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Die Ahlener Mentalität ist türkischem Generalkonsul schon vertraut

Mit der Ahlener Mentalität fühle er sich schon ein wenig vertraut, sagte der neue Generalkonsul der Türkei, Ahmet Faik Davuz, anlässlich seines Antrittsbesuches bei Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Insgesamt zehn Jahre habe er in verschiedenen Funktion schon im Essener Generalkonsulat gearbeitet und dabei viel gelernt über die frühere Bergbauregion und ihre Menschen.

Seit September bekleidet der 47-Jährige Politikwissenschaftler die Spitzenposition im Generalkonsulat Münster, das für die konsularische Betreuung der in Ahlen lebenden türkischen Staatsbürger zuständig ist.

Mit Ahlen besuchte der Diplomat nach den ersten Wochen Einarbeitung überhaupt zum ersten Mal eine Stadt in seinem Konsulatsbezirk. „Ich werde mich mit meiner Arbeit auf die lokale Ebene konzentrieren, um die Integration der türkischstämmigen Menschen voranzubringen“, umriss Davuz im Gespräch mit Berger seine künftige Schwerpunktaufgabe. Er sehe durchaus, dass die deutsch-türkischen Beziehungen schwieriger geworden seien. Das Zusammenleben in den Kommunen dürfe darunter jedoch nicht leiden. Die Integration sei nach Davuz Dafürhalten eine Erfolgsgeschichte, wie ein Blick in die Wirtschaftsstatistik zeige: „Allein in Nordrhein Westfalen gibt es 25.000 Unternehmen, die von türkischstämmigen Inhabern geführt werden und 125.000 Menschen Lohn und Brot geben.“

Überzeugungsarbeit leisten will der in Damaskus geborene und in Frankreich aufgewachsene Generalkonsul für mehr aktive Zweisprachigkeit in Kitas und Schulen. Regelmäßiger Türkischunterricht sei nicht nur der Schlüssel zu besserem Deutsch und zu jeder anderen Fremdsprache. „Er wäre auch ein Zeichen für die Akzeptanz der Muttersprache der türkischstämmigen Bürgerinnen und Bürger“, so Davuz.

Bürgermeister Berger dankte dem Generalkonsul für seine „richtige Entscheidung“, Ahlen als erste Stadt zu besuchen. „Das zeigt nicht nur Wertschätzung für unsere Stadt, sondern erkennt auch die Normalität im Zusammenleben der Kulturen hier an.“ Jeder und jede dürfe seine Wurzeln behalten und pflegen, unterstrich Berger. Das entspannte Miteinander in Ahlen betonte auch Ilkay Danismaz, Vorsitzender des Integrationsrates. Zwischen Stadt und Migrantenvereinen gebe es einen offenen Austausch, damit Probleme sofort gelöst werden, wenn sie entstehen, und nicht von falscher Seite dramatisiert werden könnten. Auf eine erneut hohe Beteiligung bei den im September mit der Kommunalwahl anstehenden Integrationsratswahlen hofft die städtische Integrationsbeauftragte Christiane Heuser. Unter allen Wahlberechtigten seien die türkischstämmigen Menschen mit 40 Prozent die mit Abstand größte Gruppe.

Foto: Buch und Kalender mit Ahlens schönsten Seiten nahm der Generalkonsul mit von seinem ersten Besuch in der Wersestadt: v.l. Christiane Heuser, Ilkay Danismaz, Ahmet Faik Davuz, Dr. Alexander Berger.

Buch und Kalender mit Ahlens schönsten Seiten nahm der Generalkonsul mit von seinem ersten Besuch in der Wersestadt: v.l. Christiane Heuser, Ilkay Danismaz, Ahmet Faik Davuz, Dr. Alexander Berger.