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Impulse für Haus Holtermann und die Innenstadt

Mit 666.103 Euro aus dem Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte fördert das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW Maßnahmen in Ahlen. Die Bezirksregierung Münster hat am Freitagmittag die Stadt Ahlen unterrichtet, dass ihr Antrag vollständig Berücksichtigung gefunden habe. „Das ist eine erfreulich Nachricht, und sie kommt genau zum richtigen Zeitpunkt“, reagiert Bürgermeister Dr. Alexander Berger auf die Bewilligung.

Über die weitere Vorgehensweise werden sich Verwaltung und Politik demnächst abstimmen. Die Fördersumme soll in zwei Richtungen wirken: Zum einen ist der Weg frei gemacht für eine Machbarkeitsstudie zum Haus Holtermann am Markt. In Absprache mit dem Eigentümer sollen Untersuchungen stattfinden, welche Konzepte in dem früheren Geschäftshaus umgesetzt werden können. Berger erwartet vorab glaubhafte Signale des Eigentümers, kurzfristig mit der denkmalgerechten Fassadensanierung zu beginnen. „Die jetzt bewilligte Förderung ist die seit Langem erhoffte Chance, den Stillstand im Sinne aller Beteiligten aufzulösen und eine konkrete Perspektive zu eröffnen.“

Weitere Zielsetzung des Sofortprogramms ist es, dem zunehmenden Leerstand von Ladenlokalen und Gastronomieflächen mit neuen Instrumenten zu begegnen. „Unsere Absicht ist es, die Leerstände im Zentralen Versorgungsbereich der Ahlener Innenstadt wieder mit neuem Leben zu füllen“, kündigt der für Stadtentwicklung und Bauen zuständige Fachbereichsleiter Markus Gantefort an. Konkret versetze die Förderung die Stadt in die Lage, leerstehende Ladenlokale für die Dauer von bis zu zwei Jahren auf Basis einer auf mindestens 70 Prozent gesenkten Kaltmiete anzumieten. Die Stadt kann dann solche Objekte an frequenzbringende neue Nutzer wie z.B. Startups aus Einzelhandel und Gastronomie weitervermieten. Im Ermessen der Stadt liegt es, die alte Miete im Falle der Weitervermietung um bis zu 80 Prozent zu reduzieren. Davon profitieren sollen Unternehmen, die sich zu herkömmlichen Mieten bislang kein Ladenlokal leisten konnten oder wollten.

Hintergrund
Insgesamt 40 Millionen Euro hat das Land mit einer ersten Zuteilung zur Stärkung von Innenstädten und Zentren bewilligt. Während des COVID-19-Lockdowns haben insbesondere der (Einzel-)Handel sowie die Gastronomie erhebliche Umsatzeinbußen erlitten und dies wird nachhaltige Veränderungen mit sich bringen. Ganz häufig sind es äußere Umstände, die die Händlerinnen und Händler selbst nicht beeinflussen können und ihre Existenzen, die ihrer Beschäftigten und das „Gesicht“ unserer Innenstädte bedrohen.

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat Landesmittel in Höhe von 70 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um von Leerstand und Schließungen in Handel und Gastronomie betroffene Städte und Gemeinden unter dem Dach der Landesinitiative „Zukunft. Innenstadt. Nordrhein-Westfalen.“ unterstützen zu können. Städte und Gemeinden werden mit diesem bundesweit einmaligen Landesprogramm in der Lage versetzt, den Corona-bedingten Folgen in unseren Innenstädten und Zentren aktives Handeln entgegen zu setzen.

Foto: Sanierungsbedürftig: Das Haus Holtermann am Markt wartet seit langer Zeit auf neue Zweckbestimmung.

Sanierungsbedürftig: Das Haus Holtermann am Markt wartet seit langer Zeit auf neue Zweckbestimmung.