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Dreitausend fordern Erhalt der Notfallpraxis

Fast 3000 Unterschriften für den unveränderten Erhalt der ambulanten Notfallpraxis in Ahlen hat der Ärzteverein an Bürgermeister Dr. Alexander Berger mit der Bitte überreicht, diese an die Kassenärztliche Vereinigung (KV) weiterzuleiten.

Die Unterzeichner protestieren gegen die montags, dienstags und am Donnerstag von der KV geplante Schließung der Notfallpraxis am St.-Franziskus-Hospital. Ende letzten Jahres hatte die KV angekündigt, die hausärztliche Notfall-Versorgung außerhalb der Öffnungszeiten niedergelassener Ärzte ab dem Frühjahr massiv einzuschränken. Begründet wurde der Entschluss mit einer zu geringen Inanspruchnahme der Sprechzeiten durch Notfallpatienten. Gegen die Pläne formierte sich erheblicher Widerstand bei Patienten, in der Ärzteschaft, bei der Leitung des St.-Franziskus-Hospitals und in der Politik.

Ahlens Bürgermeister betonte bei der Übergabe, der Druck auf die KV müsse aufrechterhalten werden. Es sei ein deutliches Signal, „dass so viele Bürgerinnen und Bürger in kurzer Zeit ihre Sorge vor einer Verschlechterung der ambulanten Versorgung zum Ausdruck gebracht haben.“ In zwei  Schreiben hatte Berger bereits den Vorstand der KV Westfalen-Lippe aufgefordert, die Sprechzeiten in Ahlen unverändert zu lassen.

Zu einer stärkeren Auslastung der Notfallpraxis sollen die neuen Räumlichkeiten führen, die am Dienstag im St.-Franziskus-Hospital bezogen worden sind. Auf einer Etage residieren nun Notfallpraxis der niedergelassenen Ärzte und Notfallaufnahme des Krankenhauses Tür an Tür. Verbunden sind beide durch einen gemeinsamen Empfang. Dort entscheidet spezialisiertes medizinisches Personal, welche Behandlung sich wo anschließt. Verwaltungsdirektor Wilfried Mertens sieht darin eine gute Voraussetzung, „damit Patienten viel besser und viel eher in die richtigen Strukturen geleitet werden.“

Verärgert ist Ahlens Ärzte-Sprecher Dr. Thomas Mandelkow noch immer über das Argument, mit dem die KV die angekündigte Reduzierung der Sprechzeiten begründet. Die geringe durchschnittliche Auslastung sei ein statistischer Wert ohne wirkliche Aussagekraft. „Man sollte auch den Patientenanfall in Stoßzeiten bedenken, etwa bei einer Grippewelle.“ Jeder Arzt kenne das Phänomen, wenn dann der sogenannte „halbe Bus“ auf einen Schlag eintrifft.

Foto: Notfallpraxis und Notfallaufnahme ab sofort mit gemeinsamem Eingang und Empfang: Auslastung und Patientenversorgung sollen so verbessert werden. (v.l.) Daniela Noack (Projekt „Vitale Stadt Ahlen“), Katharina Degen (Leiterin Notfallambulanz), Dr. Alexander Berger mit Unterschriften, Wilfried Mertens, Dr. Thomas Mandelkow, Stefanie Franke, Christoph Kuchta (alle Ahlener Ärzteverein)

Notfallpraxis und Notfallaufnahme ab sofort mit gemeinsamem Eingang und Empfang: Auslastung und Patientenversorgung sollen so verbessert werden. (v.l.) Daniela Noack (Projekt „Vitale Stadt Ahlen“), Katharina Degen (Leiterin Notfallambulanz), Dr. Alexander Berger mit Unterschriften, Wilfried Mertens, Dr. Thomas Mandelkow, Stefanie Franke, Christoph Kuchta (alle Ahlener Ärzteverein)