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24.09.2011 Verleihung des Integrationspreises

Im Rahmen des 15. Stadtteilfestes im Ahlener Osten wurde der Integrationspreis der Stadt Ahlen für das Jahr 2011 durch Bürgermeister Benedikt Ruhmöller verliehen. In seiner Laudatio würdige er die neuen Preisträger für ihr außergewöhnliches Engagement in der lokalen Integrationsarbeit.

Seit Generationen findet Zuwanderung statt und viele der Menschen mit Migrationshintergrund haben längst ihren Beitrag dazu geleistet, dass sie in der Gesellschaft integriert sind. Auch setzen sich viele Frauen und Männer mit hohem individuellem Einsatz und mit großem fachlichen Können vor Ort für mehr Integration und Chancengleichheit ein. Dennoch ist für zahlreiche Menschen mit Migrationshintergrund die Integration im Sinne von Teilhabefähigkeit und Teilhabemöglichkeit noch nicht vollständig realisiert. Diese Aufgabe stellt sich gleichermaßen allen Menschen, unabhängig von der Herkunft. Denn Integration ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, der nur gelingen kann, wenn alle Ahlener daran mitwirken! Auf besondere Beispiele, die bereits auf dieses große Ziel hinarbeiten, möchten wir heute und hier hinweisen. Denn genauso wichtig wie eine Förderung, die ein Projekt oder Engagement erst ermöglicht, ist die Anerkennung und Würdigung von Integrationsarbeit durch Staat und Gesellschaft. Daher möchte die Stadt Ahlen, die seit 2008 den mit 1000 € dotierten Integrationspreis verleiht, heute erstmalig auf dem Stadtteilfest die Preisträger des Integrationspreises 2011 für ihr Engagement, welches öffentliche Anerkennung und Unterstützung verdient, auszeichnen und es so honorieren und stärken.

Alle Bewerbungen, die anlässlich des Wettbewerbs eingingen, zeigen eindrucksvoll, wie viele Einzelpersonen und Organisationen sich in Ahlen für Integration und kulturelles Miteinander einsetzen. Die beispielhaften und nachahmenswerten Aktivitäten von Vereinen, Institutionen und von Bürgerinnen und Bürger mit und ohne Migrationshintergrund zugunsten eines toleranten und offenen Miteinanders in Ahlen – manche über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg – haben Vorbildcharakter!

Die Preisverleihung soll Signalwirkung für die gesamte Stadt haben und Anreize geben, sich auch ehrenamtlich zu betätigen und damit zu einer gelingenden Integration zum Wohle aller Ahlener beizutragen. Es handelt sich – im wahrsten Sinne des Wortes – um „ausgezeichnete“ Arbeit!

Der Integrationspreis wird, wie in den vergangen Jahren auch, auf drei Vorschläge aufgeteilt. Den dritten Platz konnte in diesem Jahr erringen

Yasabey Aldirmaz

Foto: Preiswürdig für sein langjähriges Engagement: Yasabey Aldirmaz
Preiswürdig für sein langjähriges Engagement: Yasabey Aldirmaz

Herr Yasabey Aldirmaz ist einer der ersten Ahlener Zuwanderer, ein Urgestein des Ahlener Bergbaus und engagiert sich seit Jahrzehnten für Völkerverständigung, Solidarität und ein friedliches Zusammenleben zwischen den Angehörigen verschiedener Kulturen in Ahlen.

In den fünf Jahren nach 1995, als er 1. Vorsitzender des Ausländerbeirats der Stadt Ahlen war, übernahm er die Rolle des Sprachrohrs der ausländischen und vor allem der türkischen Einwohner dieser Stadt.

Bis heute ist die Teestube von Herr Aldirmaz im multikulturell geprägten Osten-Stadtteil ein wichtiger Treffpunkt für viele Menschen und ein vielbesuchter Ort der interkulturellen Begegnung.

Herr Aldirmaz baut durch sein Engagement eine Brücke zwischen Migranten und Einheimischen. Er hilft in seiner Freizeit vielen Menschen, die neu in Ahlen sind bei der Bearbeitung von Formularen und Anträgen. Oft vermittelt er und ist als Begleitung bei Behördengängen präsent. Die Jury möchte insbesondere sein Engagement für türkischstämmige Jugendliche aus Ahlen mit Drogenproblemen in ihrem Kampf gegen ihre Sucht hervorheben. Dies ist ein besonders schweres, weil tabubehaftetes Betätigungsfeld und der Einsatz von Herrn Aldirmaz umso wichtiger. Zudem bietet er ehrenamtlich Unterstützung bei Sterbefällen an, hilft Familien bei der Überführung ihrer verstorbenen Angehörigen und gibt seelischen Beistand.

Herzlichen Glückwunsch Herr Aldirmaz, ich freue mich über ihr Engagement!

