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Stadtwerke übernahmen Steuer im Ahlener ÖPNV

Wer in Ahlen gerne Bus fährt, wird dies weiterhin völlig unbekümmert tun können: auf vielen Linien, kostengünstig, sicher, pünktlich und umweltfreundlich. Erst auf den zweiten Blick wird der aufmerksame Passagier erfahren, dass sich etwas verändert hat. Denn seit dem 1. Januar betreiben die Stadtwerke mit ihrer jüngsten Tochter, der Verkehrsgesellschaft Ahlen GmbH, den innerstädtischen öffentlichen Busbetrieb.

Eine unscheinbare, gleichwohl gravierende Veränderung. Dadurch soll der öffentliche Personennahverkehr – kurz ÖPNV – in Ahlen noch verlässlicher und sicherer werden: Sicherer in der finanziellen Absicherung, verlässlicher in seiner ortsbezogenen, bedarfsgerechten und innovationsorientierten Zukunft.

Die Bedeutung der Nahmobilität werde mit der Organisationsänderung deutlich unterstrichen, sagte Bürgermeister Dr. Alexander Berger anlässlich der Präsentation des aktuellen Stadtfahrplans: „Wir wollen als Stadt Ahlen den Einfluss auf die Gestaltung des ÖPNV bewahren, was auch die Entscheidung über die Linienführung im Stadtgebiet, den Fahrplan einschließlich der zeitlichen Taktung, aber auch die Einrichtung und langfristig gesehen auch Schließung von Haltestellenpunkten betrifft.“ Das Engagement im ÖPNV spiele auch eine wichtige Rolle im Rahmen des Verkehrsentwicklungskonzeptes, das die Stadt gegenwärtig aufstelle. Im Tagesgeschäft werde erkennbar sein, dass die Stadt auf einem guten Weg ist. „Es gab seit Jahresanfang keine Reibungsverluste, daran erkennt man, wie gut der Übergang vorbereitet war“, sagte Berger.

Dass das operative Geschäft weiterhin in den Händen des „bewährten Partners“ Regionalverkehr Münsterland liegt, erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Hans Jürgen Tröger: „Wir kaufen keine Busse und beschäftigen auch keine Fahrer.“ Personell besetzt werde von Verkehrsgesellschaft die Position des Verkehrsleiters, wofür sich Lars Rheker qualifiziert habe. Mit praktischen Änderungen im Fahrplan sei zunächst nicht zu rechnen: „Da muss man jetzt schauen und nicht alles über den Haufen werfen.“ Gerade bei Fahrplanoptimierungen müsse viel ineinander greifen und hänge eine Menge von Statistiken ab, die nun gemacht werden.

Bürgermeister Berger setzt darauf, dass die Stadtwerke die Ahlener Stadtbusse „sehr erfolgreich“ rangieren werden: „Wir hoffen, dass die Bürgerinnen und Bürger die Stadt nicht nur als fahrradfreundlich erfahren, sondern häufiger als bisher auch den Bus nutzen, um günstig, sicher, verlässlich und umweltfreundlich durch Ahlen zu kommen.“ Die Fahrpläne liegen an verschiedenen öffentlichen Stellen aus, u.a. im Bürgerservice des Rathauses.

Das Fahrplanangebot für Ahlen im Internet

Hintergrund:

Mit Einrichtung eines eigenen Verkehrsunternehmens für den Stadtverkehr – der Verkehrsgesellschaft Ahlen mbH (VGA, Geschäftsführer: Hans Jürgen Tröger, Prokurist: Uwe Friedrichs, Verkehrsleiter: Lars Rheker) als 100%-ige Tochtergesellschaft der Stadtwerke Ahlen GmbH – ist die Stadt Ahlen originäre Aufgabenträgerin für ihr Stadtgebiet. Als Aufgabenträgerin des ÖPNV obliegt der Stadt Ahlen die Planung, Organisation und Ausgestaltung des ÖPNV in der Stadt Ahlen.

Zum 01.01.2016 wurde daher die Betriebsführung auf die VGA übertragen, um den Einfluss der Stadt Ahlen auf das Verkehrsangebot zu gewährleisten. Die VGA wird zur Durchführung der Fahrten Subunternehmer beauftragen. Dies werden durch die noch laufenden Verträge die Firmen Regionalverkehr Münsterland GmbH und Verkehrsgesellschaft Breitenbach mbH & Co. KG sein.

Der finanzielle Vorteil besteht vor allem darin, dass die Stadtwerke mit der Übernahme des Busverkehrs dessen hohen Aufwand steuerlich abschreiben können. Im Münsterland nutzen bereits die im Verhältnis zu Ahlen größeren Städte Münster, Bocholt und Rheine diese Regelung. An die zwei Jahre dauerten die Vorbereitungen für den Umstieg im Busverkehr. Bisher oblag der öffentliche Busverkehr von Gesetzes wegen dem Kreis Warendorf.

Mehr Einfluss auf den ÖPNV bringt die Gründung der Verkehrsgesellschaft Ahlen. Den ersten Fahrplan stellten jetzt vor: (v.r.) Dr. Alexander Berger, Hans Jürgen Tröger, Lars Rheker, Uwe Friedrichs (Stadtwerke), André Pieperjohanns (RVM) und Stadtkämmerer Dirk Schlebes