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31.08.10 07:04

„Eine Erfahrung, die fürs Leben prägt“

So fasste die 24-jährige Anna Rensing ihren Aufenthalt in Brasilien nun bei ihrem Besuch bei Bürgermeister Benedikt Ruhmöller zusammen. Ein Jahr lang war sie nach ihrem Sozialarbeits-Studium als entwicklungspolitische Freiwillige in einem kleinen Dorf in der nord-östlichen Region Maranhao in einer Landwirtschaftsschule tätig. Benedikt Ruhmöller zeigte sich sehr beeindruckt von so viel Engagement.

Foto: Anna Rensing ist nach einem einjährigen Aufenthalt in Brasilien zurück in Ahlen. Sie berichtete Bürgermeister Benedikt Ruhmöller von ihren Erfahrungen.

Anna Rensing ist nach einem einjährigen Aufenthalt in Brasilien zurück in Ahlen. Sie berichtete Bürgermeister Benedikt Ruhmöller von ihren Erfahrungen.

Zu ihrem Aufenthalt war Anna Rensing im August des vergangenen Jahres über die Ordensgemeinschaft der „Franziskaner Mission“ gekommen. In Brasilien erwartete Anna eine vollkommen andere Welt. Die Landwirtschaftsschule liegt weit abgelegen mitten im Wald, und die Menschen leben in zum Teil äußerst ärmlichen Verhältnissen. Überrascht zeigte sich die Ahlenerin aber darüber, dass fast alle Haushalte über einen Fernseher oder ein Radio verfügen. Da es keine Zeitung gibt, oftmals die einzige Chance, um dort an Informationen zu kommen.

Die Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 10 und 19 Jahren, die die Schule im kleinen brasilianischen Dorf in den Klassen 5 bis 8 besuchen, werden jeweils zwei Wochen in Internatsform unterrichtet, ehe sie dann wieder für zwei Wochen in ihre Familien gehen. Betreut werden die jeweils 30 Kinder und Jugendlichen von insgesamt sechs Lehrkräften und einer Köchin. „Da ich zunächst noch etwas Probleme mit der portugiesischen Sprache hatte, habe ich mich im ersten halben Jahr vor allen Dingen praktisch nützlich gemacht, zum Beispiel in der Küche“, berichtete Anna Rensing dem Bürgermeister. Dann aber konnte die engagierte Ahlenerin auch das Lehrerteam unterstützen, so brachte sie den Kindern erste Grundkenntnisse am Computer bei und gab Englischunterricht.

Anna Rensing musste nicht lange zögern, als Benedikt Ruhmöller sie nach ihren positivsten Eindrücken ihres einjährigen Aufenthaltes fragte: „Die Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen.“ Viel menschliche Wärme sei ihr entgegengebracht worden, schwärmte Anna, und gab zu, dass sie gerade deshalb ein wenig „Heimweh nach Brasilien“ hätte. Die 24-jährige hatte aber auch nicht so schöne Eindrücke aus Maranhao mitgebracht: „Manchmal fühlte ich mich so hilflos, denn gerade in den Bereichen Bildung und Gesundheitswesen gibt es dort große Defizite. Zudem gibt es in vielen Familien häusliche Gewalt.“

Anna Rensing möchte ihr „brasilianisches Jahr“ aber auf keinen Fall missen. „Das ist eine Erfahrung, die fürs Leben prägt“, animiert sie auch andere, diesen Weg zu gehen. Für sie mit Erfolg, noch in Brasilien hatte sich Anna als Sozialarbeiterin in einem Kinder- und Jugendzentrum beworben, wo sie nun am 1. September beginnen wird.

Am Ende des Besuches gab es noch Geschenke. Für Bürgermeister Benedikt Ruhmöller hatte Anna mit einem Schlüsselanhänger aus einer Kokosnuss und einem Stück Palmenseife typische Geschenke aus der Region mitgebracht. Ruhmöller hieß die junge Frau als „einjährige Ahlener Botschafterin“ mit einer Flasche „Bürgermeister-Sekt“ wieder willkommen in der Heimatstadt.