Rathaus & Politik
- 1 Bürgermeister.
- 1.1 Grußwort des Bürgermeisters.
- 1.2 Vita des Bürgermeisters.
- 1.3 Sprechstunde des Bürgermeisters.
- 1.4 Reden 2010.
- 1.4.1 10.01.2010 Neujahrsempfang der Stadt Ahlen.
- 1.4.2 19.03.2010 Kundgebung gegen Rassismus.
- 1.4.3 09.07.2010 Eröffnung des Stadtfestes.
- 1.5 Reden 2009.
- 2 Virtuelles Rathaus.
- 3 Ortsrecht.
- 4 Verwaltung.
- 5 Finanzen.
- 6 Sitzungsdienst.
- 7 Formulardepot.
- 8 Ausbildung.
- 9 Ausschreibungen.
- 10 Bekanntmachungen.
- 11 Heiraten in Ahlen.
- 12 Sauberes Ahlen.
- 13 Politik.
14 Service
15 Externe Links
16 Stadtnetz Ahlen
Neujahrsempfang der Stadt Ahlen am 10. Januar 2010
Begrüßungsrede von Bürgermeister Benedikt Ruhmöller
Sehr geehrte Damen und Herren!
„Haben Sie keine Angst vor der Zukunft – sie beginnt erst morgen.“ So lautete der Spruch auf meinem Kalender am 2. Januar. Dieser Aphorismus stammt von dem slowenischen Humoristen Zako Petan und stellt ein gutes Motto für den diesjährigen Neujahrsempfang dar.
Zu diesem Empfang begrüße ich Sie alle auf das Herzlichste! Ich freue mich, dass so viele liebe Gäste schon so früh im Jahr und trotz des beschwerlichen Wetters den Weg in unser Rathaus gefunden haben. Ich nehme dies als Zeichen Ihrer freundschaftlichen Verbundenheit mit der Stadt Ahlen, und diese Verbundenheit weiß ich sehr zu schätzen.
Das Motto „Haben Sie keine Angst vor der Zukunft – sie beginnt erst morgen“ meint zutreffend: Wir schauen zwar wohl alle mit einer gewissen Besorgnis auf das bevorstehende Jahr 2010 und die weitere Zukunft. Zugleich nutzen wir jedoch die Gegenwart, um für die Zukunft die Weichen richtig zu stellen. Dies lässt uns bei aller Sorge Zuversicht schöpfen. Wir lassen uns von Sorge oder gar Angst nicht erdrücken. Wir müssen heute unsere Verantwortung wahrnehmen, heute für die Zukunft vorsorgen. Wir sind verpflichtet, mit Vernunft und Tatkraft die Zukunft zu gestalten.
Da tut es gut, zur Jahreswende einmal innezuhalten, um gemeinsam mit guten Freunden aus der Rückschau Kraft für den Neubeginn zu schöpfen. Dazu soll dieser Neujahrsempfang dienen. Ich möchte ihn auch nutzen, um Frauen und Männern zu danken, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten in besonderem Maße für die Stadt Ahlen gearbeitet haben. Damit meine ich jene Mitglieder des Rates der Stadt Ahlen, die am Ende der letzten Wahlperiode ausgeschieden sind und denen die Stadt Ahlen ein dickes „Dankeschön“ für ihr kommunalpolitisches Engagement schuldet.
Zunächst möchte ich jedoch Sie alle als unsere Ehrengäste willkommen heißen. Ich begrüße unsere Parlamentarier. Den Neu-Berliner Reinhold Sendker muss ich leider entschuldigen. Dafür kann ich die Düsseldorfer Abgeordneten Annette Watermann-Krass und Bernhard Recker willkommen heißen und Ihnen für Ihre Unterstützung der Ahlener Belange im Landtag danken.
Ich begrüße unseren stellvertretenden Landrat Franz-Josef Buschkamp und mit ihm die weiteren Abgeordneten Ahlens in der Kreisstadt. Ich gratuliere Ihnen herzlich zu Ihrer Wahl ins Kreisparlament und bitte Sie, sich engagiert für die Interessen der größten Stadt im Kreise stark machen.
Stichworte „gratulieren“ und „stark machen“: Diese gelten selbstredend auch denjenigen, die sich weiterhin oder ganz neu in unserem Stadtrat für Ahlen kommunalpolitisch engagieren wollen. Ich begrüße die alten und die neuen Ratsmitglieder, gratuliere Ihnen zu Ihrer erstmaligen oder erneuten Wahl und wünsche mir sehr, dass Sie sich gleichfalls stark machen – das heißt: gemeinsam einsetzen – für die Interessen unserer Stadt.
