Daniela Dahn: Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute. Die Einheit - eine Abrechnung


Daniela Dahn: Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute. Die Einheit - eine Abrechnung-1


Lesung im Rahmen der Politisch-Kulturellen Wochen "30 Jahre deutsche Einheit"

Die politisch-kulturellen Wochen der VHS und vieler Kooperationspartner stehen in diesem Jahr unter dem Motto „30 Jahre deutsche Einheit“. Eine Vielzahl von Veranstaltungen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Thema beschäftigt haben, sind bisher erfolgreich verlaufen und auf großes Interesse in der Ahlener Bevölkerung gestoßen. Ein weiterer Programmpunkt ist die Lesung von Daniela Dahn, die am Donnerstag, 5. März, um 19 Uhr im Lesecafé der Stadtbücherei in Ahlen stattfindet.

In sieben Büchern hat Daniela Dahn sich bisher mit der Einheit und den Folgen befasst, ein achtes war nicht geplant. Sie hat es dennoch geschrieben, und bereits der Titel „Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute. Die Einheit - eine Abrechnung“ zeigt die Motive von Daniela Dahn auf, für die dieses achte Buch nun doch erforderlich wurde: Auch nach dreißig Jahren Vereinigung ist die innere Spaltung zwischen Ost und West so tief wie eh und je; und es haben sich sogar neue Klüfte aufgetan, die unser Gemeinwesen erschüttern. Sie haben aus Sicht von Daniela Dahn damit zu tun, dass die vermeintlichen Sieger der Geschichte das Erbe der beitrittsgeprüften «Brüder und Schwestern» komplett ausgeschlagen haben. Die Geschichte des Anschlusses der DDR ist eine Geschichte von Demütigungen, einer tätigen Verachtung ihrer Kultur, Literatur, Wirtschaft und sozialen Infrastruktur, die immer weiter fortwirkt. Dagegen steht eine geschichtsvergessene Ignoranz, die das Denken in Alternativen entsorgt hat. Erstmals beschäftigt sich die Autorin auch mit der Frage, wie das Ende des sozialistischen Systems die Welt verändert hat. Die "siegreiche" Demokratie hat überall an Vertrauen verloren, weil sie von den Eliten, die sie tragen sollen, permanent entwertet wird. Und vor den großen Fluchtbewegungen der letzten Jahre stand die konsequente Weigerung, auch nur ein wenig von dem zurückzugeben, was der "Raubmensch-Kapitalismus" sich zur Beute gemacht hat. Für das vereinigte Deutschland zeigt Daniela Dahn: Bevor der Rechtsextremismus die Mitte der Gesellschaft erreicht hat, kam er aus der Mitte des Staates. Aus Teilen des Sicherheitsapparates, der Bundeswehr, der Verwaltung. Eine gemeinsame Erinnerungskultur, die sich beschönigender oder dämonisierender Legenden verweigert, gibt es in Deutschland noch nicht. Was müsste sie berücksichtigen? Daniela Dahn gibt hier -  streitbar und kompromisslos - mehr als nur Anregungen dazu.

Daniela Dahn, geboren in Berlin, studierte Journalistik in Leipzig und war Fernsehjournalistin. 1981 kündigte sie und arbeitet seitdem als freie Schriftstellerin und Publizistin. Sie war Gründungsmitglied des "Demokratischen Aufbruchs" und hatte mehrere Gastdozenturen in den USA und Großbritannien. Sie ist Trägerin unter anderem des Fontane-Preises, des Kurt-Tucholsky-Preises für literarische Publizistik, der Luise-Schroeder-Medaille der Stadt Berlin und des Ludwig-Börne-Preises.

Die Veranstaltung findet im Lesecafé der Stadtbücherei statt. Der Eintritt für die Lesung beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, für Schülerinnen und Schüler 2 Euro. Karten sind an der Abendkasse erhältlich, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Nähere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.vhs-ahlen.de oder telefonisch unter 02382 59-436.

Veranstaltungsort

Routenplaner

Veranstalter

iCalendar


Weitere Veranstaltungstage