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5.08.10 11:16

Ahlener Stadtwappen in „Alter Lateinschule“ entdeckt

40 Jahre lang schlummerte es verborgen hinter einer Gipsdecke. Der Architekt Christian Tripp hat jetzt das zweitälteste Ahlener Stadtwappen freigelegt – und das hoffentlich für länger. „Es war ein großer Augenblick, als ich es zum ersten Mal im Licht der Taschenlampe erahnen konnnte“, erinnert sich Tripp mit funkelnden Augen an die detektivische Suche nach dem wertvollen Schatz.

2 Fotos: Zweitälteste Stadtwappen und Christina Tripp ist stolz auf den Fund

Christian Tripp ist stolz auf den Fund des zweitältesten Stadtwappens der Stadt Ahlen.

1970 lag das Wappen bei Umbauarbeiten in der Alten Lateinschule zum letzten Mal frei, wurde aber leider wieder verkleidet. Nach Hinweisen der städtischen Denkmalpflegerin Nicole Wittkemper und des Architektenkollegen Heinz Steinhoff machte sich der Architekt auf die Suche. An der vermuteten Stelle wurde er dann auch fündig.

Für die Suche hatte Christian Tripp einen guten Grund: Er wird in einigen Wochen in dem von der katholischen Kirchengemeinde St. Bartholomäus angemieteten Gebäude sein Architekturbüro einrichten. Da ist die Freude über diesen einzigartigen Hingucker besonders groß.

Vermutlich zierte das Holzwappen einen Balken im mittleren Westtor der Stadt. Gemeinsam mit dem Nordtor wurde es Ende des 17. Jahrhunderts abgebrochen. Weil der Stadt damals das Geld fehlte, wurde der Bauschutt als Recyclingmaterial 1790 in den Neubau eingearbeitet. „Das Wappen stammt eindeutig aus dem Barock, so zwischen 1580 und 1600“, datiert  Christian Tripp den Fund.

Künftig soll der Balken freigelegt und beleuchtet die Besprechungsecke seines Büros schmücken. Bis dahin muss aber noch Hand angelegt werden. „Das Wappen ist in einem eher schlechten Zustand, ich muss noch prüfen, ob das Holz weiter behandelt werden muss“, zeigt der Besitzer auf die unübersehbaren Spuren von Holzwürmern.

Die denkmalgerechte Renovierung des Gebäudes soll im Oktober fertiggestellt sein. Das älteste Stadtwappen befindet sich als Schlussstein in der benachbarten Bartholomäuskirche.