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„ECA“ startet: Klimafolgen erkennen und abfedern

Bilder vom Ahlener Hochwasser im Mai 2001 kommen vielen Menschen in den Sinn, wenn es um die Gefahren des Klimawandels geht. Wetterextreme wie Starkniederschläge oder Hitzewellen werden häufiger und heftiger. Die vergangenen Hitze- und Dürresommer sind nur ein Beispiel dafür, dass der Klimawandel längst eingetreten ist.

Auch die Hochwasserkatastrophe, die im letzten Juli Teile Deutschlands verwüstete, zeigt die Notwendigkeit, dass sich die Infrastruktur der Städte auf neue Bedingungen einzustellen hat. Anpassung an den Klimawandel hilft, besser mit seinen Folgen umzugehen, Schäden zu verringern und Chancen zu nutzen. Hochwasserschutz ist in Ahlen zur Daueraufgabe geworden. 

Um in dieser zentralen Gegenwartsfrage weiterhin gut aufgestellt zu sein, nimmt die Stadt Ahlen teil am „European Climate Adaptation Award (ECA)“, einem Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für Städte und Gemeinden zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Die Auftaktveranstaltung fand jetzt digital statt. Teilnehmer waren neben Bürgermeister Dr. Alexander Berger und Stadtbaurat Thomas Köpp das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt Ahlen, die Ahlener Umweltbetriebe, der städtische Fachbereich Stadtentwicklung und Bauen sowie die Stadtwerke Ahlen und die Leitung der Feuerwehr. Den vom Ingenieurbüro „Gertec“ moderierten Prozess begleitet und koordiniert die städtische Stabsstelle für Klimaschutz und Mobilität.

Aus dem Auftaktworkshop hervorgegangen ist das Klimateam, das während der auf vier Jahre angelegten ECA-Laufzeit interdisziplinär an den sich stellenden Aufgaben arbeiten wird. „Intensiv haben wir darüber diskutiert, warum die Anpassung an die Folgen der Klimaerhitzung bereits heute ein Thema für Ahlen ist“, sagt Klimaschutzmanagerin Anna Shalimava. Die Betroffenheit sei deutlich zu spüren gewesen, als Teilnehmende ihre persönlichen Eindrücke schilderten. „Was allen sehr präsent war, ist das Jahrhunderthochwasser in 2001, die Zunahme von Trockenheitsperioden mit extremem Totholz in den Wäldern sowie der massive Schneefall im letzten Winter.“

Bürgermeister Dr. Alexander Berger halt das ECA-Projekt für sehr wichtig. „Wir müssen im Bereich der Klimafolgenanpassung strukturiert und gut vernetzt vorgehen, so wie wir es beim Hochwasserschutz schon seit 20 Jahren mit sichtbarem Erfolg machen.“ Die weiteren Sitzungen sollen dazu dienen, Handlungsfelder und Strategien fachübergreifend festzulegen. Abhängig von Art und Umfang des konkretisierten Maßnahmenkatalogs soll auch die Bürgerschaft in den Dialog einbezogen werden. Wenn es gut läuft und die Ziele erreicht werden, winkt am Ende der vier Jahre eine Auszeichnung als ECA-Kommune. 
 
Hintergrund:

Der ECA ist ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für Kommunen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Ähnlich wie beim EEA (European Energy Award), bei dem die Stadt Ahlen bereits in der Vergangenheit aktiv war, erhält die Kommune beim ECA ein Stärken-Schwächen-Profil, das ihr aufzeigt, in welchen Bereichen Maßnahmen besonders notwendig sind. Die Politik wird fortlaufend im Rahmen der regelmäßigen Ausschusssitzungen über den Sachstand des Projektes informiert und einbezogen. Bis zu 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben trägt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Zum Ende der Projektlaufzeit wird die Stadt Ahlen von einem externen Auditor zertifiziert. 

Foto: Baustelle am Elkerbach zwischen Ahlen und Beckum 2013: Eine von vielen Maßnahmen zum Hochwasserschutz, die die Stadt Ahlen infolge des Jahrhundertregens 2001 umgesetzt hat. Frank Feldmann (l.) und Bernd Döding von den Ahlener Umweltbetrieben stellten die Maßnahme vor. Weitere werden im Zuge der Klimafolgenanpassung folgen.

Baustelle am Elkerbach zwischen Ahlen und Beckum 2013: Eine von vielen Maßnahmen zum Hochwasserschutz, die die Stadt Ahlen infolge des Jahrhundertregens 2001 umgesetzt hat. Frank Feldmann (l.) und Bernd Döding von den Ahlener Umweltbetrieben stellten die Maßnahme vor. Weitere werden im Zuge der Klimafolgenanpassung folgen.