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Akuter Platzmangel nach Pflanzrunde: Die dritte Bürgerobstwiese muss her

Auf den ersten Apfelkuchen mit Früchten vom eigenen Baum freut sich Andrea Ruwisch schon jetzt. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Personalamt der Stadtverwaltung hatte sie die Idee, einen „Abteilungsbaum“ auf der Bürgerobstwiese im Berliner Park zu setzen. Gerne überreichte Bürgermeister Dr. Alexander Berger den Mitarbeitenden aus seinem Haus die Patenschaftsurkunde als Dank der Stadt Ahlen.

Die von Privatleuten, Firmen und Nachbarschaften gespendeten Obstbäume mögen „ein Zeichen sein für die Zukunft, aber auch für aktiven Umweltschutz in unserer Stadt“, so Berger. Ruwisch durfte er gleich zwei Urkunden in die Hand geben: Neben der Patenschaft im Kreise der Kolleginnen und  Kollegen hat sie eine weitere übernommen: Privat, zusammen mit ihrem Ehemann, und gleich neben dem Baum aus dem Rathaus.

Frisch gebackenen Apfelkuchen gibt es vermutlich bald auch im Hause Kruse, wenn die drei Enkelkinder zu Besuch in Ahlen sind. „Wir halten es für eine schöne Idee, sie hier zu verwurzeln“, sagen Elisabeth und Gerd Kruse. Zwei Äpfel für die Enkel, eine Kirsche für die Enkelin, so sieht die Mischung aus, von der alle Ahlener etwas haben. Denn die Bäume dürfen nicht nur von den Paten geerntet werden. Wenn sie einmal reifes Obst tragen, kann jeder Bürger davon naschen und sich an ihnen bedienen. Das tun übrigens auch Insekten, für die das Leben und Überleben in den Städten immer schwieriger wird. Die Ahlener Bürgerobstwiesen tragen damit auch dazu bei, die Artenvielfalt zu erhalten und bestenfalls zu vergrößern.    
 
Schon im letzten Jahr hatte bei der jährlichen Pflanzaktion Nadine Berghoff-Niebuhr einen Apfelbaum gestiftet. Bunt geschmückt mit Freundschaftsbändchen, die ihr ältester Sohn Moritz gebastelt hat, stand er in der Wiese. Bis er plötzlich weg war. „Ich kann mir nicht erklären, warum ausgerechnet unser Baum geklaut wurde“, ist sie noch immer ratlos. Vielleicht fiel er den Dieben einfach ins Auge wegen des farbenfrohen Schmucks, auf den die Familie künftig keinesfalls verzichten möchte. Einen Ersatzbaum stellte jetzt die Stadt zur Verfügung, den Berghoff-Niebuhr zusammen mit Sohn Aaron einpflanzte.

Weil der Berliner Park nach Abschluss seiner Umgestaltung so gelungen aussieht, will der SPD-Ortsverein Ahlen Süd-Ost-Dolberg mit seiner Baumspende „einen Beitrag leisten, um etwas Bleibendes zu schaffen“, so Vorsitzender Frank Viehfeger. Mit seinem Ratskollegen Udo Zambo griff er zur Schaufel. Helfen wollen beide SPD-Politiker jetzt, um nach einer Fläche für Ahlens dritte Bürgerobstwiese Ausschau zu halten. Denn so viele Bäume wie bei der diesjährigen Pflanzaktion kamen nie auf einen Schlag zusammen: 38 verschiedene Obstgehölze sind am Oehlmühlenkamp in die Erde gekommen und damit mehr als in jeder vorherigen. Die erste Streuobstwiese mit alten Sorten legte die Stadt Ahlen vor fast zehn Jahren im Westen der Stadt an der Brüningswiese an.

Wer Interesse hat, ein Obstgehölz sich selbst oder einem lieben Angehörigen zu stiften, hat die Wahl. Möglich sind Apfel, Birne, Quitte oder Pflaume, wobei die endgültige Auswahl zusammen mit den Ahlener Umweltbetrieben festgelegt wird. Den potenziellen Spendern bieten sich zwei Alternativen: Entweder der kleine Baum mit Ballen (Stammdurchmesser ca. 3 cm) für 70 Euro, oder der großer Baum (Stammdurchmesser ca. 6 cm) für 150 Euro.

Weitere Auskünfte erteilt bei den Ahlener Umweltbetrieben Marianne Dams unter Tel. 02382 985828 (damsm@stadt.ahlen.de).

Foto: Ersatz für den gestohlenen Apfelbaum erhielten von Bürgermeister Dr. Alexander Berger Aaron und Nadine Berghoff-Niebuhr.

Ersatz für den gestohlenen Apfelbaum erhielten von Bürgermeister Dr. Alexander Berger Aaron und Nadine Berghoff-Niebuhr.


Foto: „Abteilungsbaum“ aus dem Rathaus

„Abteilungsbaum“ aus dem Rathaus


Foto: Elisabeth und Gerd Kruse stiften drei Bäume für die Enkelkinder

Elisabeth und Gerd Kruse stiften drei Bäume für die Enkelkinder


Foto: Fast voll ist Ahlens zweite Bürgerobstwiese am Rande des Berliner Parks

Fast voll ist Ahlens zweite Bürgerobstwiese am Rande des Berliner Parks


Foto: Gruppenfoto

Gruppenfoto