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SUMMARY:„Gegen das Vergessen" – Ein Projekt von Luigi Toscano
DESCRIPTION:<p>„Gegen das Vergessen“ ist das multimediale Erinnerungspr
 ojekt des deutsch-italienischen Fotografen und Filmemachers Luigi Toscano 
 aus Mannheim betitelt. Seit 2014 trifft und porträtiert er dafür weltwei
 t Überlebende der NS-Verfolgung. Knapp 500 dieser Begegnungen gab es bere
 its in Deutschland\, den USA\, Österreich\, der Ukraine\, Russland\, Isra
 el\, den Niederlanden und Weißrussland. 40 dieser Bilder werden in Ahlen 
 auf dem Pausenhof des Städtischen Gymnasiums gezeigt.</p>\n<p>Die Ausstel
 lung wird am Dienstag\, 27. Januar\, anlässlich des internationalen Geden
 ktages für die Opfer des Nationalsozialismus\, eröffnet. An diesem Tag w
 urde vor 81 Jahren das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Die überleb
 ensgroßen Fotografien sind bis einschließlich Donnerstag\, 12. Februar\,
  zu sehen.</p>\n<p>Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt des Ahlener 
 Friedensbündnisses mit dem Städtischen Gymnasium und der katholischen Ov
 erbergschule\, der einzigen Hauptschule im Kreis Warendorf. Das Projekt wi
 rd aus dem neuen Schulförderprogramm des Kreises Warendorf\, „Demokrati
 e leben lernen“ finanziert. Es soll zur Stärkung historisch-politischer
  und demokratischer Bildung von Kindern und Jugendlichen dienen. Das Förd
 erprogramm ist beim Kreisarchiv des Kreises Warendorf angesiedelt. Zur Er
 öffnung am 27. Januar im Städtischen Gymnasium wird auch Landrat Dr. Ola
 f Gericke erwartet.</p>\n<p>Für die Eröffnung haben Schülerinnen und Sc
 hüler beider Schulen in den vergangenen Monaten ein Programm vorbereitet.
  Mit Ahlener jüdischen Familien und ihrem Schicksal hat sich eine Gruppe 
 der Overbergschule mit ihrem Lehrer Manuel Jakobi beschäftigt. „Auschwi
 tz vor Gericht“ heißt ein Theaterstück basierend auf dem Buch „Die E
 rmittlung“ von Peter Weiß\, das Tobias Meemann mit einer Schülergruppe
  einstudiert hat.</p>\n<p>Luigi Toscano und sein Team wollen mit der Ausst
 ellung der Erinnerungskultur ein Gesicht geben: Wie konnten Menschen ander
 en Menschen so viel Leid zufügen? Warum hat niemand etwas getan? Und wie 
 kann verhindert werden\, dass so etwas nie wieder geschieht? Ziel der Auss
 tellung ist es\, eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte und den
  Themen Rassismus\, Antisemitismus und Diskriminierung anzuregen – mit d
 em Blick auf die Gegenwart und die Zukunft. Die Ausstellung versteht sich 
 zugleich als Impuls\, sich für eine vielfältige und demokratische Gesell
 schaft einzusetzen.</p>\n<p>Die überlebensgroßen Porträts werden im öf
 fentlichen Raum ausgestellt und erreichen den Betrachter so persönlich un
 d emotional\, unabhängig von Alter\, Herkunft\, Sprache oder Bildung. &nb
 sp\;Bislang haben weltweit mehr als eine Million Besucher die Ausstellung 
 „Gegen das Vergessen“ auf diese Weise persönlich erlebt.</p>\n<p>Die 
 Ausstellung ist bis 12. Februar montags bis freitags von 8 bis 16.30 Uhr f
 ür die Öffentlichkeit zugänglich. Termine für eine Führung durch die 
 Ausstellung können per E-Mail an: tobias.meemann@sgahlen.eu vereinbart we
 rden. &nbsp\;An den beiden Samstagen\, 31. Januar und 7. Februar\, ist ein
  Besuch von 12 bis 14 Uhr mit Führungen durch Vertreter des Ahlener Fried
