Rathaus & Politik
- 1 Bürgermeister.
- 1.1 Grußwort des Bürgermeisters.
- 1.2 Vita des Bürgermeisters.
- 1.3 Sprechstunde des Bürgermeisters.
- 1.4 Aufgaben außerhalb der Stadtverwaltung.
- 1.5 Reden 2012.
- 1.6 Reden 2011.
- 1.7 Reden 2010.
- 1.8 Reden 2009.
- 1.8.1 11.01.2009 Neujahrsempfang.
- 1.8.2 11.01.2009 Ehrung von Schulen.
- 1.8.3 27.03.2009 Eröffnung der 3. Neuen Ahlener Woche.
- 1.8.4 08.04.2009 Gegen rechtsradikale Umtriebe.
- 1.8.5 26.06.2009 Eröffnung des Stadtfestes.
- 1.8.6 27.10.2009 Antrittsrede zur 1. Ratssitzung nach der Kommunalwahl.
- 1.8.7 29.10.2009 Verleihung des Wirtschaftspreises 2009.
- 1.8.8 08.11.2009 Jubilarehrung des Sängerkreises Emsland.
- 1.8.9 08.11.2009 Silberjubiläum "Museum im Goldschmiedehaus".
- 1.8.10 09.11.2009 Kundgebung am Jüdischen Mahnmal.
- 1.8.11 15.11.2009 Gedenkfeier zum Volkstrauertag.
- 1.8.12 17.12.2009 Einbringung des Haushaltes 2010.
- 1.8.13 20.12.2009 Verleihung der Augustin-Wibbelt-Plakette.
- 2 Virtuelles Rathaus.
- 3 Ortsrecht.
- 4 Verwaltung.
- 5 Finanzen.
- 6 Sitzungsdienst.
- 7 Formulardepot.
- 8 Ausbildung.
- 9 Ausschreibungen.
- 10 Bekanntmachungen.
- 11 Heiraten in Ahlen.
- 12 Sauberes Ahlen.
- 13 Politik.
- 14 Foto-Galerien.
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18 Stadtnetz Ahlen
Verleihung des Wirtschaftspreises 2009
Laudatio von Bürgermeister Benedikt Ruhmöller auf den Träger des Wirtschaftspreises 2009
1873 wurde das Unternehmen Buschhoff gegründet. Das ist schon lange her, aber lassen Sie mich einleitend noch weiter in der Geschichte zurückgehen – auf das Jahr 1835. Da wurde die Eisenbahnstrecke Nürnberg-Fürth eingeweiht. Die erste Lokomotive hieß Adler, kam aber komplett aus englischer Produktion. Sogar ein schottischer Ingenieur steuerte die Lokomotive, weil sich deutsche Konstrukteure komplett blamier-ten. Sie konnten eine bestellte Maschine nicht rechtzeitig liefern, und Deutsche waren in den Betrieb der englischen Maschine auch nicht eingeweiht. Den damals so schmerzlich erkannten technologischen Vorsprung der Engländer haben die Deut-schen jedoch schnell aufgeholt, indem sie natürlich auch Ingenieurwissen aus Eng-land importierten, wie es später die Japaner und heute die Chinesen und Inder hier in Deutschland tun.
Diese Zusammenhänge kannte der erst 22jährige Theodor Buschhoff vermutlich nicht, als er sich 1873 mit einer Schmiede selbstständig machte. Er konnte aber auf die be-schriebenen technologischen Entwicklungen seit 1835 und auf die nicht nur technolo-gische Aufbruchstimmung im Deutschen Reich nach zwei gewonnenen Kriegen sowie der Reichsgründung aufbauen. Dazu kam eine damals schon sehr gründliche handwerkliche Ausbildung, die den jungen Theodor schon als Schmiedemeister sah, als er 1873 ans Werk ging. Neben der Herstellung von Pflügen und Eggen für den Ackerbau nutzte der Firmengründer die Gunst seines Standortes in der Nordstraße schräg gegenüber der Posthalterey; er verdiente zusätzliches Geld mit dem Hufbeschlag der Wechselpferde und mit Reparaturen an den Postkutschen.
Einschneidend für das Unternehmen war dann das Jahr 1886, als Theodors jüngerer Bruder Hermann mit frisch erworbenem Ingenieurwissen in das junge Unternehmen eintrat. Damit eröffnete sich die Möglichkeit, unter anderem technisch hochwertigere Dreschgarnituren herzustellen. Übrigens ist es bezogen auf Hermann auch belegt, dass er, ohne Uhrmacher zu sein, die Kirchenuhr von St. Lamberti in Dolberg reparier-te und mit einem Minutenzeiger versah.
