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Verleihung des Wirtschaftspreises der Stadt Ahlen am 28.10.2010

Foto: Bürgermeister Benedikt Ruhmöller
Bürgermeister Benedikt Ruhmöller

Laudatio des Bürgermeisters auf den Preisträger Dr. Georg Kofler

Eine Laudatio ist bekanntlich eine Lobrede. Aber mit dem Lob tun wir uns schwer; es ist ein scheues Gut. Zuviel Lob wirkt peinlich und zu wenig ebenfalls kontraproduktiv. Das höchste Lob eines selbstbewussten Chefs lautet: „Könnte von mir sein…“ Und das höchste Lob eines Westfalen: „Geht doch!“



Am einfachsten lobt es sich, wenn man schlicht die Fakten sprechen lassen kann, in deren Geleit das Lob gleichsam mitschwingt. Genau dieses fällt mir bei unserem heutigen Preisträger nicht sehr schwer.

Sie, sehr geehrter Herr Dr. Kofler, haben nämlich mit Ihren heute gerade erst 53 Jahren schon eine beeindruckende Lebensleistung vollbracht. Wer im eher ländlich strukturierten Südtirol geboren wurde, dem wird eigentlich nicht gerade die internationale Bühne an der Wiege verheißen. Andererseits darf man davon ausgehen, dass gerade die Mehrsprachigkeit Südtirols und das große Selbstvertrauen sowie die große Heimatliebe der Südtiroler wichtiges Rüstzeug für jemanden sind, der in jungen Jahren aufbricht, um im fernen Wien zu studieren. Nicht von ungefähr ist Südtirol heute eine der am stärksten prosperierenden Regionen Europas.

Schon im zarten Alter von 25 Jahren promovierten Sie, sehr geehrter Herr Doktor. Offenbar wussten Sie schon früh, was Sie wollten, und entwickelten neben dem Ihnen eigenen Charme auch einen gesunden Ehrgeiz. Dieses konzentrierte sich zunächst auf die schillernde Medienwelt, in die Sie als internationaler Referent des damaligen Generalintendanten des österreichischen Rundfunks eintraten.

Schlag auf Schlag etablierten Sie sich im Medienbetrieb, besser: Sie gaben diesem Betrieb maßgebliche Impulse. Man erinnere sich nur daran, dass Sie die Pro Sieben Media AG erfolgreich an die Börse führten, dass Sie den Nachrichten-Sender N 24 gründeten, und Sie gelten als der Teleshopping-Pionier Europas. Kabel 1 und Premiere sind weitere Stichworte Ihrer Medien-Karriere, die schon für sich gesehen abendfüllende Referate abwerfen könnten.

Zum 31. August 2007 haben Sie, sehr geehrter Herr Dr. Kofler, für sich einen kompletten beruflichen Umschwung eingeleitet. Sie widmen sich seitdem dem Aufbau der eigenen Unternehmensgruppe außerhalb der Medienwirtschaft. Seit Mai 2008 sind Sie Hauptaktionär und Vorstandsvorsitzender der Kofler Energies AG, spezialisiert auf Energieeffizienz und Energiekostensenkung. Damit nicht genug, haben Sie im September 2008 das Kofler Energies Kompetenzcenter für Energieeffizienz in der European Business School in Wiesbaden gegründet.

Bei dieser Ihrer forschen Gangart geht die Übernahme der Leifeld Metal Spinning GmbH fast unter. Diese vollzogen Sie im September 2007, und ich sage: zu unserer aller Überraschung und Freude. Denn das Ahlener Traditionsunternehmen Leifeld war damals ein unterfinanziertes Juwel, ein zwar geschliffener, aber verblasster Diamant, den man neu ins Licht setzen musste. So etwas muss man mit Durch- und Weitblick erkennen.

Warum hat Dr. Georg Kofler, der erfolgsverwöhnte Sunnyboy unserer Medienlandschaft, die Firma Leifeld übernommen? Da fragen wir ihn am besten selbst, und ich darf ihn wie folgt zitieren: „Der Reiz besteht in den klar erkennbaren Wachstumschancen. Maschinenbau ‚Made in Germany’ ist weltweit anerkannt. Leifeld kann seine Maschinen in die ganze Welt verkaufen und die Nachfrage wird in den kommenden Jahren noch steigen. Außerdem ist Leifeld ein Unternehmen mit Tradition und einer weltweit etablierten Marke. Die unternehmerische Herausforderung besteht nun darin, auf diesen Grundlagen aufzubauen und das Unternehmen durch Innovation, Produktivität und erstklassigen Kundenservice auf eine nächste Entwicklungsstufe zu heben.“ Ende des Zitats.

Diese Ankündigung haben Sie, sehr geehrter Herr Dr. Kofler, wortwörtlich umgesetzt. Sie haben auf die Tradition des nun fast 120jährigen Unternehmens aufgebaut, die Produktionspalette kontinuierlich und innovativ weiter entwickelt, aber vor allem auf die bewährte, erfahrene und qualifizierte Belegschaft aufgebaut. Sie haben dem Unternehmen, das vor 65 Jahren die erste Drückmaschine der Welt entwickelt hat, Sie haben der Marke und auch dem Standort vertraut und die Firma „Leifeld“ sensibel, aber zielgerichtet weiter entwickelt.

Das Gremium für die Vergabe des Ahlener Wirtschaftspreises sieht besonders in der Kontinuität der Unternehmensführung, die Herrn Dr. Kofler maßgeblich zu verdanken ist und die ohne die ambitionierte und qualifizierte Belegschaft nicht denkbar wäre, eine maßgebliche Begründung für die diesjährige Preisverleihung. Sie gibt uns zugleich Gelegenheit, an die Wurzeln und den Aufbau des Unternehmens zu erinnern und dem Unternehmer Theodor F. Leifeld ein ehrendes Andenken zu widmen.



Ich bin mir sehr sicher, dass Sie, Herr Dr. Kofler und die ganze Festversammlung mir darin zustimmen: Auch Theodor F. Leifeld wäre ein sehr würdiger Adressat unseres Wirtschaftspreises gewesen. Deshalb freue ich mich über diese Gelegenheit, ihn als einen Begründer der sehr erfolgreichen Industriegeschichte Ahlens heute ausdrücklich herausstellen zu können. Er hat überdies mit seinem Kunstmuseum einen Wert geschaffen, der sein Wirken als Unternehmer und Mäzen für unsere Stadt unvergessen bleiben lässt.

Voller Freude komme ich nun zur eigentlichen Preisverleihung. Dazu darf ich Sie, sehr geehrter Herr Dr. Kofler, und Sie, liebe Frau Leifeld, sowie die Herren Hansen und Hütter und meine verehrten Vorredner zu mir auf die Bühne bitten.