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Ahlener Straßenkarneval in der Schwebe

Das Ahlener Jeckenvolk wird sich auf eine abgespeckte Karnevalssession einstellen müssen. In einer Telefonkonferenz am späten Dienstagnachmittag haben der Bürgerausschuss zur Förderung des Ahlener Karnevals (BAS) und alle Vorsitzenden der Vereine über die anstehende närrische Saison beraten und einstimmig entschieden, die Veranstaltungen des Straßenkarnevals unter den Bedingungen der Corona-Zeit einzuschränken.

Die Närrinnen und Narren werden auf Programmpunkte wie Proklamation und Rathaussturm verzichten müssen. Noch offen bleibt, ob und in welchem Umfang der Rosenmontagsumzug an den Start gehen wird. „Hierfür wollen wir die Tür noch nicht endgültig zuschlagen“, sagt ein enttäuschter BAS-Vorsitzender Andreas Lerley. Ob und in welchem Umfang es Saalveranstaltungen geben wird, entscheidet jeder Verein in eigener Verantwortung. Analog gehandhabt werden sollen die Veranstaltungen des Kinderkarnevals.

„Aus unserer Sicht ergibt es nur so einen Sinn“, bekräftigt Lerley die Notwendigkeit der Beschränkungen. Der Bürgerausschuss werde damit seiner Verantwortung gegenüber der Bürgerschaft, allen Karnevalisten und dem Prinzenteam gerecht. „Nach aktueller Lage wird ein Straßenkarneval in der gewohnten Weise nur schwer vorstellbar sein und auch Saalveranstaltungen können wohl nur unter strengen Auflagen stattfinden, die sicherlich deutlich reduzierte Besucherzahlen zur Folge haben“, gibt sich Lerley trotzt jüngster Lockerungen keinen Illusionen hin. Bedenken müsse man auch die wirtschaftlichen Konsequenzen für die Gesellschaften. Nicht besser werde die Situation dadurch, dass Sponsoren aus dem Gastgewerbe ausfallen und auch kleingewerbliche Betriebe, die gerne als Unterstützer auftreten, ihr Engagement aufgrund der aktuellen Lage zurückfahren werden.

„Prinzenfrei“ werde die Session allerdings nicht bleiben, hat die Konferenz entschieden, an der auch Bürgermeister Dr. Alexander Berger teilgenommen hat. Unter unbeschwerten Umständen wären eigentlich die Karnevalsgesellschaften „Neustadt“, „Nett un Oerndlik“ und die „Schwarz Gelben Funken“ für die Prinzenteams der nächsten Jahre verantwortlich gewesen. Deren Präsidenten haben kooperativ zugestimmt, ihre Sessionen zu schieben und jeweils ein Jahr später als geplant das Zepter zu schwingen. Der BAS-Boss verkündet weiter: „In diesem Jahr wird es keine Prinzenproklamation geben. Prinz Heinzpeter I. bleibt aber bis zum 13. November 2021 im Amt.“ Auftritte im Ornat werde es mit ihm allerdings nicht geben, und auch sonst werde er sich eher im Hintergrund bewegen.

Für Bürgermeister Dr. Alexander Berger spricht ein hohes Maß an Verantwortung aus der Entscheidung. „Nach Lage der Dinge wird es noch mindestens ein Jahr dauern, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. Bis dahin sind Abstand halten und Hygiene die einzigen Möglichkeiten, die uns vor dem Virus schützen.“ Er wisse sehr wohl, wie schwer die verabredeten Beschlüsse alle eingefleischten Karnevalisten treffen. „Das geht ins Herz, doch die Disziplin nimmt uns auf absehbare Zeit weiter in die Pflicht.“ Sein Dank gilt dem BAS und allen Vereinen, die in großer Einmütigkeit und Solidarität die Beschränkungen beschlossen haben. Für August haben sich Bürgermeister, BAS und Karnevalsgesellschaften zu einer weiteren Konferenz verabredet, um im Lichte der dann aktuellen Situation erneut zu beraten, in welchem Maße Veranstaltungen verantwortungsvoll möglich sind.

Foto: Die Telefonkonferenz leiteten (v.l.) Andreas Lerley und Dr. Alexander Berger. Anwesend auch Carlo Wilk, Präsident der federführenden Gesellschaft „Nett un Oerndlik“.

Die Telefonkonferenz leiteten (v.l.) Andreas Lerley und Dr. Alexander Berger. Anwesend auch Carlo Wilk, Präsident der federführenden Gesellschaft „Nett un Oerndlik“.