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30 Mauerteile erinnern an 30 Jahre Freiheit

Am 9. November wird es dreißig Jahre her sein, dass eines der traurigsten Kapitel deutscher Geschichte ein glückliches Ende nahm. Mit der Öffnung ihrer Grenzen im Herbst 1989 läutete die DDR auch das Ende von Zaun und Mauer ein, die Deutschland und Berlin für Jahrzehnte in zwei Hälften geteilt hatten. Mit einer Ausstellung im „Kulturkeller“ erinnern Mechthild und Dieter Massin an die Überwindung der deutschen Spaltung.

Im Zentrum der Ausstellung stehen dabei dreißig Miniaturelemente der Berliner Mauer, deren Bemalung Künstler in Ahlen und in der brandenburgischen Partnerstadt Teltow gestaltet haben.

Dieter Massin freut besonders, dass an dem von ihm und seiner Ehefrau initiierten Projekt auch Jugendliche beteiligt waren, die den Mauerfall nicht miterlebt haben. Sowohl Schülerinnen und Schüler an der Jugendkunstschule Teltow als auch am Gymnasium St. Michael griffen zu Farbe und Pinsel, um ihre Gedanken zum Thema „30 Jahre Fall der Mauer“ kreativ festzuhalten. Als Ahlener Künstler beteiligten sich daran Manfred Brückner, Friedel Kreuzberg, Maryam und Robert Spector sowie Martin Hatscher, der in Zusammenarbeit mit den Freckenhorster Werkstätten auch die vier Kilogramm schweren Rohlinge im Maßstab 1:10 herstellte.    

Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt begrüßte die Initiative, die Anstoß gebe, sich mit der Mauer auseinanderzusetzen. „Seit meiner Kindheit hat sie mich begleitet“, erinnerte er als jemand, der im Schatten der Grenze aufwuchs, an dunkle Momente aber auch schöne Erinnerungen nach 1989. Originale Mauerreste bewegten ihn heute noch negativ, die Miniaturen hingegen dienten als Mahnung. „Das ist Euch gut gelungen“, lautete sein Dank an alle Projektbeteiligten. Die Kooperation Ahlener und Teltower Kunstschaffender zeige beeindruckend, „wie man Städtepartnerschaft erfolgreich auf die Bürger herunterbrechen kann.“ Überhaupt verbinde beide Kommunen eine „Muster-Städtepartnerschaft“.

„Ahlen und Teltow, das lebt“, schloss sich Christoph Wessels in Vertretung des noch in Ferien weilenden Bürgermeisters den Worten Schmidts an. Die Kombination aus politischer und kultureller Bildung mache das Mauerprojekt „zu einer Marke, die man schützen lassen kann“, so der städtische Fachbereichsleiter für Schule, Kultur, Weiterbildung und Sport. Das Jubiläum „30 Jahre Deutsche Einheit“ wird in 2020 im Mittelpunkt der „Politisch-Kulturellen Wochen“ stehen, kündigte Wessels an. „Sehnsuchtsvolle Tage 1989/90“ ist der Name einer Fotoausstellung, die zurzeit noch im Teltower Rathaus zu sehen ist und Anfang des Jahres nach Ahlen kommt. Der aus der Nähe von Teltow stammende Fotograf Bernd Blumrich hat als Zeitzeuge die Wendemonate in Potsdam, Kleinmachnow und Teltow mit der Kamera festgehalten und eindrucksvolle Zeitzeugnisse geschaffen.

Die Ausstellung mit Mauerminiaturen ist im „Kulturkeller“ (Sedanstr. 112) am Mittwoch 30. Oktober, von 16 bis 19 Uhr, am Samstag, 2. November, von 14 bis 17 Uhr, am Sonntag, 3. November, zwischen 11 und 14 Uhr und nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 55 03 zu sehen. Zum 9. November geht die Ausstellung nach Teltow. Eine Hälfte der Mauerteile verbleibt in der Partnerstadt, die andere kehrt nach Ahlen zurück. Wer Interesse am Erwerb eines Elements hat, kann sich mit Dieter Massin in Verbindung setzen. 

Foto: 30 Mauerteile erinnern an 30 Jahre Freiheit

30 Mauerteile erinnern an 30 Jahre Freiheit


Foto: Rundgang durch die Ausstellung im „Kulturkeller“: (v.l.) Dieter und Mechthild Massin, Thomas Schmidt, Christoph Wessels, Friedel Kreuzberg

Rundgang durch die Ausstellung im „Kulturkeller“: (v.l.) Dieter und Mechthild Massin, Thomas Schmidt, Christoph Wessels, Friedel Kreuzberg


Foto: Mauerminiaturen

Mauerminiaturen


Foto: Thomas Schmidt und Christoph Wessels kündigten eine Fotoausstellung an, die 2020 an die „Sehnsuchtsvollen Tage 1989/90“ erinnern wird.

Thomas Schmidt und Christoph Wessels kündigten eine Fotoausstellung an, die 2020 an die „Sehnsuchtsvollen Tage 1989/90“ erinnern wird.


Foto: Mauerminiaturen

Mauerminiaturen