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Ein Fell fürs Ordnungsamt

Wahrscheinlich war es ein Böller, der Luna aufschreckte. Später auch Herrchen Jörg Möllenhecker, als er feststellte, dass sein Vierbeiner verschwunden war. Für ein Happy End in der Silvesternacht sorgten andere.

Im Fernsehen wird schon die Uhr eingeblendet. Das neue Jahr ist nicht mehr weit. Aber wo ist „Luna“? Der Hund muss in der Dunkelheit der Silvesternacht – vielleicht durch den einen oder anderen Böller verschreckt – das Weite gesucht haben. „Was soll man da machen?“, sagt „Herrchen“ Jörg Möllenhecker im Redaktionsgespräch. Rufen half nicht, Pfeifen ebenso wenig. Die Suche rund ums Heim an der Volkeningstraße verläuft ergebnislos. Bange Stunden, während anderswo die Sektgläser zum Anstoßen bereitgestellt werden.

Gut zweieinhalb Kilometer von Möllenhecker entfernt sind Davina Weitkämper und Yannik Lohmann im Namen des Ordnungsdienstes unterwegs. „Eigentlich wollten wir auf dem Marktplatz nur schauen, ob die Corona-Regularien beachtet werden“, sagt Lohmann und schiebt augenzwinkernd hinterher: „Dass ein bestimmtes Klientel bei unserem Anblick gerne flüchtet, kennen wir. Aber Hunde sind es eher selten.“ Auf der Südstraße sei „Luna“ kurz nach der Jahreswende vor dem Dienstfahrzeug hergelaufen. „Als wir ihn dann in Höhe der Familienbildungsstätte an der Klosterstraße eingeholt hatten und die Kollegin ausgestiegen ist, saß er quasi schon unaufgefordert auf dem Fahrersitz.“ Offenbar hatte der Vierbeiner nach seinem unvermittelten Ausflug nur auf eine Mitfahrgelegenheit gewartet. Anhand der Hundemarke ist das Zuhause schnell ermittelt, wo immer noch Ratlosigkeit und Sorgen um „Luna“ herrschten.

„Die Freude war unsagbar groß. Wir sind den beiden Helfern zu großem Dank verpflichtet“, betont Jörg Möllenhecker, weshalb er sich mit der Geschichte an die Zeitung gewendet hat. Das sei eine unverhoffte Rettung in einer besonderen Nacht gewesen. „Na ja, gerettet ist vielleicht etwas übertrieben“, stapelt Lohmann bewusst etwas tiefer. „Wir sind ja dazu da, die Augen offenzuhalten.“ Und das muss nicht immer gleich mit einer Verwarnung enden . . . in diesem Fall war allen Beteiligten das Happy End viel lieber.

Text und Foto: Christian Wolff (Ahlener Zeitung)

Foto: Luna (Foto: Christian Wolff)

Luna (Foto: Christian Wolff)