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Fachleute untersuchen mögliche Fundstellen auf Kriegsrelikte

Der Verdacht auf eventuelle Kriegsrelikte im Ahlener Osten beschäftigt zurzeit die Bezirksregierung Arnsberg und die Ordnungsbehörde der Stadt Ahlen. Vom Kampfmittelräumdienst ausgewertete Luftbildaufnahmen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges weisen auf mögliche Einschlagstellen von Fliegerbomben an der Stelle hin, wo sich heute die Gelände der ehemaligen Paul-Gerhardt-Schule und des Baubetriebshofes befinden.

Damit dem Verdacht sorgfältig auf den Grund gegangen werden kann, werden in den nächsten Tagen Fachleute einer Räumfirma in Ahlen erwartet, die an den insgesamt fünf Verdachtspunkten Bodensondierungen vornehmen. „Wenn sich im Untergrund konkret Störsignale feststellen lassen, werden wir die Stellen freilegen und nachschauen, was sich dort tatsächlich verbirgt“, skizziert Wolfgang Mächling vom Ahlener Ordnungsamt das weitere Vorgehen.

Dass im Luftbild verdächtig aussehende Hinweise nicht immer auf einen Blindgänger hinweisen müssen, zeigen zwei Punkte in unmittelbarer Nähe an der Beckumer Straße. Dort konnte nach der Sondierung Entwarnung gegeben werden. Häufig liefern die Spezialuntersuchungen aber auch den letzten Anhaltspunkt für echte Blindgänger, wie unlängst mehrfach auf dem Baustellengelände des neuen Baubetriebs- und Wertstoffhofes am Ostberg. Weil die Sondierungen nicht völlig unbemerkt ablaufen, hat die Arbeiterwohlfahrt als Trägerin der auf dem früheren Schulgelände ansässigen AWO-Kita Stephansweg entschieden, den Kita-Betreib an den wenigen Tagen der Geländeuntersuchung mit einem eingeschränkten Angebot auszulagern. Unterstützung kommt dabei vom städtischen Jugendamt, mit dem man sich bereits über geeignete Ausweichräume ausgetauscht hat. Auch ein schöner Ausflugstag für die beiden Kita-Gruppen wird derzeit überlegt.

Einfluss nehmen die Sondierungen ebenso auf die Arbeit der Volkshochschule, die in der früheren Paul-Gerhardt-Schule Sprach- und Integrationskurse anbietet und Kinder der Kursteilnehmenden betreut. Wie der Kita-Betrieb werden auch die VHS-Veranstaltungen für die Dauer der Untersuchungen weitgehend an einem anderen Ort stattfinden. „Gegebenenfalls ausfallende Kurstage holen wir zu einem späteren Zeitpunkt nach“, sagt Leiterin Nadine Köttendorf und bekräftigt, dass niemand Lernstoff verpassen wird.

„Eine unmittelbare Gefahr geht von den Sondiertätigkeiten nicht aus“, versichert Wolfgang Mächling und beschreibt das auch in Ahlen immer wieder bewährte Verfahren. Mit einer sogenannten Flachschnecke werden um den Verdachtspunkt 37 Bohrlöcher gesetzt, in die bis zu acht Meter tief Sonden herabgelassen werden. Mit elektromagnetischen Signalen horchen sie die Umgebung auf metallische Gegenstände ab.

Sollten sich dadurch Hinweise auf mögliche Blindgänger verdichten, würden zu einem späteren Zeitpunkt Bagger die Verdachtsstellen öffnen. „Endgültige Gewissheit haben wir frühestens danach“, so Mächling. Weil die Sicherheit oberste Priorität genießt, seien die jetzt anstehenden Untersuchungen unumgänglich. Der Sachbearbeiter des Ordnungsamtes bitte um Verständnis bei allen, die mit Einschränkungen zu rechnen haben.

Foto: Fachleute untersuchen mögliche Fundstellen auf Kriegsrelikte

Fachleute untersuchen mögliche Fundstellen auf Kriegsrelikte