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Fachtag „Kinder psychisch kranker Eltern“ mit großer Resonanz

Auf große Nachfrage stieß der Fachtag „Kinder psychisch kranker Eltern“ im Ratssaal. Der Einladung von Christine Angsmann, bei der Stadt Ahlen Netzwerkkoordinatorin der Frühen Hilfen im Fachbereich Jugend, Soziales und Integration, folgten 150 Fachkräfte aus Ahlen und sorgten für einen vollbesetzten Ratssaal.

„Ziel dieses Tages ist es, das Wissen um psychische Erkrankungen zu vertiefen, die Auswirkungen der Erkrankung auf die gesamte Familie und Kinder zu beleuchten sowie über Unterstützungsangebote für die Betroffenen zu informieren“, machte Christine Angsmann deutlich.

Vorträge zweier namhafter Referenten stimmten zum Auftakt in die komplexe Thematik ein. Felix Braun, Leiter der Beratungsstelle Südviertel Münster e.V., verschaffte dabei einen Überblick über die häufigsten psychischen Erkrankungen und die Anzahl der betroffenen Kinder. Er verdeutlichte anschaulich die besondere Belastung der erkrankten Eltern und zeigte die Probleme der Kinder wie Angst, Verwirrung, Schuldgefühle und Tabuisierung der Erkrankung auf. Ludger Kaiser, Leiter der Tagesklinik und Institutsambulanz für Familien in Walstedde, beleuchtete ergänzend in seinem Vortrag insbesondere die Auswirkungen elterlicher psychischer Störungen auf die kindliche Entwicklung in den unterschiedlichen Altersstufen.

Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss fand der Fachtag in sieben unterschiedlichen Workshops seine Fortsetzung. Vertieft wurden dabei u.a. die Schwerpunktthemen „Mit Kindern und Familien über psychische Erkrankungen sprechen“ und „Psychische Krisen rund um die Geburt – tabuisiert, unterschätzt und unterversorgt“. Auch Methodenworkshops, in denen „Marte Meo“ und „Steep“ als hilfreiche Unterstützung für die Familien vorgestellt wurden, bot das Programm. Besondere Beachtung erlebte aber eindrucksvoll der Workshop „Ich bin psychisch krank. Was ich immer schon mal sagen wollte“, in dem eine junge Mutter den Teilnehmenden nicht nur ihr Gesicht zeigte, sondern auch Einblicke in ihre Seele erlaubte.

Wie geht es nun nach dieser Veranstaltung weiter? Die vor zwei Jahren gegründete Arbeitsgruppe „Kinder psychisch kranker Eltern“ wird auch im neuen Jahr weiterhin an der Thematik arbeiten. Ihr Ziel: Die bereits bestehenden guten Angebote in Ahlen auszuweiten, damit die Familien gut unterstützt werden und Kinder im Sinne der Ahlener Präventionskette gut und gesund groß werden können.

Foto: (v.l.) Felix Braun (Leiter der Beratungsstelle Südviertel Münster e.V.), Ute Gallasch-Meyer (Stadt Ahlen), Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Ludger Kaiser (Leiter der Tagesklinik und Institutsambulanz für Familien in Walstedde) sowie Christine Angsmann (Stadt Ahlen)

(v.l.) Felix Braun (Leiter der Beratungsstelle Südviertel Münster e.V.), Ute Gallasch-Meyer (Stadt Ahlen), Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Ludger Kaiser (Leiter der Tagesklinik und Institutsambulanz für Familien in Walstedde) sowie Christine Angsmann (Stadt Ahlen)