Zum Hauptinhalt springen

„In Ahlen geschieht etwas“ – IG Metall erkennt Potenziale und Ressourcen

Nach Ahlen zu kommen, ist für Thomas Wamsler, den Geschäftsführer der IG Metall Gütersloh-Oelde, in der Regel eine besondere Freude. Denn Ahlen sei eine Stadt von „herausragender industrieller Bedeutung in der Region“, unterstrich er jetzt bei einem Besuch im Rathaus.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger notierte aufmerksam die Einschätzung des Gewerkschafters, wonach in der Ahlener Metallbranche - ganz im Gegensatz zum Landestrend - Beschäftigung aufgebaut werde. „Ahlen ist perfekt für die Expansion“, anerkennt Wamsler nicht nur die Fähigkeiten der hervorragend qualifizierten Arbeitskräfte, sondern auch die Standortpolitik der Stadt Ahlen.

Der gute Eindruck, den der „Metaller“ von Ahlen gewonnen hat, kommt nicht von Ungefähr. Berger beschrieb seinem Gast zuvor, dass aktuell im Gewerbegebiet Olfetal zwanzig zusätzliche Hektar Industriefläche entwickelt werden. „Und das nicht bloß auf Verdacht ins Blaue hinein, unsere Unternehmen haben das gewollt“, freut sich der Bürgermeister über die Verbundenheit der Wirtschaft mit Ahlen. Politik und Verwaltung versuchten das ihnen Mögliche, um die Interessen der Unternehmen zu unterstützen und so Abwanderung zu vermeiden. Aus jüngster Vergangenheit verwies Berger auf das Beispiel Theodor-Schwarte-Straße. Die Stadt stimmte dem Verkauf der Straße zu, um der Winkelmann Group den Weg zur Arrondierung ihres Werksgeländes frei zu machen. Lösungen im Rahmen des Baurechts zu finden, sei zwar nicht immer einfach, „aber die Expansion aus dem Bestand hat für uns hohen Stellenwert.“

Auch den unverzichtbaren Beitrag, den die Wirtschaftsförderungsgesellschaft zur Stärkung der Ahlener Unternehmen leiste, betonte Berger gegenüber seinem Gast. „Die WFG ist wichtiger Ansprechpartner, damit Anfragen nicht im Behördendschungel untergehen.“ Erfolgreich habe sie sich auch engagiert, um die Entwicklung der altindustriellen Brachen Nahrath, Hundhausen und Blomberg voranzubringen. Nicht zuletzt die Unternehmen selbst hätten erkannt, dass die Ahlener Industrie aktiv werden muss, um den Wirtschaftsstandort Ahlen noch attraktiver zu machen. Sieben Ahlener Unternehmen haben sich deswegen jüngst zur „Initiative In|du|strie Ahlen“ zusammengeschlossen, um das Engagement und die Leistungen der lokalen Industrie verstärkt in die Öffentlichkeit zu rücken und für potentielle Arbeitnehmer, Auszubildende und Investoren zu werben.

Thomas Wamsler sah sich durch Bergers Worte in seiner Überzeugung bestärkt, „dass es in Ahlen ein vernünftiges Klima und vernünftige Akteure gibt.“ Gerne wolle die IGM daran mitwirken, die enormen Potenziale und Ressourcen, die Ahlen zu bieten hat, in der Metallbranche weiter bekannt zu machen. Die Gewerkschaft trage der großen Bedeutung der Wersestadt nun mit der Gründung eines eigenen „Arbeitskreises Ahlen“ Rechnung, und sie  prüfe derzeit, wieder ein Büro in Ahlen zu eröffnen, „weil es einfach wichtig ist, präsent zu sein.“ Wahrnehmbar sei: „In Ahlen geschieht etwas.“

Als Beispiel ihrer verantwortungsvollen Haltung würdigte Bürgermeister Berger die konstruktive Rolle, die die IG Metall in der Krise 2008/2009 gespielt habe. Dank flexibler Modelle zur Kurzarbeit, die innerhalb der Gewerkschaft durchaus nicht unumstritten gewesen seien, habe es in der deutschen Metallindustrie anders als in Europa kaum Entlassungen gegeben. Mit einsetzendem Aufschwung seien die deutschen Unternehmen sofort auf der Höhe gewesen, „wovon auch Ahlen erheblich profitiert hat.“          

Foto: Bürgermeister Dr. Alexander Berger (l.) begrüßte im Rathaus IG Metall-Geschäftsführer Thomas Wamsler.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger (l.) begrüßte im Rathaus IG Metall-Geschäftsführer Thomas Wamsler.