 ensbündnisses möglich.</p>\n<p>Im Rahmen der Ausstellung finden auch zwe
 i Lesungen mit dem renommierten Historiker Prof. Götz Aly statt. In seine
 m neuen Buch „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945“. G
 ötz Aly schildert in einer fesselnden Erzählung die Herrschaftsmethoden\
 , mit denen die NS-Machthaber Millionen Deutsche in gefügige Vollstrecker
  oder in vom Krieg abgestumpfte Mitmacher verwandelten – und von denen n
 icht wenige beängstigend aktuell sind.</p>\n<p>Eine öffentliche Lesung f
 indet am Dienstag\, 10. Februar\, ab 19 Uhr in der Aula des Städtischen G
 ymnasiums statt. Zuvor ist ab 18 Uhr ein Rundgang durch die Holocaust-Auss
 tellung auf dem Schulhof möglich. Am Mittwoch\, 11. Februar\, ist Prof. A
 ly Gast am Bischöflichen Gymnasium St. Michael bei einer schulinternen Le
 sung für die weiterführenden Schulen in Ahlen.</p>\n<p>Weitere Infos unt
 er: <a href="https://www.luigi-toscano.com" target="_blank" rel="noreferre
 r">www.luigi-toscano.com</a></p>\n<p><strong>Weitere Infos:</strong><br>GE
 GEN DAS VERGESSEN ist das multimediale Erinnerungsprojekt des deutsch-ital
 ienischen Fotografen und Filmemachers Luigi Toscano. Seit 2014 trifft und 
 porträtiert er dafür weltweit Überlebende der NS-Verfolgung. Mehr als 4
 00 dieser Begegnungen gab es bereits in Deutschland\, den USA\, Österreic
 h\, der Ukraine\, Russland\, Israel\, den Niederlanden und Weißrussland. 
 Und noch werden es mehr\, doch die Jahre sind gezählt: In nicht allzu fer
 ner Zukunft wird es keine lebenden Zeitzeugen mehr geben.</p>\n<p>„Wie k
 onnten Menschen anderen Menschen so viel Leid zufügen? Warum hat niemand 
 etwas dagegen getan? Wie können wir verhindern\, dass so etwas je wieder 
 geschieht?“ Lange bevor Luigi Toscano mit dem Fotografieren begann\, hab
 en ihn diese Fragen nicht losgelassen. Im September 2014 bekam er dann end
 lich die Gelegenheit\, persönlich mit Überlebenden darüber sprechen: F
 ünf ehemalige KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter aus Polen\, die zu einer G
 edenkveranstaltung in Toscanos Heimatstadt Mannheim gekommen waren\, erkl
 ärten sich bereit\, GEGEN DAS VERGESSEN zu unterstützen. Schon damals wa
 r klar: Das wird viel mehr als ein kurzfristiges Projekt. Und es wird alle
 s andere als einfach.</p>\n<p>Viele\, denen Luigi Toscano von seiner Proje
 ktidee erzählte\, reagierten mit Skepsis und Zurückhaltung. Unzählige V
 ersuche\, über Verbände oder Vereine Kontakt mit Überlebenden aufzunehm
 en\, liefen ins Leere. Politische und finanzielle Unterstützung gab es an
 fangs kaum. Einigen war das Thema zu heikel\, andere erklärten\, sie woll
 en lieber in die Zukunft investieren und das Vergangene ruhen lassen. Imme
 r wieder kam Luigi Toscano an seine Grenzen\, finanziell\, physisch\, aber
  auch emotional. Mehr als einmal stand das Projekt vor dem Aus\, weil einf
 ach niemand wusste\, wie es weitergehen soll. Irgendwie ging es dann aber 
 immer weiter\, denn Aufgeben war trotz aller Schwierigkeiten nie eine Opti
 on. Die Menschen\, denen Luigi Toscano bereits begegnet war\, haben ihm zu
  viel anvertraut. Und sie haben ihn dazu ermutigt\, weiterzumachen.<br>Hin
 ter jedem Porträt steht eine ganz persönliche Geschichte. Jede von ihnen
  ist einzigartig\, aber jede wurde auch für die vielen anderen erzählt\,