Ich freue mich, dass Sie sich alle ausdrücklich dazu verpflichtet haben, sich für Ahlen einzusetzen. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn wir es gemeinsam tun und uns dafür zusammenraufen. Es nützt unserer Stadt überhaupt nichts, wenn sich die verschiedenen politischen Kräfte quasi in Selbstgefälligkeit aalen und dadurch den Zusammenhalt und das Zusammenwirken beeinträchtigen. In der Vielfalt liegt unsere Kraft nur, wenn wir sie bündeln und uns gemeinsam auf die wohlverstandenen Interessen unserer Stadt Ahlen konzentrieren.
Mit Blick auf die Kommunalwahlen vom 30. August möchte ich auch sagen dürfen, dass ich mich ungemein über meine erneute Wiederwahl freue. Ich darf die Anekdote erzählen, wie am Tag nach der Wahl mittags, nach gehöriger beidseitiger Erholung, mein verehrter Vorgänger Herbert Faust in mein Büro kam. Er gratulierte mir nochmals und wies zugleich gespielt pikiert darauf hin, dass ich nun – bei guter Gesundheit – ihn als den bislang dienstältesten Nachkriegs-Bürgermeister von Ahlen übertrumpfen würde. Das schürt natürlich den Stolz.
Ich möchte hiermit unseren Ehrenbürger Herbert Faust in der Hoffnung begrüßen, dass wir in sechs Jahren erneut gemeinsam feiern können. Ich bitte Sie, auch dem neuen Rat der Stadt Ahlen mit all’ Ihrer Erfahrung beratend und unterstützend zur Seite zu stehen.
Ich möchte an dieser Stelle einige Ahlener Persönlichkeiten erwähnen, die im vergangenen Jahr eine besondere Würdigung erfahren haben und denen ich dazu jetzt nochmals im Namen der Stadt gratuliere:
Mit Heinz Steinhoff, Dietmar Hecht und Dieter Massin erhielten 2009 drei Ahlener Bürger das Bundesverdienstkreuz. Ich gratuliere Ihnen zu dieser Auszeichnung durch den Bundespräsidenten und danke Ihnen für Ihr jeweils jahrzehntelanges, emsiges und wohltuendes ehrenamtliches Engagement in Kirche und Bildung, Arbeitswelt und Sport. Diesen Dank widme ich auch den vielen anderen, die sich in Ahlen in den verschiedenen Lebensbereichen ehrenamtlich betätigen.
Aus dem wirtschaftlichen Leben unserer Stadt möchte ich eine Unternehmerin und einen Unternehmer namentlich erwähnen, die 2009 gleichfalls hohe Auszeichnungen erfahren haben:
- Frau Sylvia Beese, die Chefin von „Agrarflug Helilift“, erhielt den erstmals verliehenen „Wirtschaftspreis der Unternehmerinnen“ unserer IHK Nord Westfalen. Die Laudatio sprach übrigens die Trägerin unseres Wirtschaftspreises 2008, Frau Hannelore Weber-Michels.
- Gleich zwei Preise konnte Jürgen Henke, der Geschäftsführer der Metallwerke „Renner“, entgegen nehmen. Der umtriebige Vorsitzende des Ahlener Industrie- und Wirtschaftsclubs bekam den Interkulturellen Wirtschaftspreis des Lünener Multikulturellen Forums sowie den Preis „Wirtschaft für Schule NRW“ der Landesregierung.
Neben diesen Preisträgern darf ich natürlich nicht die Fa. Buschhoff vergessen, der der Ahlener Wirtschaftspreis 2009 verliehen wurde. Und ich möchte daran erinnern, dass das Medical Order Center im Gewerbepark Olfetal im April in einem bundesweiten Wettbewerb als „Ort der Ideen“ gewürdigt wurde.
All’ diese Auszeichnungen beweisen: Die Ahlener Wirtschaft wird von starken Frauen und Männern geprägt, die innovativ denken, tatkräftig handeln und sich auch ihrer sozialen Verpflichtung stellen.
Ich freue mich, heute zwei neue Akteure des regionalen Wirtschaftslebens begrüßen zu dürfen: die neue Regionalbeauftragte der IHK, Frau Dorothe Hünting-Boll, und den neuen Volksbank-Vorstand, Herrn Martin Weber.
