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Erster Spatenstich für das Ahlener Schulnetz

Die Ferienruhe auf dem Schulhof des Städtischen Gymnasiums ist am Montagmittag jäh durchbrochen worden. Dort hat die Stadt Ahlen den ersten Spatenstich für das digitale Ahlener Schulnetz gemacht: Alle städtischen Grund- und weiterführenden Schulen werden nun bis 2024 sternförmig an das zentrale IT-Management angeschlossen. „15 Schulstandorte, ein digitaler Campus“, so lautet das Konzept, an dessen Umsetzung seit einem Jahr gearbeitet wird.

Für Bürgermeister Dr. Alexander Berger setzt der Baustart „einen Meilenstein auf dem Weg zu einer digitalen Infrastruktur.“ Die Stadt investiere in die aktuellste Technik, die derzeit zur Verfügung stehe. „Die Schulen werden dadurch entlastet und können sich ganz den pädagogischen Inhalten widmen“, beschreibt Berger den Vorteil des Schulnetzes. Schon bald könnten in allen Schulen Tablet-Klassen Einzug halten.  

Das Schulnetz bedeutet: Weg von provisorischen Insellösungen, hin zu einer vernetzten IT-Infrastruktur, die optimale Bedingungen für zeitgemäßes Lernen mit modernen Medien schafft. Rund 5,2 Millionen Euro kostet aktuell die Maßnahme, mit der die Stadt die Informationstechnologie auf den neuesten Stand bringt, um Ahlens Schülerinnen und Schüler auf die wachsenden Anforderungen von Gesellschaft und Wirtschaft im digitalen Zeitalter bestmöglich vorzubereiten. „Wir waren gleich Feuer und Flamme, als wir vom digitalen Schulnetz hörten“, unterstützt auch Matthias Harman, Vorsitzender des Schul- und Kulturausschusses, das Infrastrukturprogramm aus ganzem Herzen. Das Konzept überzeugt auch die NRW-Bank, aus deren Kreditprogramm „Gute Schule 2020“ rund 800.000 Euro in das Projekt fließen. Weitere Fördermöglichkeiten zeichnen sich ab.

Das komplette Schulnetz wird künftig von einem Serverraum aus, der im Städtischen Gymnasium seinen Platz findet, durch die IT-Spezialisten im Rathaus gesteuert. Das sei nicht nur effizient, sondern auch sicherer, betont der städtische EDV-Leiter Thorsten Müller: „Es gibt nur noch einen Übergabepunkt für das gesamte Netz, was zudem den Wartungs- und Betriebsaufwand enorm reduziert.“ Der Computer-Wirrwarr mit unterschiedlichen Betriebssystemen und Programmen, der zurzeit für ungleiche Voraussetzungen an den Schulen sorgt, und durch erhöhten Pflegeaufwand unnötige Kosten verursacht, hat ein Ende. Die großen Pluspunkte: Lehrer, die bislang häufig in Eigenregie Aufbau und Betrieb von Netzwerken gestemmt haben, werden von ständigem Technikstress befreit und können sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren.

Die vorhandenen Haushaltsmittel werden effizient eingesetzt. Qualitäts- und Sicherheitsstandards werden erheblich verbessert, wenn künftig ein zentrales IT-Management alle Einheiten auf dem neuesten Stand hält. Und: Beim Ausbau des pädagogischen Netzes können parallel die Verwaltungen der Schulen – wenn auch streng voneinander getrennt – angebunden werden.

Tiefbau-Arbeiten ohne größere Beeinträchtigungen

Mit den nun beginnenden Tiefbauarbeiten, die etwa fünf Wochen dauern, werden vom Rathaus-Fuß aus zunächst das Städtische Gymnasium, die Overbergschule, die Mammutschule und die Fritz-Winter-Gesamtschule per Glasfaser an den zentralen Serverraum angebunden. Die Gesamtlänge der Kabelstrecke: rund 2.300 Meter.