  die nicht mehr gehört werden können. Es sind Geschichten von Kindern\, 
 deren Familien verschleppt und ermordet wurden. Geschichten von Jugendlich
 en\, die gedemütigt und misshandelt wurden. Erinnerungen an Leid\, Hunger
  und Kälte\; an Angst\, Verrat und Tod. Manchmal erzählen die Geschichte
 n auch von Hoffnung\, Freundschaft und Menschlichkeit. Bei fast jedem Gesp
 räch wurde deutlich: Es begann nicht plötzlich mit Vertreibung und Völk
 ermord. Es war ein schleichender Prozess\, der die Mauern in den Köpfen i
 mmer höher baute. Die Mauern\, die „uns“ von „den Anderen“ trennt
 en. Die Mauern\, die „die Anderen“ immer weiter herabwürdigten und en
 tfremdeten\, bis sie nicht mehr wie Menschen behandelt wurden. Diese „An
 deren“ sind die Gesichter des Projekts GEGEN DAS VERGESSEN.</p>\n<p>Fast
  75 Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager ist die Distanz zu de
 n Verbrechen im Nationalsozialismus weiter gewachsen. „Was habe ich dami
 t zu tun? Ich war damals ja noch nicht mal geboren! Warum müssen wir imme
 r wieder in die Vergangenheit schauen? Irgendwann ist doch mal gut!“ Die
  KZ-Überlebende und Protagonistin Susan Cernyak-Spatz brachte die Bedeutu
 ng einer lebendigen Erinnerungskultur schon bei der ersten Begegnung mit L
 uigi Toscano auf den Punkt: „Wenn wir die Vergangenheit vergessen\, sind
  wir verdammt\, sie zu wiederholen.“ Dieses Zitat von George Santayana w
 urde zu einem der Leitgedanken des Projekts. Die Vergangenheit lässt sich
  nicht von der Gegenwart und Zukunft trennen\, denn der Umgang mit der Ges
 chichte prägt unser Denken und Handeln.</p>\n<p>Der Kampf GEGEN DAS VERGE
 SSEN ist seit Projektbeginn 2014 noch dringlicher geworden. Weltweit feier
 n Rechtspopulisten Wahlerfolge und überschreiten nicht nur verbal immer n
 eue Grenzen. Rassistische und antisemitistische Feindbilder werden konstru
 iert und offen verbreitet. 2017 zog eine Partei in den Deutschen Bundestag
  ein\, die mit Nazi-Rhetorik Ängste schürt und mit Fremdenfeindlichkeit 
 Wähler gewinnt. Eine Partei\, die Rechtsradikale und Holocaustleugner in 
 ihren Reihen vereint. Jüdische Menschen und Einrichtungen wurden Opfer an
 tisemitischer Anschläge. Und Tausende Frauen\, Männer und Kinder sind be
 reits auf der Flucht gestorben. Ihr Tod wird in vielen Kommentarspalten mi
 t einem Achselzucken abgetan. „Wir können ja auch nicht alle aufnehmen.
 “ &nbsp\;Sie sind „die Anderen“ von heute\, die nicht dazugehören s
 ollen.</p>\n<p>Luigi Toscano kämpft mit GEGEN DAS VERGESSEN gegen jede Fo
 rm von Ausgrenzung und für Offenheit\, Toleranz und Demokratie. Er gibt d
 er Erinnerungskultur mit seinem Projekt ein menschliches und emotionales G
 esicht. Dadurch überwindet er die historische Distanz zu den NS-Verbreche
 n und zeigt: Damals wie heute gibt es viel mehr Gemeinsamkeiten\, die uns 
 verbinden\, als Unterschiede\, die uns trennen.<br>Seine überlebensgroße
 n Porträts präsentiert Luigi Toscano an zentralen Orten\, die für alle 
 zugänglich sind – Parks\, Plätze oder Häuserfassaden. Auf diese Weise
  finden sie einen direkten Zugang in den Alltag und das Bewusstsein der Me
 nschen – unabhängig von Herkunft\, Alter oder Bildung. Diesem demokrati
 schen Anspruch bleibt GEGEN DAS VERGESSEN bereits seit vielen Jahren treu.
