„Bekas“


„Bekas“-1


in der Reihe „Nazanins Weltenkino“

Nazanin Asgari bringt Kino aus aller Welt in die Schuhfabrik

Wer kennt schon einen Kinofilm aus Kurdistan, dem Irak und Südafrika? Wahrscheinlich doch eher wenige. Gelegenheit für solch ungewöhnliche Kinoerlebnisse bietet die neue Filmreihe „Nazanins Weltenkino“. In Kooperation mit dem CinemAhlen präsentiert die Schuhfabrik ab September den filmischen Reichtum aus Ländern, die hier selten mit Kino und Kunst verbunden werden, sondern die in den Medien meistens in Zusammenhang mit Flucht und Entbehrung auftauchen.

Als zweiten Film in der neuen Reihe “Nazanins Weltenkino” präsentiert die Reihe den Film “Bekas” am Freitag, 13. Oktober, ab 19.00 Uhr im Saal.

Das Wort “Bekas” ist der kurdische Begriff für Waisenkind. Um zwei solcher Jungs geht es im autobiographisch gefärbten Film des kurdischstämmigen Regisseurs Karzan Kader. Zana (Zamand Taha) und Dana (Sarwar Fazil) wachsen im Irak des Jahres 1990 auf. Im Dorfkino läuft “Superman” von Richard Donner, den sie durch eine Dachluke bestaunen, bis sie der Kartenverkäufer verjagt.

Spontan nehmen die Brüder sich vor, nach Amerika zu reisen, wo Superman wohnt, von dem sie hoffen, dass er ihre Eltern zum Leben erwecken kann. Mit einem Esel namens Michael Jackson brechen sie auf. Doch werden sie es im Irak des Saddam Hussein überhaupt bis an die Landesgrenze schaffen?

Der abenteuerliche Kinderfilm lebt vom gewitzt-natürlichen Spiel seiner kleinen Hauptdarsteller, die der Regisseur auf der Straße entdeckte. Der Ton ist durchgängig humoristisch, doch es tauchen auch bedrohliche Themen wie beispielsweise die Tretminengefahr oder der zweite Golfkrieg in der Handlung auf. Gedreht wurde an Originalschauplätzen, was die Intensität der Bilder verstärkt.

Alle Filme sind von Nazanin Asgari ausgewählt und werden an den einzelnen Abenden von ihr vorgestellt. Zusätzlich gibt es zu Beginn eine kleine Einleitung zu dem jeweiligen Land. Die Filme werden alle in deutscher Sprache gezeigt und der Eintritt ist frei. Nazanin Asgari legt besonderen Wert auf das gemeinsame Kinoerlebnis und den anschließenden, interessierten Austausch miteinander, zu dem sie jeweils landeskundliche Kenner einladen wird.

Der letzte Film in diesem Jahr wird am 6. November im CinemAhlen gezeigt.  

Das Projekt wird im Rahmen des Interkultur Projektes „Kulturelle Vielfalt - Gelebte Diversität“ vom Bundesministerium des Innern gefördert.