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Gedenken in Riga: Schwur gegen Verfolgung von Minderheiten

Der Bahnhof Šķirotava nahe der lettischen Hauptstadt Riga war Schicksalsort für Zehntausende jüdischer Menschen, die aus dem Deutschen Reich Richtung Osten verschleppt wurden. Am 29. November 1941 traf der erste Deportationszug aus Berlin mit 1.053 Personen dort ein. Keiner der Deportierten sollte den Abend erleben.

Zwölf Ahlener Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens wurden in der Folge auf demselben Weg verschleppt und ermordet. An sie erinnern heute Stolpersteine in Ahlen und eine Gedenkplatte in der Gräber- und Gedenkstätte Riga-Bikernieki.

Auf den Tag genau 80 Jahre später, am 29. November, wurden um 17 Uhr vom Bahnhof Šķirotava aus in einer Live-Schaltung zahlreiche Mitgliedsstädte des Riga-Komitees virtuell über „Brücken der Erinnerung“ verbunden. Für Ahlen nahm Bürgermeister Dr. Alexander Berger an der bewegenden Gedenkfeier teil. „Die Teilnehmenden haben sich geschworen, nichts zu unterlassen im Kampf gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung von Minderheiten“, berichtet Berger. Das Grauen der Shoah verpflichte heute anständige Demokratinnen und Demokraten zu couragiertem Einschreiten, wenn Menschen wegen religiöser oder kultureller Unterschiede benachteiligt werden.  
  
Der deutsche Botschafter Christian Heldt, die österreichische Botschafterin Doris Danler, die tschechische Botschafterin Jana Hynková, sowie lettische Teilnehmende und Vertreterinnen und Vertreter einiger der Städte des Riga-Komitees sprachen dort. Die Stadt Ahlen ist Mitglied des Riga-Komitees, ein Bündnis von mehr als 64 Städten aus ganz Deutschland, Österreich und Tschechien, die der Deportationen jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger nach Riga gedenken. Es will dafür sorgen, dass diese Verbrechen niemals in Vergessenheit geraten.

Für die aus Ahlen stammenden Opfer der Deportationen liegen im Ahlener Straßenpflaster Stolpersteine:

Johanna Spiegel, geb. Dannenbaum, *20.12.1866, deportiert nach Riga am 27.11.1941, ermordet am 30.11.41      
Martha Spiegel, *28.11.1895, deportiert nach Riga am 27.11.1941, ermordet am 30.11.41
Norbert Spiegel, *12.5.1893, deportiert nach Riga am 27.11.1941, ermordet am 30.11.41      
Sara Spiegel, *25.2.1897, deportiert nach Riga am 27.11.1941, ermordet am 30.11.41      
Moritz Metzger, *28.12.1883, deportiert nach Riga am 13.12.41, ermordet am 26.4.44
Isidor Spiegel, *29.12.1896, deportiert nach Riga am 27.2.1943, für tot erklärt                          
Edith Spiegel, *25.7.1927, deportiert nach Riga am 27.2.1943, für tot erklärt                 
Richard Spiegel, *25.07.1930, deportiert nach Riga am 27.2.1943, für tot erklärt                          
Hedwig Langstadt, *11.11.1886, deportiert nach Riga am 27.11.1941, ermordet am 30.11.41                  
Nathan Spiegel, *6.8.1882, deportiert nach Riga am 11.12.1941, ermordet
Sophie de Vries, geb. Jacobs, *21.11.1897, deportiert nach Riga, am 6.12.1941, ermordet
Ludwig Kaufmann, *23.5.1882, deportiert nach Riga am 13.12.1941, ermordet in Auschwitz

Foto: Gedenken im Bahnhof von Šķirotava, wo am 29.11.1941 die ersten Menschen eintrafen, um in Lettland ermordet zu werden. Unter ihnen waren auch 12 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Ahlen.

Gedenken im Bahnhof von Šķirotava, wo am 29.11.1941 die ersten Menschen eintrafen, um in Lettland ermordet zu werden. Unter ihnen waren auch 12 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Ahlen.


Im Bahnhof von Šķirotava trafen am 29.11.1941 die ersten Menschen ein, um in Lettland ermordet zu werden. Unter ihnen waren auch 12 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Ahlen.

Im Bahnhof von Šķirotava trafen am 29.11.1941 die ersten Menschen ein, um in Lettland ermordet zu werden. Unter ihnen waren auch 12 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Ahlen.


Foto: Gedenkplatte in der Gräber- und Gedenkstätte Riga-Bikernieki.

Gedenkplatte in der Gräber- und Gedenkstätte Riga-Bikernieki.