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Damit die Abfallgebühren stabil bleiben: Biotonnen-Aktion für bessere Kompostqualität

Seit Dienstag werfen Mitarbeiter der Ahlener Umweltbetriebe (AUB) und der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf (AWG) einen Blick in die Biotonnen in Ahlen - auf der Suche nach so genannten Störstoffen, die dort nicht hineingehören. Die Aktion des Kompostwerks Warendorf in Zusammenarbeit mit AWG und Stadt soll am Ende eine bessere Kompostqualität hervorbringen.

Für die Bürgerinnen und Bürger ist ein anderer Effekt mindestens genauso wichtig: „Verunreinigter Biomüll treibt für alle die Abfallgebühren sinnlos in die Höhe“, sagt Umweltbetriebsleiter Bernd Döding. Bioabfall, der zu viele Störstoffe enthält, wird vom Kompostwerk nämlich nicht angenommen und muss von der Stadt als teurer Restmüll entsorgt werden. Start der Aktion war am Dienstagmorgen um 6 Uhr der Bereich Am Stockpiper/ Amselweg.

Beim ersten Rundgang in diesem Jahr schaute das Team von AWG und Stadt in 98 Biotonnen. 34 davon bekamen einen roten Anhänger. Der häufigste Grund für eine rote Karte an der Tonne sind Plastiktüten. Sven Bössing, technischer Mitarbeiter im Kompostwerk Warendorf und dort für die Qualitätskontrolle verantwortlich: „Plastiktüten, verpackte, überlagerte Lebensmittel oder verpackter Bioabfall sind ein großes Problem bei uns im Kompostwerk.“ Denn: Der wertvolle Bioabfall komme so erst gar nicht in die Kompostierung, sondern werde mit anderen Störstoffen wie Wegwerfwindeln, alten Schuhen und ähnlichem abgesiebt. Einmal in den Kompostierungskreislauf gelangt, sind diese Stoffe so gut wie gar nicht mehr auszusortieren und beeinträchtigen die erzeugten Kompostqualitäten.

9 Biotonnen zeichneten die Mitarbeiter mit einem gelben Anhänger aus. Meistens, weil sich in diesen Tonnen zwar Biomüll befand, dieser aber in Plastiktüten in die Tonnen wanderte. Ein besonderes Problem dabei sind so genannte „kompostierbare“ Tüten, die im Kreis Warendorf nicht genutzt werden dürfen. AWG-Abfallberaterin Rebecca Deppe: „Im Kompostwerk in Ennigerloh verrotten diese Tüten nicht.“ Ihr Tipp: Bioabfälle in herkömmlichen Tüten sammeln, Inhalt in die Biotonne entleeren, Tüte zum Restmüll. Oder einfach in Zeitungspapier einschlagen. 55 Tonnen bekamen einen grünen Anhänger: Sie waren richtig befüllt mit Grünschnitt, Rasenschnitt oder Küchenabfällen.

Noch bis zum Sommer werden in sämtlichen Abfuhrbezirken Kontrollen durchgeführt und Anhänger verteilt. Die Resonanz der Bürgerinnen und Bürger sei in der Regel positiv, so Rebecca Deppe: „Häufig werden Tonnen aus Unwissenheit falsch befüllt, insbesondere was die laut Hersteller kompostierbaren Tüten betrifft.“ Wer sie nutzt, verunreinige nicht nur die Abfallqualität, sondern gebe auch in guter Absicht Geld für ein unnötiges Produkt aus.    

Weitere Auskünfte rund ums das Thema Bioabfall erteilt bei den Ahlener Umweltbetrieben Marianne Dams unter Tel. 02382 985828 (damsm@stadt.ahlen.de). Nützliche Informationen über den richtigen Umgang mit Bioabfall gibt die Stadt Ahlen auch auf ihrer Internetseite

Foto: Rot – Gelb – Grün: AWG und Stadt verteilen ab sofort Anhänger an Biotonnen. V.l. Rebecca Deppe, Sven Bössing, Bernd Döding, Thomas Neumann (AUB), AUB-Einsatzleiter Wolfgang Siehoff, Markus Bussmann (AUB), Marianne Dams, Jens Fricke (AUB).

Rot – Gelb – Grün: AWG und Stadt verteilen ab sofort Anhänger an Biotonnen. V.l. Rebecca Deppe, Sven Bössing, Bernd Döding, Thomas Neumann (AUB), AUB-Einsatzleiter Wolfgang Siehoff, Markus Bussmann (AUB), Marianne Dams, Jens Fricke (AUB).


Foto: Anhänger an Biotonnen