Die Trassenführung erfolgt vom Rathaus über den Bruno-Wagler-Weg, kreuzt die Friedrich-Ebert-Straße und verläuft dann entlang der Hans-Sachs-Straße bis zur Bahnunterführung. Von dort geht es über den Oelmühlenkamp und Im Burbecksort bis zur Mammutschule bzw. über Im Pattenmeicheln, Europa-Platz und August-Kirchner-Straße bis zur Fritz-Winter-Gesamtschule. Größere Beeinträchtigungen für Anwohner und Verkehr sind nicht zu erwarten. Die kleinen ausgehobenen Gräben werden meist am selben Tag wieder verschlossen. Oft sind sie sogar ganz überflüssig, wenn Leerrohre für die Glasfasern mit Hilfe des Spül-Bohr-Verfahrens unter der Straße in so genannter geschlossener Bauweise durchgezogen werden. Zwischen Rathaus und Städtischem Gymnasium ist der Einsatz dieser hochmodernen Technik aufgrund der kurzen Distanz und bereits vorhandener Leitungen nicht möglich.

Erste Schulen profitieren ab Herbst

Die Planungen für das Projekt haben vor einem Jahr begonnen. Beteiligt sind die Stadt Ahlen als Schulträger mit mehreren Fachbereichen, die Schulen sowie externe Dienstleister. „Vier städtische Fachbereiche arbeiten unkompliziert und eng zusammen“, bestätigt Markus Dorgeist, stellv. Leiter des Zentralen Gebäudemanagements. Zwei Arbeitskreise mit den Medienbeauftragten aller städtischen Grund- und weiterführenden Schulen begleiten den Prozess engmaschig. Gemeinsam haben alle Beteiligten die Weichen dafür gestellt, dass mit der Realisierung des Projekts pünktlich zur Jahresmitte 2019 begonnen werden kann. Nach Ausführung der vorbereitenden Tiefbauarbeiten, stellt die Ausstattung des Serverraums inklusive Klima- und Löschanlage als Herzstück des digitalen Campus den nächsten großen Schritt dar. Damit wird das Gymnasium auch die erste Schule sein, die voraussichtlich bereits im Herbst Nutzen aus dem Ahlener Schulnetz zieht. Bis Ende 2019 soll ein Drittel der Schulstandorte angebunden sein.

„Der Umgang mit digitalen Medien und die Nutzung digitaler Lerninhalte ist heute ein elementarer Baustein der Ausbildung. Wir wollen, dass in Ahlen die Voraussetzungen dafür bestmöglich gegeben sind, um unseren Kindern das nötige Rüstzeug für eine technologieintensive Welt mitzugeben“, so Bürgermeister Dr. Alexander Berger.

Foto: Erster Spatenstich: v.l. Manuel Speer (Reuschenbach Press- und Bohrtechnik), Fred Schirrmeister (TIWA Plan Ingenieurbüro), Thorsten Müller (EDV-Leiter Stadt Ahlen), Martina Loegel (Schulverwaltung), Brigga Kazmierczak (Schulverwaltung), Markus Dorgeist (Zentrales Gebäudemanagement), Lutz Henke (Strukturförderer), Matthias Harman (Vors. Schul- und Kulturausschuss), Bürgermeister Dr. Alexander Berger).

Erster Spatenstich: v.l. Manuel Speer (Reuschenbach Press- und Bohrtechnik), Fred Schirrmeister (TIWA Plan Ingenieurbüro), Thorsten Müller (EDV-Leiter Stadt Ahlen), Martina Loegel (Schulverwaltung), Brigga Kazmierczak (Schulverwaltung), Markus Dorgeist (Zentrales Gebäudemanagement), Lutz Henke (Strukturförderer), Matthias Harman (Vors. Schul- und Kulturausschuss), Bürgermeister Dr. Alexander Berger).


Foto: Dr. Alexander Berger, Fred Schirrmeister und Matthias Harman halten das Glasfaserkabel in die Kamera, das künftig die Schulen mit dem zentralen Server verbindet.

Dr. Alexander Berger, Fred Schirrmeister und Matthias Harman halten das Glasfaserkabel in die Kamera, das künftig die Schulen mit dem zentralen Server verbindet.


Foto: Zugang zum künftigen Server-Raum, der im Städtischen Gymnasium installiert wird. Von dort werden sternförmig alle städtischen Schulen versorgt.

Zugang zum künftigen Server-Raum, der im Städtischen Gymnasium installiert wird. Von dort werden sternförmig alle städtischen Schulen versorgt.


Foto: Beginn der Bauarbeiten für das Schulnetz an der Fritz-Winter-Gesamtschule

Beginn der Bauarbeiten für das Schulnetz an der Fritz-Winter-Gesamtschule