In die Ehrengalerie des heutigen Neujahrsempfanges möchte ich schließlich noch zwei Persönlichkeiten einreihen, die vor kurzem erst hohe Auszeichnungen für ihre Verdienste erworben haben:
- Der Vorsitzende des Heimatvereins Dolberg, Herr Wilhelm Brehe, erhielt am 20. Dezember die Augustin-Wibbelt-Plakette des Kreisheimatbundes. Wer ihn kennt, der weiß: Dieser Tausendsassa der Dolberger Vereinswelt und Heimatpflege hat diese Auszeichnung redlich verdient!
- Am gestrigen Samstag erst wurde Frau Anni Pietrzik der Dialogpreis des Bistums Münster verliehen. Frau Pietrzik ist von Geburt an blind und engagiert sich trotzdem in der Kirchengemeinde St. Marien. Sie übersetzt sich die Lesungen und Fürbitten in die Punktschrift, um die Texte im Gottesdienst vortragen zu können, und sie ist auch als Kommunionhelferin tätig. – Der Bischof hat gut daran getan, diese starke Frau mit dem Preis für engagierte Christen auszuzeichnen!
Ich freue mich sehr, zu diesem Neujahrsempfang viele ehrenwerte Persönlichkeiten aus ganz verschiedenen Lebensbereichen und Handlungsfeldern begrüßen zu dürfen. Leider kann ich Sie nicht alle namentlich nennen.
So heiße ich nun pauschal die Vertreterinnen und Vertreter der Nachbargemeinden und regionaler Institutionen, der Kirchen und Schulen, von Wirtschaft, sozialen Einrichtungen, Sport und Kultur willkommen. Ich begrüße auch die leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie die Geschäftsführer unserer Gesellschaften.
Eine besonders große Freude ist es mir, Herrn Oberfeldarzt Dr. Johannes Grohmann mit seiner Gattin begrüßen zu dürfen. Sie beweisen mit Ihrer Teilnahme die unverbrüchliche Verbundenheit zwischen den Soldaten der Westfalenkaserne, namentlich des Sanitätsregiments 22, und der Garnisonstadt Ahlen.
Gemeinsam und zusammen mit dem Bundesverteidigungsminister haben wir im März 2009 das 50jährige Jubiläum Ihres Regimentes und unserer Kaserne gefeiert. Dabei erhielt das Regiment den Ehrentitel „Westfalen“; eine außergewöhnliche Auszeichnung.
Aber noch viel wichtiger ist es, dass die Sanitäter bei verschiedenen internationalen Friedensmissionen Deutschlands einen tapferen und hilfreichen Einsatz leisten. Sie selbst, Herr Dr. Grohmann, sind im letzten Jahr von einem langen Afghanistan-Aufenthalt heil zurückgekehrt. Wir wünschen Ihnen und Ihren Soldaten weiterhin viel Soldatenglück!
Werbend möchte ich jetzt schon darauf hinweisen: Am 16. März veranstalten wir – das Sanitätsregiment und die Stadt sowie der Freundeskreis Ahlener Soldaten – in der Stadthalle ein Benefiz-Konzert mit einem Bundeswehr-Musikkorps zugunsten des Ahlener Hospiz. Ein Termin, den Sie sich unbedingt vormerken sollten!
Schließlich begrüße ich mit dem Stadtschützenkönig Walter Meßmann sowie dem Karnevalsprinzen Rainer I. Müller die beiden gekrönten Häupter im Saale. Sie erhalten nachher Verstärkung durch Caspar, Melchior und Balthasar, also die Heiligen Drei Könige, die wie in jedem Jahr für Kinder in Entwicklungsländern sammeln werden.
Wenn Sie es mir nachmachen und einmal den Kalender des letzten Jahres zurückblättern, dann werden Sie bestätigen: 2009 war wieder ein pralles Jahr in Ahlen. Es war ein an Arbeit und Festen, an Streit und Feiern, an alltäglichen und außergewöhnlichen Ereignissen reiches Jahr. Ich möchte Ihnen nun keinesfalls einen langen Rückblick zumuten, aber doch einige wenige Daten aufrufen, damit wir das Jahr 2009 gemein-sam in überwiegend angenehmer Erinnerung bewahren:
- Am 6. Juni haben wir die strahlende Europasäule auf dem Europaplatz aufgestellt und 23. August die fantastische Titanick-Aufführung auf dem Marktplatz erlebt; Anfang September fand der reizende historische Jahrmarkt in Tönnishäuschen statt.