Kooperationsprojekt „Miteinander leben, voneinander lernen“

Foto: Benedikt Ruhmöller mit den Vertretern des Kooperationsprojekts „Miteinander leben, voneinander lernen": Professor Uwe Rabe (FH Münster), Schulsozialarbeiterin Christiane Heuser und Schulleiter Alois Nühse (beide Bodelschwingschule), Klaus Edler (Schulsozialarbeiter Geschwister-Scholl-Schule)
Benedikt Ruhmöller mit den Vertretern des Kooperationsprojekts „Miteinander leben, voneinander lernen": Professor Uwe Rabe (FH Münster), Schulsozialarbeiterin Christiane Heuser und Schulleiter Alois Nühse (beide Bodelschwingschule), Klaus Edler (Schulsozialarbeiter Geschwister-Scholl-Schule)

Den zweiten Platz wird dieses Jahr an ein Projekt verliehen, und zwar an das

Kooperationsprojekt „Miteinander leben,  voneinander lernen“ – Drei Jahre Projektarbeit an zwei Ahlener Hauptschulen

Das Kooperationsprojekt „Miteinander leben, voneinander lernen“ der beiden städtischen Hauptschulen Bodelschwinghschule und Geschwister-Scholl-Schule zusammen mit dem Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Münster, das im ersten Jahr durch den Europäischen Integrationsfonds gefördert wurde, läuft nun bereits im dritten Jahr und zeigt damit, dass Nachhaltigkeit möglich ist. Es liefert einen enormen Beitrag zur schulischen, sozialen und beruflichen Integration in Ahlen.

An beiden Schulen ist der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund sehr hoch, zudem stammen viele Kinder aus bildungsfernen Familien. An beiden Schulen bieten FH-Studierende unterschiedliche Angebote zur Ergänzung und Erweiterung des schulischen Lernens an. Die Angebote richten an einzelne Schüler, an Schülergruppen und an ganze Klassen. Hierbei sollen die Kinder und Jugendlichen nicht nur nachhaltig gefördert, sondern auch die interkulturelle Kompetenz der Studierenden gestärkt werden.

Das Projekt richtet sich vor allem, aber nicht ausschließlich an Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, viele der Studierenden haben zudem selbst eine Zuwanderungsgeschichte und können somit Bezugsperson und Vorbild sein. Die Angebote der Studierenden reichen von Team- und Gruppenfindungsangeboten der Klassen 5 über Sozialtrainings, Kultur- und Sportangebote der mittleren Jahrgänge bis hin zu Angeboten zur Berufswahlvorbereitung der Abschlussjahrgänge. Das Projekt hat Sichtweisen verändert – bei den Schülerinnen und Schülern genau so wie bei den beteiligten Studierenden.

Besonders hervorzuheben sind das Engagement von Prof. Uwe Rabe von der FH Münster sowie der Schulleiter Alois Nühse (Bodelschwinghschule) und Stephanus Stritzke (Geschwister-Scholl-Schule) sowie der Schulsozialarbeiter Christiane Heuser (Bodel- schwinghschule) und Klaus Edler (Geschwister-Scholl-Schule), die sich für die Fortführung des Projektes über den Förderzeitraum hinaus stark machten. Vielen Dank Ihnen Allen!

Ahlen zeigt Flagge

Foto: Geschäftsführer Dietmar Zöller nahm vom Bürgermeister den Preis für PariSozial in Empfang
Geschäftsführer Dietmar Zöller nahm vom Bürgermeister den Preis für PariSozial in Empfang

Nun kommen wir zum ersten Preisträger für den Integrationspreis 2011! Es ist die bereits mehrfach stattgefundene Veranstaltung von PariSozial Warendorf

Ahlen zeigt Flagge

Die Parade und das Fest der Kulturen am 18. Juni diesen Jahres war unter dem Motto „Ahlen zeigt Flagge“ ein großes Ausrufezeichen für Völkerverständigung und kulturelles Miteinander in unserer Stadt.

PariSozial und sein Geschäftsführer Dietmar Zöller haben sich seit einiger Zeit Integration besonders auf die Fahnen geschrieben und bereichern mit „Ahlen zeigt Flagge“ nun bereits im dritten Jahr die kulturelle und Integrationslandschaft.

Das Fest war schon am Röteringshof und im Stadion von Rot-Weiß zu Gast und brachte in diesem Jahr über 55 unterschiedliche Wohlfahrtsverbände, Migrantenorganisationen, Vereine sowie zahlreiche Ahlener Bürgerinnen und Bürger im Stadtpark zusammen, die ein Zeichen für Integration setzen wollen, und machte so kulturelle Vielfalt, gegenseitigen Respekt und Toleranz in der Mitte Ahlens erfahrbar. Die Resonanz war mit über 4500 Besuchern aus Ahlen und der Region – mit und ohne Migrationshintergrund – riesig und auch die „Parade der Kulturen“, bei der es galt, mit zwei oder mehreren Kulturen im wahrsten Sinne des Wortes „Flagge zu zeigen“ war bunt gemischt.

Die Jury hat sich entschieden, drei Jahre „Ahlen zeigt Flagge“ als gelungene, von vielen Engagierten auf die Beine gestellte Veranstaltung zur Förderung des interkulturellen Dialogs mit dem 1. Preis auszuzeichnen, weil „Ahlen zeigt Flagge“ das Motto der Ahlener Integrationsarbeit „Zusammen ist besser“ eins zu eins in die Tat umsetzt.