Angesichts der geschilderten Entwicklung überrascht es nicht, dass die Buschhoff-Brüder 1900 mit der mutigen Entscheidung in das neue Jahrhundert starteten, zunächst die Grundstücke an der Ecke Kapellenstraße / Walstedder Straße und später gegenüber an der Ecke Walstedder Straße / Hammer Straße zu erwerben. Hier sollte sich viele Jahrzehnte lang das Buschhoff’sche Werk entwickeln. Der Platz davor wurde von der Stadt schon offiziell als Buschhoff-Kreisel benannt.
Wir können hier schon mal festhalten: Der Unternehmensgründer Theodor Buschhoff und seine Nachfolger nutzten durchgängig die günstigen Zeitläufe, die Vorteile des jeweiligen Standortes, den sie bei Bedarf zielstrebig wechselten, sie vertrauten auf ihr gediegenes technisches Können und bauten auf die Familie.
Damit wären wir nach einem Zeitsprung von 136 Jahren schon bei den heutigen Preisträgern. Denn Sie, Herr Dr. Peter Buschhoff und Herr Werner Buschhoff handelten und handeln exakt nach denselben Maximen wie der junge Theodor und Ihre weiteren Vorfahren, die das Unternehmen bis heute prägen.
Ich weiß, dass Sie besonderen Wert darauf legen, dass die Aufbauleistung von Theodor, Hermann und später Wilhelm und Paul besonders gewürdigt wird. Es war ja auch Wilhelm Buschhoff, der als Leiter der technischen Nothilfe im Zweiten Weltkrieg so manche Ahlener Mitbürger aus zerstörten Häusern rettete. Nach dem Krieg nahm er in den ersten Friedensmonaten das Amt des Bürgermeisters von Ahlen wahr. Er gehörte zu den Gründungsvätern der hiesigen CDU und war von 1945 bis 1969 im Stadtrat.
Dieses sicher besonders intensive öffentliche Engagement des Wilhelm Buschhoff steht stellvertretend dafür, dass sich die Unternehmerfamilie stets auch politisch, gesellschaftlich und sozial dem Standort und der Heimatstadt Ahlen verpflichtet sah und sieht. Den Buschhoffs liegt das Gedeihen dieser Stadt insgesamt am Herzen. Dies beweist vor allem auch das großartige Engagement von Dr. Peter Buschhoff für unser Kunstmuseum und die Kultur überhaupt.
Sie, Herr Dr. Buschhoff traten 1967 in das Unternehmen ein. Nach dem Abitur am Städtischen Gymnasium studierten Sie Maschinenbau an der Technischen Hochschule Aachen. In zwei Duisburger Unternehmen erwarben Sie praktische betriebliche Erfahrungen. Nach dieser Duisburger Zeit schloss sich 1966 eine Promotion zum Dr. Ing. in Aachen an. Seit dem Ausscheiden aus der Geschäftsführung stehen Sie dem Beirat des Unternehmens vor.
Sie, Herr Werner Buschhoff sind seit 1970 für die Firma tätig. Nach dem Abitur am Städtischen Gymnasiums studierten Sie Maschinenbau an der Ingenieurschule Soest und arbeiteten danach zwei Jahre in einem Unternehmen am Niederrhein.
Ganz in der Tradition des mittelständischen Familienunternehmens ist Ihr Sohn seit 2008 im Unternehmen aktiv. Damit schließen Sie, Herr Dr. Christian Buschhoff den – bisherigen – Kreis einer beeindruckenden Firmengeschichte.
Bodenständig und weltgewandt, zumal ja sehr exportorientiert, versiert in der technischen Entwicklung und solide in der wirtschaftlichen Aufstellung, bescheiden aber selbstbewusst: So möchte ich die Firma „Buschhoff“ aus Sicht der Stadt zusammenfassend charakterisieren. So stellt die Marke „Buschhoff“ ein weithin bekanntes und viel gerühmtes Aushängeschild des Wirtschaftsstandortes Ahlen dar. Ein Unternehmen, auf das die Stadt stolz ist, das ich als vorbildlich bezeichnen möchte.
Wenn man die ausgezeichnet sortierten Akten unserer Wirtschaftsförderungsgesellschaft studiert, stößt man auf ein schönes Zitat von Ihnen, Herr Dr. Peter Buschhoff, anlässlich der Einweihung des neuen Betriebes. Am 24. August 1998 – ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Unternehmensgeschichte – ist das Unternehmen von der Hammer Straße umgezogen in das Olfetal. Sie sagten damals, ich zitiere: „Dass wir uns im Tal befinden, ist uns noch nicht so richtig aufgegangen, weil wir uns durchaus auf der Höhe fühlen.“
Ich finde, besser kann man auch die heutige Verfassung der Träger des Ahlener Wirt-schaftspreises 2009 nicht umschreiben. Ich darf damit zur eigentlichen Preisverleihung kommen, indem ich den Text der Verleihungsurkunde verlese und Ihnen hier auf der Bühne gratuliere.

