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- 8.1 Informationen für Existenzgründer
- 8.2 donum vitae - Beratungsstelle Schwangerschaftsprobleme und Familienplanung
- 8.3 Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) e.V. im Kreis WAF
- 8.4 Leben mit Behinderung - Portal des Landes NRW
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9 Stadtnetz Ahlen
Verbraucherabzocke 2011 - Beutezug per Telefon und Kaffeefahrt
Sie lockten mit Treuepräsenten, Tankgutscheinen oder unverhofftem Geldregen. Sie schwatzten am Telefon Stromverträge oder die Teilnahme an Gewinnspielen auf oder trieben mit Angst einflößenden Mahnschreiben dubiose Forderungen ein. „Den Abzockern gingen die Maschen auch 2011 nicht aus“, bilanziert die Verbraucherzentrale NRW perfide Maschen zuhauf, denen tausende Verbraucher auf den Leim gingen.
Trotz Verbot: Mit unerlaubten Werbeanrufen nervten Firmen Verbraucher das ganze Jahr. Mal wurde dabei die Teilnahme an einer privaten Lotterie mitsamt einem Magazin-Abo untergeschoben, mal war ein Probepaket für Nahrungsergänzungsmittel der Köder. Nicht minder ideenreich: Ein Anruf der „Gewinnermittlungszentrale Istanbul“, die den 42.000-Euro-Mercedes erst auslieferte, wenn zuvor die Versicherungssumme über 620 Euro auf ein Konto in der Türkei überwiesen worden war.
Mit Rechnungen über 116 Euro für eine angebliche Teilnahme am Bonusprogramm „Automobilservice Deutschland GmbH“ gab die Epsilon GmbH 2011 in Sachen Abzocke Vollgas. Post von „Ivan Milosevic“ machte Verbraucher Glauben, sie schuldeten der Firma Winfinder oder Windienst einen Betrag in meist dreistelliger Höhe: Fällig nach einem Vertrag mit Kosten von 9,90 Euro pro Woche für eine „Leistung", die in dem Anschreiben jedoch nicht näher definiert worden war.
Auch im World Wide Web legten die Abzocker ihre Fallen aus: So diente bei einem Online-Quiz der Gewinn eines Apple-Produkts als Köder. Nach Eingabe der eigenen Handynummer sollte der Zugangscode zu den Quizfragen per SMS übermittelt werden. Mit diesem Schritt hatte die Falle jedoch schon zugeschnappt: Denn durch die Eingabe der eigenen Mobilnummer wurde laut Kleingedrucktem ein Vertrag eingegangen, der monatlich mit 4,99 Euro auf der Handyrechnung zu Buche schlug und der sich automatisch verlängern sollte.
Auch ein kostenloses Fernsehpaket mitsamt Receiver schien sicher, wenn ein Formular im Netz mit Angaben zur Person sowie Telefonnummer bestückt worden war. Abgeschickt wurde die Sendung der Firma mit Sitz in einer ehemaligen britischen Kronkolonie jedoch nie. Dazu jubelten Netzbetrüger kostenträchtige Online-Mitgliedschaften unter oder kassierten für vermeintliche Seitenaufrufe, die Surfer überhaupt nicht angeklickt hatten.
Auch Veranstalter von Kaffeefahrten schlugen die besonders dreiste Tour ein: So köderten sie mit einer Reise zum Nulltarif, für die dann eine happige Servicegebühr fällig wurde. Auch überrumpelten sie Ahnungslose mit dem Versand einer Reisebestätigung für einen vermeintlich gebuchten Urlaubstrip, dessen Modalitäten bei einer Verkaufsveranstaltung vorgestellt werden sollten. Besonders perfide: Wer die Reise nicht antreten wollte, musste nach Vorstellung des Veranstalters den kompletten Betrag bezahlen.
Telefonabzocker probierten es 2011 auch gern unter falscher Flagge: Um Vertrauen zu erwecken, stellten sie sich am Telefon unter der Bezeichnung „Verbraucherzentrale“ oder „Verbraucherschutzzentrale“ vor – und boten dann an, etwas gegen unerwünschte Werbeanrufe zu unternehmen. Sie versprachen, Name und Nummer der Angerufenen auf eine Liste zu setzen, die Schutz vor ungebetenen Telefonanrufen biete. Kosten des nutzlosen Services: rund 70 Euro.
Rat und Hilfe bei verbraucherrechtlichen Problemen gibt's in der örtlichen Beratungsstelle Ahlen, Rathaus, 1. Etage, Westenmauer 10, der Verbraucherzentrale NRW. Kontaktdaten unter www.vz-nrw.de/ahlen. Einen kurzen Draht gegen Abzocke bietet auch das Verbrauchertelefon NRW, montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr. Erreichbar unter 0900-1-89 79 69, 1,86 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise können abweichen.

