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Feuchte Sole aufs Straßenparkett

Die Ahlener Umweltbetriebe legen bei ihrem Winterdienst jetzt auch eine feuchte Sole aufs Straßenparkett. Einsatzleiter Matthias Krätzig nennt die Vorteile: kostengünstiger, umweltschonender und schnellwirkend. Salzersparnis: rund 30 Prozent.

Wieder nur weiße Autodächer an diesem Donnerstag: Schneefall hätte es werden können, Schneeregen wurde es. Der Winterdienst rückt dennoch um drei Uhr mit zwei Fahrzeugen aus, um drei Stunden lang gefährliche Stellen abzusichern. Nicht mit Trockensalz, sondern mit Feuchtsole. Das geht, seitdem der Fuhrpark am neuen Betriebshofgelände angekommen ist. Die gelben Seitentanks gehen zwar schon seit acht beziehungsweise fünf Jahren mit zwei Großräumfahrzeugen auf Tour. Bislang allerdings leer.

Das neue Salzsilo am Ostberg ist gekoppelt an einen Soleaufbereiter, der sich automatisch aus dem großen Fass bedient. Von oben das Salz, von unten das Wasser: Einmal bis zur Leitfähigkeit durchgemischt, ist eine 22-prozentige gesättigte Sole fertig und kann vom Fahrzeug aufgetankt werden, während in einem parallel laufenden Vorgang das Silosalz in den Ladetrichter rieselt. Förderband und Solepumpe treffen am Streuteller aufeinander und schicken auf der Einsatzfahrt einen Mix aus 30 Prozent Sole und 70 Prozent Salz (FS 30) auf die Straßen. So einfach, so effektiv. 
„Sole entstand sonst erst auf der Fahrbahn“, blickt Krätzig zurück.

Weiterer Vorteil: der Klebeeffekt. Durch ihn weniger Wehverluste. „Fahren Fahrzeuge mit 50 Sachen über den Ring, habe ich das Salz am Ende mitunter da, wo ich es nicht haben will. In der Rinne.“ Jetzt, so der Koordinator, lege sich ein feuchter Film auf die Fläche. Zu guter Letzt nennt Krätzig den Mitnahmeeffekt. Sole werde über die Radkästen beim Abbiegen mit in die Kreuzungen genommen und mache glatte Stellen frei, an denen der Streuer vorbeifahre.

Die Ahlener Umweltbetriebe wollen sich von FS 30 auf FS 100 steigern. Das über zwei Ausmusterungen und Neuanschaffungen. Krätzig: „Der Vorteil liegt dann im präventiven Bereich.“ Einmal aufgetragen, verdunste das Wasser, lege sich ein feines Salzpuder auf die Straßen, das mit dem Frühreif wieder zur Sole werde. Was nur funktioniere, wenn es nicht regne. Sonst werde der erwartete Effekt regelrecht weggespült.

An der Streusalz-Ersparnis arbeiten milde Wintermonate seit Jahren auch in Ahlen mit. Vom Altstandort nahmen die Umweltbetriebe 20 Tonnen Restsalz mit zum Ostberg. Bei fünf gefahrenen Einsätzen blieben bisher zehn Tonnen auf der Strecke. Sollte es doch noch richtig Winter werden, liefert das neue Silo, das mit 220 Tonnen zu zwei Dritteln gefüllt ist, Salz satt. Kommt es anders, auch kein Problem. Die Holzummantelung hält das Streugut in den Monaten danach rieselfähig.

(Quelle: Ulrich Gösmann, Ahlener Zeitung)

Foto: Über den Aufbereiter fließt die Sole in die gelben Seitentanks des Streufahrzeugs. Von oben rieselt das Salz in den Ladetrichter. Der gelbe Streuteller organisiert die letzte Salz-Sole-Mischung. (Foto: Ulrich Gösmann)

Über den Aufbereiter fließt die Sole in die gelben Seitentanks des Streufahrzeugs. Von oben rieselt das Salz in den Ladetrichter. Der gelbe Streuteller organisiert die letzte Salz-Sole-Mischung. (Foto: Ulrich Gösmann)