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Das richtige Maß an Verkehr finden – Stadt setzt auf Mobilitätsmanagement

Ökologisch und nachhaltig sollen sie sein und dabei den Nahbereich einer Kommune im Blick haben: Konzepte zur sogenannten „räumlichen Mobilität“, wie sie gegenwärtig in vielen deutschen Gemeinden und Städten entwickelt und aufgestellt werden.

„In Stadt und Region von Punkt A zu Punkt B gelangen, ohne dabei auf ein eigenes Auto angewiesen sein zu müssen“, übersetzt David Knor den Begriff. Seit diesem Sommer ist der 29-jährige Geograph (B.Sc.) „Mobilitätsmanager“ der Stadt Ahlen.  

Knor macht sich Gedanken über langfristig orientierte Konzepte, aber auch praktische Maßnahmen, die ohne langen Planungsvorlauf schnell umsetzbar sind. Dabei ist der Schwabe Stadtbaurat Andreas Mentz unmittelbar zugeordnet. „Aus ökonomischen und ökologischen Aspekten gewinnt das Thema Mobilität einerseits als Standortfaktor an Bedeutung und andererseits muss die Balance zwischen uneingeschränkter Erreichbarkeit und einer lebens- und liebenswerten Stadt neu gefunden werden“, formuliert Andreas Mentz die anspruchsvolle Aufgabenstellung, der sich der Mobilitätsmanager zu stellen hat.   

Dass die Stadt Ahlen schon heute auf einem guten und richtigen Weg ist, bescheinigt David Knor Politik und Stadtverwaltung gerne. Ein wesentlicher Grund, sich auf die Funktion beworben zu haben, sei das mit der Bürgerschaft erfolgreich diskutierte Radfahrkonzept PEDAHLEN. „So stelle ich mir die ernst gemeinte Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern vor“, findet Knor Gefallen an den Ansätzen, die er in Ahlen vorfindet. Der ständige Diskurs mit der Öffentlichkeit ist für ihn so selbstverständlich wie das Netzwerken innerhalb der Stadtverwaltung und die Kontaktpflege zu externen Stellen.   

Wie erfahren und bürgerorientiert er im Zusammenwirken mit der Öffentlichkeit ist, zeigt ein Blick nach Wuppertal. Im Rahmen seiner Masterarbeit versucht Knor studienbegleitend gemeinsam mit der Initiative „Mobiler Ölberg” die verkehrliche Situation in dem Stadtquartier zu verändern und mehr Platz für nicht motorisierten Verkehr zu ermöglichen. „Mobilitätsverhalten und Mobilitätsbedürfnisse der Bewohner stehen dabei im Mittelpunkt meiner Betrachtung.“ Die Untersuchung ist Teil seiner Masterarbeit im Fachbereich Geographie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und wird durch das Wuppertal Institut betreut.

Sobald in wenigen Tagen die Abschlussarbeit unter Dach und Fach ist, geht die Tätigkeit in Ahlen so richtig los. Pünktlich zum neuen Schuljahr werde er das schulische Mobilitätsmanagement ganz oben auf die Agenda setzen. Knor sind die häufig nicht zwingend notwendigen Bring- und Abholverkehre vor Schulen ein Dorn im Auge. „Dagegen lässt sich etwas tun“, ist er überzeugt. Schulwegpläne könnten etwa dafür sorgen, „dass die Kinder vom Autopolster runter und auf die Beine oder das Fahrrad kommen.“ Mit Schulen, Eltern und Schülern will er darüber nicht nur ins Gespräch kommen, sondern auch echte Verhaltensänderung bewerkstelligen.

Foto: Verkehr und Mobilität in Ahlen widmet sich seit Juli David Knor.

Verkehr und Mobilität in Ahlen widmet sich seit Juli David Knor.