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Engagiert gegen Rechtsextremismus bietet sie Nazis die Stirn

Die Schriftstellerin Birgit Lohmeyer ist in diesem Jahr Ehrengast der Kundgebung zum 81. Jahrestag der Reichspogromnacht in Ahlen. Sie spricht am Samstag, 9. November, um 18.00 Uhr am Jüdischen Mahnmal in der Klosterstraße.

Birgit Lohmeyer bezog mit ihrem Ehemann 2004 einen Forsthof in der Nähe von Wismar. Zwei Jahre später begann das Dorf Jamel überwiegend negativ auf sich aufmerksam zu machen, weil zunehmend Rechtsextremisten sich dort niederließen. Um das zu ändern, öffneten die beiden Lohmeyers 2007 zum ersten Mal ihren Forsthof für ein musikinteressiertes Publikum.

Zusammen mit ihrem Mann, dem Musiker Horst Lohmeyer, veranstaltet Birgit Lohmeyer seitdem das Open Air Festival „Jamel rockt den Förster“ und engagiert sich mit Kulturveranstaltungen aktiv gegen Rechtsextremismus. Für ihr Engagement erhielten beide diverse Auszeichnungen, zum Beispiel den Paul-Spiegel-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland, den Bürgerpreis der deutschen Zeitungen und die „1-Live-Krone“. In den vergangenen Jahren hatten unter anderem Herbert Grönemeyer, Die Toten Hosen, Bela B (Die Ärzte), Kraftklub, Fettes Brot und die Beatsteaks gespielt. Schirmherrin des Konzerts ist die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig.

„Unser nicht-kommerzielles, ehrenamtlich organisiertes Festival soll in erster Linie zeigen, wie man sich - ganz entspannt und gewaltfrei - für Demokratie und gegen Rechtsradikalismus und -populismus aussprechen kann“, sagten die Lohmeyers in einem Gespräch mit der Ostsee-Zeitung. Bei den Kommunalwahlen in diesem Jahr musste Birgit Lohmeyer eine Niederlage hinnehmen, als sie einem rechtsextremistischen Kandidaten deutlich unterlegen war.

Traditionell gedenken am Jüdischen Mahnmal das Forum Brüderlichkeit, die Stadt Ahlen, die Ahlener Kirchen und Schulen des Jahrestages der Reichspogromnacht vom 9. November 1938. In dieser Nacht wurde auch die Ahlener Synagoge von Nationalsozialisten angezündet und zerstört. Mitbürger jüdischen Glaubens wurden angegriffen, verletzt, verfolgt und getötet. Auf der Kundgebung, die von Fotoprojektionen der früheren Jüdischen Schule und Synagoge umrahmt wird, sprechen zudem Bürgermeister Dr. Alexander Berger sowie Ruth Frankenthal als Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Münster. Es spielt der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Ahlen unter der Leitung von Rolf Leuthardt. Eingeladen zu der Veranstaltung sind alle Bürgerinnen und Bürger.

Foto: Birgit Lohmeyer spricht am 9. November in Ahlen zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht 1938. (C: BLohm)

Birgit Lohmeyer spricht am 9. November in Ahlen zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht 1938. (C: BLohm)