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B 58n für das Land von nachrangiger Priorität

In die Ferne gerückt ist die mögliche Realisierung einer Nordtangente für Ahlen. Die vor zwei Jahren mit vordringlichem Bedarf in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen B 58n wird vom Land Nordrhein-Westfalen nicht mit oberster Priorität verfolgt. Das ist Inhalt eines Masterplanes, den das Verkehrsministerium in dieser Woche vorgestellt hat.

Neben den Erhaltungs- und Erweiterungsbauten an Bundesautobahnen haben im Regierungsbezirk Münster nur fünf Projekte in Warendorf, Beelen, Reken, Dorsten und Datteln die Aufnahme in den Masterplan geschafft.

Das Land orientierte sich in seiner Priorisierung neben der wirtschaftlichen  Bedeutung an den zu erwartenden Entlastungswirkungen für das Verkehrsnetz und die Anwohner. Die Konkretisierung der einzelnen Projekte ist abhängig von den zur Verfügung stehenden Planungskapazitäten in den jeweiligen Regionen, über die jährlich aktualisierte Arbeitsprogramme vorgenommen werden. Bürgermeister Dr. Alexander Berger betont, dass die Bedarfsvorgabe des Bundes keinesfalls endgültig vom Tisch sei. Von der Realisierung der B 58n habe er sich in absehbarer Zukunft „eine deutliche Entlastungsfunktion für die Anwohner an der jetzigen Trasse der Bundesstraße erwartet.“ Sollte diese Entlastung nun nicht mehr zu erreichen sein, seien Stadt und Land aufgefordert, nach alternativen Möglichkeiten zu suchen, um Einfluss auf den Durchgangs- und Schwerlastverkehr in der Stadt zu nehmen.

Die Stadt sei sich immer bewusst gewesen, „dass das Land den Bundesverkehrswegplan priorisieren und konkretisieren wird. Dies ist jetzt erfolgt und der Landesbetrieb Straßen NRW wird die Maßnahmen umsetzten“, reagiert Stadtbaurat Andreas Mentz. Darauf hätten er und sämtliche städtischen Vertreter bei vielen Gelegenheiten hingewiesen. Der nun vorgelegte Masterplan stelle auch ohne die B58n eine Mammutaufgabe dar. „Auf unsere weitere kommunale Straßenplanung wirkt sich diese Entscheidung aber nicht unmittelbar aus, weil wir die B 58n nie zum Gegenstand konkreter städtischer Planvorhaben gemacht haben.“

 

Hintergrund:

Das Land Nordrhein-Westfalen ist in Auftragsverwaltung für die Umsetzung des Bedarfsplans des Bundes zuständig. Im Fokus der kommenden Jahre steht für die neue Landesregierung die Engpassbeseitigung. „Die neue Landesregierung investiert massiv in den Ausbau der Planungs- und Genehmigungskapazitäten und dokumentiert damit, dass der Erhalt und Ausbau der Bundesfernstraßen in Nordrhein-Westfalen wieder politisch Priorität haben. Mit dem Haushalt 2018 wird die Landesregierung 50 neue Stellen für Planer bei Straßen NRW schaffen und 20 kw-Vermerke für Planer streichen. Damit stehen langfristig 70 Stellen mehr für Planer zur Verfügung als von der Vorgängerregierung vorgesehen. Außerdem werden die Mittel für externe Planungsleistungen deutlich erhöht und die Genehmigungskapazitäten bei den Bezirksregierungen mit 13 neuen Stellen deutlich ausgebaut“, heißt es im jetzt vorgelegten Masterplan.

Foto: Mögliche Lage der Umgehungsstraße (Quelle: Projektinformationssystem zum Bundesverkehrswegeplan 2030)

Mögliche Lage der Umgehungsstraße (Quelle: Projektinformationssystem zum Bundesverkehrswegeplan 2030)