- Im April konnten wir das vom DFB geförderte Kleinspielfeld an der Barbara-schule eröffnen; im August haben die Stadt und der Stadtsportverband den ersten kommunalen Sportpakt im Kreis geschlossen; im Herbst wurde der rundum erneuerte Lindensportplatz eingeweiht.
- Anfang des Jahres wurde im Nonnengarten das erweiterte Hospiz- und Palliativ-Zentrum eingeweiht; Mitte des Jahres eröffneten wir inmitten der Stadt einen neuen Treffpunkt für Jugendliche.
- 2009 begann ein neues Zeitalter für unsere Schulen. Die Realschule begann damit, den gebundenen Ganztag einzuführen, und das Gymnasium folgt in diesem Jahr. Das bedeutet enorme Veränderungen, und zwar im Sinne von mehr, intensiverem und ganzheitlichem Lernen und Lehren. Dank der Konjunkturförderung können wir die Schulen in dem Prozess mit Umbau- und Einrichtungsmaßnahmen für einige Millionen unterstützen.
- Bei der dritten Neuen Ahlener Woche im März und bei der Vorhelmer Gewerbeschau im Juni demonstrierte die örtliche Wirtschaft ihre Vielfalt und Leistungskraft.
- Im August fand der erste Spatenstich für das neue Unternehmen von Helmut Spikker statt. Am 2. September öffnete „Kressner“ seine Tore. Weitere interessante Geschäfte – zum Beispiel der Spielzeugladen in der Oststraße oder der Lebensmittelmarkt in „Mexiko“ – wären ebenfalls zu erwähnen.
- Am 9. April fand auf dem Marktplatz eine beeindruckende Kundgebung gegen das schreckliche Unwesen der Neonazis statt. Am 8. August verbündeten sich auf dem Marienplatz zahlreiche Institutionen in ihrem gemeinsamen Einsatz gegen Kinderarmut.
- 2009 ist das Jahr der Brötchentaste, des Sauberkeitsmanagers und der Som-mer-Rodelbahn.
- Wir konnten uns im letzten Jahr über den Erhalt der Fördertürme auf der Zeche und deren Illumination, über das neue Betriebsgebäude auf der Kläranlage und über die neue Wersebrücke freuen.
- Ich erinnere daran, dass der Kleingartenverein „Goldener Erntekranz“ am 5. September den zweiten Platz im Landeswettbewerb errang und dass die Tanzsportgruppe der Karnevalsgesellschaft „Schwarz-gelbe Funken“ am 29. November westfälischer Vize-Meister wurde.
- 2009 bot eine Vielzahl an Jubiläen, von denen ich nur eine kleine Auswahl er-wähne: das 10jährige Bestehen von Pro Ahlen e.V. und das 25jährige Jubiläum des Museums im Goldschmiedehaus, die 40jährige Zugehörigkeit von Dolberg zu Ahlen, das 100jährige Jubiläum der wundersamen Heilung der Elisabeth Tombrock sowie das 650jährige Jubiläum der höheren Schulbildung, das von unserem Gymnasium würdig gefeiert wurde.
- Vor allem war 2009 das Jahr des Films „Unter Bauern“. Er führt uns anschau-lich unsere Geschichte vor Augen, erinnert eindrucksvoll an die Opfer und die Helden der schrecklichen Nazi-Zeit und appelliert an unser aller Zivilcourage in der heutigen Zeit.
Diese Aufzählung ist selbstverständlich ziemlich subjektiv und unvollständig. Dadurch werden wichtige Gegebenheiten wie die für Ahlen so notwendige Integrationsarbeit, Fortschritte in der Stadtentwicklung oder unsere Politik für den Klimaschutz noch nicht ausreichend gewürdigt. Ich überlasse es Ihren anschließenden Gesprächen, an weitere Ereignisse und Entwicklungen zu erinnern oder auch gemeinsam die Zukunft in den Blick zu nehmen.
Ich möchte zum Schluss nur nochmals „Danke“ sagen und damit alle ansprechen, die sich in irgendeiner Weise für die Stadt Ahlen und die Menschen hier einsetzen. Dieser Dank gilt besonders den ehrenamtlich tätigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, jedoch auch den professionell in der Verwaltung, den Verbänden und Institutionen arbeiten-den Personen.
Ich wünsche uns nun ein paar frohe Stunden des Miteinanders auf diesem Empfang sowie Ihnen wie allen, die sich der Stadt Ahlen verbunden fühlen, für das ganze Jahr 2010 Frieden und Gesundheit, Gottes Segen und Glückauf!


