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Auf dem Rad schneller und sicherer durch die Innenstadt

Einbahnstraßen, der Marktplatz und weitere Radabstellanlagen stehen im Aufgabenheft der Stadt Ahlen ganz oben, um den Radverkehr in der Wersestadt noch attraktiver zu machen. In einer Bürgerinformationsveranstaltung unterrichtete die Stadtverwaltung am Dienstagabend Interessierte im Ratssaal über die Vorhaben der kommenden Wochen und Monate.

Informierten über anstehende Maßnahmen: (v.l.) Markus Gantefort und Heino Hilbert (Stadt Ahlen), Henrik Sander (Büro Orange Edge), Angelika Schöning und Marion Kremer (Stadt Ahlen), Prof. Dr. Stefanie Bremer (Büro Orange Edge), Gerrit Hegemann (Umweltbetriebe), Dr. Alexander Berger, Andreas Mentz

Bürgerinformation am 12. September 2017 im Ratssaal

Wie beliebt das Radfahren schon heute in Ahlen ist, demonstrierte Stadtplanerin Angelika Schöning anhand des aktuellen Standes beim klimafreundlichen „Stadtradeln“. In 30 Teams haben 420 Teilnehmer bislang 56.507 Kilometer zusammengefahren. „Mit einem solchen Ergebnis hätte ich beim ersten Mal nicht gerechnet“, gab Schöning zu. Noch bis Sonntag können weitere Kilometer gesammelt werden.

Dass die Stadt Ahlen mit ihrem Radverkehrskonzept an den Themen der Zeit arbeitet, erläuterte zu Beginn der Informationsveranstaltung Bürgermeister Dr. Alexander Berger. „Verkehrskollaps, Stickoxide, Klimaschutz, dagegen müssen wir etwas tun.“ Als umweltfreundliche, preiswerte und gesundheitsfördernde Alternative bekomme das Radfahren in den Innenstädten immer größere Bedeutung. In die anstehenden Maßnahmen der Stadt seien auch die Beiträge der Bürgerinnen und Bürger eingeflossen, die im Rahmen der „PedAhlen“-Kampagne an Ständen, auf Veranstaltungen und per Internet Vorschläge zur Verbesserung der Radfahrsituation in Ahlen gemacht haben.

Angelika Schöning beschrieb den knappen Verkehrsraum als das Hauptproblem in den Innenstädten. Wo sich Radverkehr und Fußgänger zu nahe kommen, seien Konflikte vorprogrammiert. Auch wegen der immer schneller werdenden E-Bikes sei es heute zeitgemäß und sicherer, Radfahrer gut sichtbar im Straßenverkehr mitfließen zu lassen. Es gelte, zwei Gruppen von Radfahren zu ihrem Recht kommen zu lassen: „Die sicheren Gewohnheitsradler sind besser auf der Fahrbahn aufgehoben, damit gemütliche und schutzbedürftige Radfahrer mehr Platz haben auf Seitenstreifen.“ Schutzstreifen auf der Fahrbahn sollen künftig stärker die Aufmerksamkeit auf Radfahrer lenken, die im Straßenraum unterwegs sind.

Damit die Innenstadt für Radfahrer durchlässiger wird, werden weitere Einbahnstraßen wie Wallstraße und Nordenmauer für den gegenläufigen Verkehr freigegeben. Autofahrer werden durch Piktogramme und Beschilderungen auf die neue Situation aufmerksam gemacht. „Dadurch werden Lücken in einem System geschlossen, das sich in vielen Straßen der City bereits bewährt“, sagte Gerrit Hegemann von den Ahlener Umweltbetrieben.

Zu den Akten gelegt worden sei der ursprüngliche Plan, die Fußgängerzone ganztags für den Radverkehr zu öffnen. Die Absicht habe in breiten Teilen der Öffentlichkeit keinen Anklang gefunden, räumte Stadtbaurat Andreas Mentz ein. „Wir haben den Widerstand als Anregung verstanden“, so der Erste Beigeordnete. Die bestehende Regelung in der Fußgängerzone bleibe unangetastet. Der Marktplatz hingegen werde als Knotenpunkt für das Befahren im Schritttempo freigegeben, „was Rücksicht, aber auch Kontrollen erfordern wird.“ Defensiv befahren werden darf die Fußgängerzone zusätzlich zwischen Kampstraße und Steingasse.

Komfortabler soll in Ahlen auch der „ruhende Radverkehr“ werden. Den Kampf angesagt hat die Stadt den berüchtigten „Felgenkillern“, kniehohe Pfosten, in die das Vorderrad geschoben wird. Sie werden Stück für Stück durch Abstellbügel ersetzt, an die Fahrräder gelehnt und angekettet werden können.

Moderatorin Prof. Dr. Stefanie Bremer vom Hamburger Planungsbüro Orange Edge, das die Stadt Ahlen bei der Erstellung des Radverkehrskonzeptes berät, fand für das Vorgehen der Stadt nur positive Worte. Mit begrenztem Mitteleinsatz werde versucht, an möglichst vielen Stellen Verbesserungen herbeizuführen statt auf ein großes Leitprojekt zu setzen. Die Bürgerbeteiligung zeichne sich aus durch kreatives Mitdenken und punktgenaues Nachfragen. „Bewahren und erhalten Sie das“, ermunterte sie Bürger und Verwaltung, den konstruktiven Dialog weiterzuführen. Zu einer weiteren Bürgerinformation zum Radverkehr wird die Stadt Ahlen voraussichtlich gegen Ende des Jahres einladen.  

Eine Übersicht über die kurzfristig anstehenden Maßnahmen sowie einen Ausblick auf die weiteren Planungen kann in dieser Präsentation umfassend eingesehen werden.

www.pedahlen.de