Hexenjagden damals und heute


Hexenjagden damals und heute-1


das Schicksal von Frauen und Männern, die in Ahlen Opfer sogenannter Hexenprozesse wurden

Für die Zeit zwischen den Jahren 1574 und 1652 sind in Ahlen zwanzig Prozesse beurkundet, in denen Menschen gefoltert und der Hexerei bezichtigt worden waren. Viele von ihnen bezahlten die Anklage mit dem Leben. Im Dezember 2017 rehabilitierte sie der Rat der Stadt Ahlen.

Ausstellungen und Vorträge behandeln in Ahlen bis zum 25. November eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren Geschichte. „Es scheint eines der wichtigsten Anliegen zu sein, andere Menschen fertig zu machen“, urteilt Hartmut Hegeler, einer der Mitglieder des ausrichtenden Initiativkreises, über das Motiv für Hexenverfolgungen heute und damals. Vor allem alte, vereinsamte und arme Menschen, die am Rande der Gesellschaft gestanden haben, seien den Verbrechen unter fragwürdigsten Anschuldigungen zum Opfer gefallen. Der Feldzug gegen Menschen, die der Zauberei und Teufelsverehrung beschuldigt wurden, habe stets zu Krisenzeiten wie nach Dürren oder Kriegen an Heftigkeit zugenommen. Noch heute festzustellende Tendenzen zur Ausgrenzung und Abwertung von Minderheiten zeigten Hegeler, dass die Menschheit nicht humaner geworden sei. Das Thema sei aktueller denn je.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger macht darauf aufmerksam, dass noch heute Menschen durch den Hexenwahn ums Leben kommen. Dessen Hochburgen lägen in Zentral- und Südamerika, in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, Papua-Neuguinea und Indien. Allein in dem Milliardenreich habe die Hexenjagd in den Jahren 2000 bis 2015 nach Regierungsangaben über 2000 Menschen das Leben gekostet. Der letzte europäische Prozess nach Hexenrecht sei 1944 in Großbritannien nach dem mehr als zweihundert Jahre alten „Witchcraft Act“ geführt worden. Manche Äußerungen, die heute im politischen Diskurs und in gesellschaftlichen Debatten fallen, erinnern Berger „tatsächlich stark an die diskriminierende Ausgrenzung von Andersseienden und Andersdenkenden in der frühen Neuzeit.“ Die digitalen Scheiterhaufen hätten jene auf den Marktplätzen abgelöst, „und es ist mithin erschreckend zu sehen, wie schnell sie sich in Brand setzen lassen.“    

Das Heimatmuseum zeigt die Ausstellung bis zum 25. November jeweils sonntags von 15.00 bis 17.00 Uhr und mittwochs von 15.00 bis 18.00 Uhr.

Hintergrund:
Beschluss des Rates der Stadt Ahlen vom 14. Dezember 2017:
Die Rehabilitierung der unschuldig gequälten und hingerichteten Opfer der Hexen- und Zaubererverfolgung in Ahlen während des 16. und 17. Jahrhunderts ist ein Akt im Geiste der Erinnerung und Versöhnung. Der Rat der Stadt Ahlen verurteilt diese Gewalt, die an Frauen und Männern begangen wurde. Er gedenkt der Opfer, rehabilitiert sie öffentlich und gibt ihnen damit heute im Namen der Menschrechte ihre Ehre zurück.

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Weitere Veranstaltungstage

Mittwoch, 14.11.2018
Beginn: 15:00 - Ende: 18:00
Sonntag, 18.11.2018
Beginn: 15:00 - Ende: 17:00
Mittwoch, 21.11.2018
Beginn: 15:00 - Ende: 18:00
Sonntag, 25.11.2018
Beginn: 15:00 - Ende: 17:00