Zum Hauptinhalt springen

In Ahlen steigt er aufs Rad: Mobilitätsmanager Lukas Ossenbrink kommt mit neuen Ideen

Lukas Ossenbrink heißt Ahlens neuer Mobilitätsmanager, der als Nachfolger von David Knor die vielen Möglichkeiten des Fortkommens im Verkehr intelligent miteinander verbinden möchte. Kein Geheimnis macht er daraus, wie er selbst am liebsten von A nach B kommt. „Dienstwege in der Stadt lege ich auf dem Rad zurück, das geht hier besser als ich zuvor geglaubt habe.“

Noch wohnt Ossenbrink in Bielefeld, pendelt täglich mit der Bahn zur Arbeit und zurück nach Hause. Der Umzug nach Ahlen sei aber schon fest beabsichtigt, „auch, weil man einen ganz anderen Blick auf seine Arbeit bekommt, wenn man in der Stadt, in der man arbeitet, seinen Lebensmittelpunkt hat.“ Der 29-jährige Mobilitätsmanager hat sich schon in seiner Ausbildung intensiv wissenschaftlich mit verkehrlichen Fragen befasst. Er besitzt einen Bachelorabschluss in Geographie und einen Master in Raumplanung mit dem Schwerpunkt Verkehrsplanung. Praktisch umsetzen konnte er seine Expertise vor dem Wechsel nach Ahlen als Verkehrsplaner bei der Stadt Paderborn.

Lukas Ossenbrink ergänzt die neue Stabsstelle Klimaschutz und Mobilität, die von Klaudia Froede geleitet wird. Im Juni wird das Team komplettiert um eine Klimaschutzmanagerin. „Mobilität und Klimaschutz gehören untrennbar zusammen“, begrüßt der Verkehrsfachmann die strategische Entscheidung der Stadt Ahlen, zwei Zukunftsthemen eng miteinander zu verzahnen. Dabei sei bei genauerem Hinsehen die Mobilität eigentlich ein zeitloses Dauerthema. Ihm gehe es nicht darum, ein Verkehrsmittel gegen das andere auszuspielen, sondern die Stärken miteinander zu verknüpfen. Insbesondere der Öffentliche Personennahverkehr habe in Ahlen noch Luft nach oben, wohingegen es beim Fahrradfahren ganz gut aussehe: Gut ein Viertel aller Wege im Nahbereich werden heute schon per Rad zurückgelegt.

Gute Beispiele für ein gelungenes Radverkehrskonzept gebe es nach erster Bestandsaufnahme an vielen Stellen zu sehen. „Die alte Zechenbahn-Brücke wird saniert, im Nordosten der Innenstadt wurde kürzlich ein Teilstück des Olferadweges neu freigegeben und in der Bahnhofstraße wird der Straßenraum zugunsten des Rad- und Fußverkehrs umgebaut, das sind vorbildliche Projekte.“ Auch das Anlegen von Schutzstreifen auf den Fahrbahnen und die Öffnung der Einbahnstraßen für gegenläufigen Radverkehr in Einbahnstraßen finden seinen ausdrücklichen Beifall. „Das sind alles Maßnahmen, um das Radfahren flüssig zu gestalten“, was, so Ossenbrink, absolut notwendig sei, damit das Radfahren als attraktiv wahrgenommen wird. Grüne Wellen für Radfahrer oder Vorrangschaltungen an bestimmten Knoten sind neue Ideen, die als weitere Schritte notwendig sein könnten, um noch mehr Autofahrer aufs Rad zu holen. Das aber sei noch Zukunftsmusik, deren Klänge im Mobilitätskonzept der Stadt Ahlen enthalten sein könnten, an dessen Entwurf Ossenbrink schon mitarbeitet. 

Die Erarbeitung dieses Konzepts werde von einer umfangreichen Beteiligung der Bevölkerung begleitet, versichert der Mobilitätsmanager. In einem Newsletter, der in den nächsten Wochen zum ersten Mal digital erscheint, will er regelmäßig über alles informieren, was für Fußgänger, Radler, Autolenker sowie Bus- und Bahnfahrende von Interesse ist. „Seit Kurzem gilt die neue Änderung der Straßenverkehrsordnung, die insbesondere mehr Sicherheit für Radelnde bringen soll“, nennt er ein Beispiel über das es näher zu berichten lohne. Eine Prophezeiung wagt Ossenbrink schon heute mit Gewissheit: „Nach Corona wird die Mobilität anders aussehen als vor der Pandemie.“ Wie genau, daran sollten alle Menschen in Ahlen, unabhängig von Kultur, Alter oder Beruf, mitarbeiten. Viele lerne er in Gesprächen schon kennen. Was ihn freut: „Die meisten begeistern sich für das Thema Verkehr und haben spannende Ideen, wie wir noch besser werden können.“

Neben der Aufgabe, konzeptionell vorzudenken und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, liegen Ossenbrink Beteiligungsformate am Herzen. So wertet er zurzeit eine interaktive Umfrage aus, die die Stadt zum Jahresanfang im Internet machte. „Mit so einer regen Beteiligung haben wir nicht gerechnet, das ist super!“ Weit über 400 Anregungen und Hinweis kamen zusammen, deren Analyse in jedem Fall Niederschlag im Entwurf des Mobilitätskonzeptes finden wird. An die Öffentlichkeit tritt der Verkehrsplaner auch mit einer schon zur Tradition gewordenen Veranstaltung in Ahlen: Das „Stadtradeln“. Es läuft in diesem Jahr vom 9. bis 29. August. „Man kann sich schon anmelden“, ruft Ossenbrink alle Teams und Einzelstarter auf, sich schon jetzt unter www.stadtradeln.de zu registrieren. Im letzten Jahr scheiterten die Ahlener Stadtradler nur um Haaresbreite an der 150.000 Kilometer Zielmarke. Diese zu knacken, sei fürs Erste „der Erfolg, an dem ich mich messen lassen will.“

Kontakt: Tel. 02382 59478 (ossenbrinkl@stadt.ahlen.de)

Foto: Auch die Begegnungszone in der Weststraße gehört zu den gelungenen verkehrspolitischen Maßnahmen in Ahlen, findet Mobilitätsmanager Lukas Ossenbrink.

Auch die Begegnungszone in der Weststraße gehört zu den gelungenen verkehrspolitischen Maßnahmen in Ahlen, findet Mobilitätsmanager Lukas Ossenbrink.