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Das Herz des Ahlener Schulnetzes schlägt: Zentrales Rechenzentrum für den digitalen Campus in Betrieb

Ein großer Schritt nach vorn beim Ausbau des Ahlener Schulnetzes: Dessen Herzstück, das zentrale Rechenzentrum für alle 14 städtischen Schulen, ist in Betrieb. Eingerichtet wurde es in einem eigens dafür hergerichteten Raum des Städtischen Gymnasiums. Hier startet nun auch eine Testphase für die von allen Schulen gemeinsam ausgewählte Serverlösung.

„Es ist unser Anspruch als Politik, Ahlen moderner und besser zu machen“, begrüßte Mathias Harman den Beginn des Digitalbetriebs. Sein Dank gelte der Stadtverwaltung und den Schulen, die „das riesige Projekt“ so schnell umsetzten. Der Vorsitzende des Schul-und Kulturausschusses kam ins Schwärmen: „Wenn ich sehe, was heute alles mit digitaler Technik im Unterricht möglich ist, bekomme ich Lust, selbst wieder in die Schule zu gehen.“

Mit dem Gymnasium, der Overbergschule I, der Mammutschule und der Fritz-Winter-Gesamtschule sind bereits vier Schulstandorte sowie das Rathaus per Glasfaser an das Rechenzentrum angeschlossen. Die Overbergschule II und die Albert-Schweitzer-Schule folgen in Kürze. Während der Sommerferien waren die Leitungen zwischen Serverraum und Schulen verlegt worden. Die Aktivierung des pädagogischen Netzes und die davon unabhängige Anbindung der Schulverwaltungen an das städtische Netz erfolgen stufenweise nach Abschluss einer Pilotphase am Städtischen Gymnasium. Nach Ende der Herbstferien wird dort der iPad-Unterricht in den fünften Klassen offiziell beginnen. Schulleiter Meinolf Thiemann erkennt viele Möglichkeiten, die das digitale Lernen mit sich bringt, aber auch Risiken. „Deswegen sind wir gefordert in der Erziehung zur Medienkompetenz.“ Eltern achteten beim Erlernen des Radfahrens sehr auf die Sicherheit ihrer Kinder, beim Umgang mit Medien heiße es aber oft nur „mach mal“. Die Schule unterstütze es gern, dass Schülerinnen und Schüler sicher mit ihren Geräten umgehen.

Vorerst provisorisch arbeitet die Fritz-Winter-Gesamtschule mit iPads im Unterricht. Der Zugang zum Netz steht kurz bevor. Dass auf aktuelle Inhalte zugegriffen werden kann, findet Schulleiter Alois Brinkkötter fortschrittlich. Lehrtexte in Schulbüchern seien häufig auf dem Stand früherer Jahre. Ganz neue Formen des Unterrichts lassen sich mit digitaler Unterstützung umsetzen, erläutert Sebastian Wollmann, EDV-Koordinator am Städtischen Gymnasium. „Im Sportunterricht können Videos in Zeitlupe gedreht werden, um Bewegungsabläufe zu zeigen.“ Schüler könnten nun von der Pike auf lernen, kreativ mit Medien zu arbeiten. „Wir sind auf einem guten Weg und werden in unseren Anstrengungen nicht nachlassen, bestmögliche Bedingungen für das Lernen mit modernen Medien zu schaffen. Denn nur so können wir unsere Kinder und Jugendlichen auf das Leben und Arbeiten im digitalen Zeitalter mit seinen Chancen und Gefahren vorbereiten“, so Bürgermeister Dr. Alexander Berger bei der offiziellen Inbetriebnahme des Rechenzentrums. „Es geht dabei letztlich auch um die Kernfrage, wie wir den digitalen Wandel in unserer Gesellschaft gestalten und ihn zum Wohle der Menschen vor Ort nutzen. Denn es ist keine Frage mehr, ob die Digitalisierung kommen wird, sondern wie wir damit umgehen.“

