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„Alt für Jung“-Patenschaften werden ausgeweitet

Die Idee, lebenserfahrene Senioren als Integrationspartner zu aktivieren, ist auch im Kreis Warendorf auf fruchtbaren Boden gefallen. Allein in Ahlen gibt es derzeit über 60 aktive Patenschaften, in deren Rahmen Ehrenamtliche Geflüchtete als „Lotsen“ bei Alltagssituationen unterstützen. Vertreter verschiedener Projekte trafen sich jetzt zu einem fachlichen Austausch im Ahlener Rathaus.

Unter ihnen auch der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS), Franz-Ludwig Blömker, Projektleiter Erik Rahn aus Berlin sowie ehrenamtlich und hauptamtlich Aktive aus allen Patenschaftsprojekten im Kreis Warendorf.

Mit Ablauf der dreijährigen Projektlaufzeit bot sich die Gelegenheit für ein gemeinsames Resümee. Tenor: Es wurde viel erreicht. Durch die interkulturellen Begegnungen und die Unterstützung der Paten ist zahlreichen Geflüchteten der Einstieg in die Gesellschaft ermöglicht worden“, so Cristina Loi von der Leitstelle „Älter werden in Ahlen.“ Alle Beteiligten stimmten überein, dass nach der Willkommensphase jetzt andere Herausforderungen auf die Helfer warten. Denn nun beginnt die vielleicht schwierigere Phase, in der Wohnungssuche und Berufseinstieg zu meistern sind. Für Angelika Knöpker als Vorsitzende des Fördervereins für Flüchtlinge Ahlen steht fest, „dass die Gewinnung von Freiwilligen ein vorrangiges Ziel bleibt, damit die Integration und Selbständigkeit der Geflüchteten auch langfristig gelingen kann.“

Die Akteure im Kreis Warendorf erkennen an, dass das Engagement für Geflüchtete einen wichtigen Beitrag zu Toleranz und gesellschaftlicher Vielfalt leistet. Franz-Ludwig Blömker und Erik Rahn zeigten sich besonders erfreut darüber, auch weiterhin eine finanzielle Unterstützung des Bundes in Aussicht stellen zu können. „Das unterstützt unsere Arbeit vor Ort erheblich“, so Blömker. Darüber hinaus sei eine erweiterte Fortsetzung des Projektes ab 2019 geplant. In den Genuss der Begleitung durch Ältere kommen mit dem Konzept der „Chancen-Patenschaften“ auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in benachteiligenden Lebensumständen.

Das Patenschaftsprojekt für Geflüchtete war jüngst nominiert für den Nationalen Integrationspreis. In den vergangenen drei Jahren konnten rund 600 Patenschaften durch die Seniorenbüros und deren kooperierende Gruppen gestiftet werden. Seit 2016 beteiligen sich bundesweit 23 Standorte im Projekt „Alt für Jung-Patenschaften-Seniorenbüros unterstützen Geflüchtete“ der BaS-Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros. Im Kreis Warendorf ist das Programm an den drei Standorten, Ahlen, Drensteinfurt und Warendorf vertreten. In Ahlen haben sich der Förderverein für Flüchtlinge Ahlen, der Caritasverband, Innosozial sowie die städtischen Abteilungen des Integrationsteams und der Leitstelle „Älter werden in Ahlen“ zum Arbeitskreis Patenschaften zusammengeschlossen.

Weitere Informationen zur Übernahme einer Patenschaft für Geflüchtete in Ahlen erteilt Cristina Loi von der Leitstelle „Älter werden in Ahlen“ unter T. 02382 59467 (Loic@stadt.ahlen.de).

Foto: Zu einem Erfahrungsaustausch kamen Projektvertreter in Ahlen zusammen.

Zu einem Erfahrungsaustausch kamen Projektvertreter in Ahlen zusammen.