung.

Zu den Aufgaben der RAA gehört erstens der Bereich frühe Bildung und Elementarerziehung, wozu u. a. die Sprachförderung und die Unterstützung von Kitas sowie die Beratung von Eltern beim Übergang zur Grundschule zählen. Zweites Aufgabenfeld ist die schulische Bildung. Wie für den Elementarbereich sind auch hier Fortbildungen ein wichtiger Aspekt – zum Beispiel sollen Lehrer für Deutsch als Fremdsprache sensibilisiert werden. Aber auch die Beratung von Eltern gehört dazu. Drittes großes Aufgabenfeld  ist der Übergang Schule/Beruf mit den Schwerpunkten sprachliche Qualifizierung und interkulturelle Kompetenz. Darüber hinaus sollen mit Hilfe der RAA weitere Maßnahmen aus dem Integrationsbericht, der 2010 vom Kreistag verabschiedet wurde, umgesetzt werden.

Zwei Lehrer und zwei Sozialarbeiter sollen auf vollen Stellen in der RAA arbeiten, eine halbe Verwaltungskraft ist zudem vorgesehen. Die Stellen können in Kürze ausgeschrieben werden. Im Laufe des Frühjahrs könnte die neue Einrichtung in Ahlen ihre Arbeit aufnehmen. Finanziert wird die Einrichtung des Kreises Warendorf zum Großteil vom Land. Es trägt die Personalkosten für die Lehrer und zahlt für die Sozialarbeiter einen jährlichen Sockelbetrag von jeweils 28.500 Euro. Die halbe Verwaltungskraft wird vom Kreis finanziert.

In 27 kreisfreien Städten oder Kreisen in NRW gibt es bereits RAAs. Sie entwickeln Programme und Projekte, um alle Kinder und Jugendlichen sowie das interkulturelle Miteinander zu fördern. Durch das Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration, das der Landtag in diesem Jahr verabschieden will, sollen die RAAs zu Kommunalen Integrationszentren ausgebaut werden und personell noch besser ausgestattet werden.

Mit seinem Integrationsbericht und vielen bereits umgesetzten Maßnahmen hat der Kreis Warendorf die Voraussetzungen dafür verbessert, dass er vom Land den Zuschlag für eine RAA erhält. Schon beim Integrationsbericht hat der Kreis Unterstützung von der Zentralstelle der RAA in Essen erhalten. Auf deren Hilfe und die landesweite Vernetzung mit anderen kommunalen Stellen kann sich der Kreis durch die Einrichtung der RAA auch langfristig verlassen.