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Heimat für syrisch-orthodoxe Christen in Ahlen: Bau des Gemeindezentrums St. Georg beginnt

Nur selten ist einem Bürgermeister vergönnt, die Genehmigung zum Bau einer Kirche zu erteilen. Bürgermeister Dr. Alexander Berger konnte am Dienstag diese wichtige Urkunde dem Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Bischof Mor Philoxenos Mattias Nayis, überreichen. Schon in Kürze erfolgt damit an der Beckumer Straße der erste Spatenstich für das Gemeindezentrum St. Georg.

„Es war ein langer Weg bis hierhin“, blickte Berger zurück auf das teils mühselige Zustandekommen des Kirchenneubaus. 2015 drehte sich eines seiner ersten Gespräche als neu gewählter Bürgermeister um dieses Projekt. „Wir brauchen ein neues Zuhause“, sei ihm von den Gemeindevertretern seinerzeit gesagt worden. Unterschiedliche Grundstücke waren danach in der Diskussion. Doch anstatt ein Planungsverfahren auf den Weg zu bringen, sei nur Stillstand eingetreten. Ein zweiter Anlauf habe dann den Durchbruch gebracht.

Entgegen aller Widerstände sei es nun soweit, dass die größte aramäische Gemeinde in Ahlen davor steht, „eine angemessene Heimat für ihr Gemeindeleben zu bekommen“, so Berger. Die Gemeinde St. Georg verzeichne anders als andere Kirchengemeinden ein erfreuliches Wachstum. Der Bau einer neuen Kirche sei damit etwas Besonderes für Ahlen, „denn eigentlich kenne ich nur, dass Kirchen umgewidmet werden und eine veränderte Nutzung erfahren.“ Bischof Mor Philoxenos Mattias Nayis richtete in seiner Begrüßung „Dank an Herr und Heiland Gott, dass er uns ins Rathaus gesandt hat“. Er freue sich, dass der Bürgermeister von Ahlen seine Stadt als die Heimat der Aramäer bezeichne. „Deutschland hat uns aufgenommen und hilft unserem Volk“, so Nayis, der an die Anfänge des Zuzugs von Aramäern vor 50 Jahren erinnerte. Noch heute würden im Nahen Osten syrisch-orthodoxe Menschen wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt. Der Kirchenneubau sei für die hierhergekommenen Gläubigen mehr als nur ein Gebäude. „Was uns zusammenhält, ist die Kirche. In ihr geben wir Kultur, Tradition und Sprache weiter an die nächste Generation.“   

Für den emeritierten Gemeindepfarrer, Dekan Josef Harman, erfüllt sich mit der Baugenehmigung ein Traum. „Ich hatte immer zwei Wünsche. Einen guten Nachfolger zu finden und mit eigenen Augen zu sehen, dass die Kirche gebaut wird.“ Nachdem er im letzten Jahr die seelsorgerische Leitung der Gemeinde an Pfarrer Yakup Zeren beth Djallo übergeben durfte, vollende sich nun endlich der lang gehegte zweite Herzenswunsch. Seit 1965 leben in Ahlen Aramäer, 1978 gründeten sie mit Dekan Harman eine der ersten Gemeinden in der Bundesrepublik. Das bisherige Gemeindezentrum an der Zeppelinstraße entspricht schon lange nicht mehr den Bedürfnissen der prosperierenden Gemeinde.  

Im Namen des Gemeindevorstands dankten Vorsitzender Jakob Dakin und Aydin Akgül der Stadt Ahlen für das zügig durchgeführte Verfahren. Es sei gerade in Coronazeiten keine Selbstverständlichkeit, die Baugenehmigung in so kurzer Zeit zu erhalten, wie Martin Gabriel bestätigte, der die Gemeinde bautechnisch berät. Im Vorfeld waren vom Rat der Stadt Ahlen der Flächennutzungsplan geändert und ein vorhabenbezogener Bebauungsplan geschaffen worden. Für die Gemeinde ausgezahlt habe es sich nach Ansicht von Matthias Harman, Vorsitzender des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses, vertrauensvolle Gespräche mit den Fraktionen gesucht zu haben. „Wir haben konstruktiv diskutiert und heute ein Ergebnis.“ „So Gott will“, könnte in etwa anderthalb Jahren die Kirche eingeweiht werden.     

Markus Gantefort, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Bauen, hält ebenfalls „ein gutes Ergebnis“ fest. „Aus meiner Sicht ein sehr gelungener Entwurf, der sich einfügt.“ Zu gleicher Ansicht sei im Übrigen auch der mit externen Architekten besetzte Gestaltungsbeirat in seiner Beurteilung gekommen.

Foto: Bürgermeister Dr. Alexander Berger überreicht Bischof Mor Philoxenos Mattias Nayis die Genehmigung zum Bau eines Gemeindezentrums an der Beckumer Straße

Bürgermeister Dr. Alexander Berger überreicht Bischof Mor Philoxenos Mattias Nayis die Genehmigung zum Bau eines Gemeindezentrums an der Beckumer Straße


Foto: Dem geschichtsträchtigen Tag für Stadt und Kirchengemeinde wohnten bei: (v.l.) Jakob Dakin, Samuel Gümus (Dechant der syrisch.-orth. Kirche in NRW), Pfarrer Yakup Zeren beth Djallo, Bischof Mor Philoxenos Mattias Nayis, Aydin Akgül, Dr. Alexander Berger, Markus Gantefort, Dekan Josef Harman, Matthias Harman, Martin Gabriel

Dem geschichtsträchtigen Tag für Stadt und Kirchengemeinde wohnten bei: (v.l.) Jakob Dakin, Samuel Gümus (Dechant der syrisch.-orth. Kirche in NRW), Pfarrer Yakup Zeren beth Djallo, Bischof Mor Philoxenos Mattias Nayis, Aydin Akgül, Dr. Alexander Berger, Markus Gantefort, Dekan Josef Harman, Matthias Harman, Martin Gabriel


Foto: Aufstellung des Bauschildes im Mai

Aufstellung des Bauschildes im Mai


Foto: Planskizzen der neuen Kirche - Ostansicht

Planskizzen der neuen Kirche - Ostansicht


Foto: Planskizzen der neuen Kirche - Südansicht

Planskizzen der neuen Kirche - Südansicht


Foto: Planskizzen der neuen Kirche - Westansicht

Planskizzen der neuen Kirche - Westansicht