Parallel zum Pilotbetrieb laufen bereits die Planungen für die Einbindung der weiteren Grund- und weiterführenden Schulen in den digitalen Campus. Dabei gilt es zwischen mehreren Möglichkeiten zu wählen: Glasfaserstrecken, Richtfunk, angemietete Leitungen und VPN (Virtuelles Privates Netzwerk) sind gleichermaßen Optionen, die es mit Blick auf Wirtschaftlichkeit und die jeweils technischen Voraussetzungen vor Ort zu prüfen gilt. Das komplette Schulnetz mit einer speziell für den Einsatz an Schulen entwickelten Softwarelösung wird künftig durch die IT-Spezialisten im Rathaus gesteuert, wie der Leiter der städtischen EDV-Abteilung, Thorsten Müller, erklärte: „Aktualisierungen und Änderungen werden von hier aus ins System eingespielt.“ Auch Wartungsarbeiten und die Durchführung von Sicherheitsdiensten erfolgen zentral. Dadurch kann ein erheblicher Anteil der bisherigen Kosten für Server, Soft- und Hardware in Ahlens Schulen eingespart werden. Die Insel-Lösungen mit unterschiedlichen Betriebssystemen und damit ungleichen Voraussetzungen an den Schulen haben ein Ende. Nicht zu vergessen: Auch der Betreuungsaufwand durch Lehrkräfte wird minimiert.

Der im pädagogischen Netz eingesetzte Schulserver bildet dabei eine Art Knotenpunkt zwischen Unterricht, dessen Planung und Gestaltung sowie der Organisation des Schullebens. Schüler und Lehrer haben einen einfachen, schnellen und zuverlässigen Zugriff auf zahlreiche Funktionen – egal ob es um Stundenplan und Kurswahl, den Einsatz digitaler Schulbücher, interaktive Übungen oder die Aufgabenstellung und Kontrolle bei digitalen Hausaufgaben geht. Die ersten knapp 300 von Schulen und Eltern finanzierten iPads stehen kurz vor dem Einsatz. Sie können von Lehrern und IT-Administratoren aus der Ferne verwaltet werden.

Rund 5,2 Millionen Euro, so hat die Stadt Ahlen geplant, sollen in das Schulnetz investiert werden. Hiervon werden rund 800.000 Euro aus Mitteln des Programms „Gute Schule 2020“ abgedeckt. Mittlerweile zeichnen sich weitere Fördermöglichkeiten, unter anderem mit der Umsetzung des „Digitalpakts Schule“ in NRW ab.  Voraussetzung dafür ist, dass die einzelnen Schulen ein technisch-pädagogisches Konzept vorlegen. Die Stadt als Schulträger bündelt die benötigten Finanzbedarfe und stellt bis spätestens 2021 einen Antrag an die zuständige Landesbehörde. Insgesamt könnte Ahlen nach Berücksichtigung von Schülerzahlen und kommunaler Finanzkraft Gelder in Höhe von knapp 2,2 Millionen Euro bekommen.

Foto: Unterrichtsbesuch am Städt. Gymnasium, wo schon mit iPads gelernt wird: (v.l.) Dr. Alexander Berger, Brigga Kazmierczak (Schulverwaltung), Mathias Harman, Markus Dorgeist (Gebäudemanagement Stadt Ahlen), Sebastian Wollmann, Meinolf Thiemann, Alois Brinkkötter, Thorsten Müller, Deniz Aydin (Gesamtschule EDV-Koordination)

Unterrichtsbesuch am Städt. Gymnasium, wo schon mit iPads gelernt wird: (v.l.) Dr. Alexander Berger, Brigga Kazmierczak (Schulverwaltung), Mathias Harman, Markus Dorgeist (Gebäudemanagement Stadt Ahlen), Sebastian Wollmann, Meinolf Thiemann, Alois Brinkkötter, Thorsten Müller, Deniz Aydin (Gesamtschule EDV-Koordination)


Foto: Mathias Harman und Dr. Alexander Berger lassen sich die technischen Bedingungen des digitalen Schulnetzes vom städtischen EDV-Mitarbeiter Manfred Blachetta erläutern.

Mathias Harman und Dr. Alexander Berger lassen sich die technischen Bedingungen des digitalen Schulnetzes vom städtischen EDV-Mitarbeiter Manfred Blachetta erläutern.


Foto: Über die Schulter geblickt beim Arbeiten mit iPads

Über die Schulter geblickt beim Arbeiten mit iPads


Foto: Im Serverraum

Im Serverraum