  Im Hinblick auf konkrete Formen und Konzepte dagegen ist das Projekt offe
 n für neue Impulse und Kooperationen. Ein Schwerpunkt ist die Zusammenarb
 eit mit Schulen\, Vereinen und Pädagogen. Dadurch haben Jugendliche die M
 öglichkeit\, ihre Ideen einzubringen und die Art und Weise mitzugestalten
 \, wie das Projekt seine Botschaft vermittelt.</p>\n<p>Mehr als eine Milli
 on Besucher weltweit haben die Fotoinstallation GEGEN DAS VERGESSEN bereit
 s persönlich erlebt. Erstmals wurde die Fotoinstallation 2015 in Luigi To
 scanos Heimatstadt Mannheim gezeigt. 2016 war sie zum Staatsakt des Gedenk
 ens an die Massaker von Babyn Jar in Kiew eingeladen. Es folgten drei weit
 ere Stationen in der Ukraine und zwei in Berlin. 2018 war GEGEN DAS VERGES
 SEN zum Internationalen Holocaust-Gedenktag bei den Vereinten Nationen in 
 New York City zu Gast\, später in Washington\, D.C. und Boston. 2019 reis
 te das Projekt nach San Francisco. Mit der Eröffnung in Wien und Mainz wa
 r die Installation erstmals in drei Städten gleichzeitig zu sehen. Es fol
 gten Stationen in Kansas City und Pittsburgh\, bei den Vereinten Nationen 
 in Genf und in Dortmund. Am 27. Januar\, dem Internationalen Tag des Geden
 kens an die Opfer des Holocaust\, wurde die Ausstellung am UNSECO-Hauptqua
 rtier in Paris gezeigt. Zuletzt war sie im Mai 2021 in Heidelberg zu Gast.
 </p>\n<p>Ein bedeutendes Teilprojekt von GEGEN DAS VERGESSEN ist der gleic
 hnamige Dokumentarfilm. Er feierte im Mai 2019 Premiere beim Seattle Inter
 national Film Festival. Die Deutschlandpremiere fand am 4. November 2019 i
 n Berlin statt. 2020 wurde GEGEN DAS VERGESSEN für den Deutschen Menschen
 rechts-Filmpreis 2020 nominiert. Grundlage für den Film waren Mitschnitte
  der ersten Reisen und Begegnungen im Rahmen des Projekts.</p>\n<p>Auch na
 ch mehr als 70 Jahren war es für die meisten Überlebenden unbeschreiblic
 h schmerzlich\, über ihre Erlebnisse während der NS-Verfolgung zu sprech
 en. Sie haben es trotzdem getan. Nicht um zu klagen oder anzuklagen\, sond
 ern weil sie davon überzeugt sind\, dass niemand mehr erleben darf\, was 
 sie erlebt mussten: „Wenn nicht wir\, wer dann?“ &nbsp\;Luigi Toscano 
 und sein Team werden die Erinnerungen lebendig halten und in die Welt trag
 en – auch nach ihrem Tod. Und Luigi und sein Team haben versprochen\, si
 ch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen Fremdenfeindlichkeit\,
  Antisemitismus und Rassismus zu wehren. Nie wieder dürfen sich die unfas
 sbaren Verbrechen des Nationalsozialismus wiederholen! Unsere Demokratie w
 ird gewinnen.</p>\n<p><strong>Quelle: </strong><a href="https://www.luigi-
 toscano.com" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>www.luigi-toscano.co
 m</strong></a></p>
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