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In Kitas und Schulen: Licht und Wärme „mit Köpfchen“ einsetzen

Es ist ein Bild, das es auch in den Schulgebäuden der Stadt Ahlen noch immer zu oft zu sehen gibt: Die Heizung „bollert“ auf höchster Stufe und die Fenster stehen auf Kipp. Künstliches Licht erleuchtet die Klassenräume, obwohl draußen die Sonne lacht. Mehr als 700.000 Euro verschlingen die Energiekosten jährlich an den Ahlener Schulen. Fast 90 Prozent entfallen davon allein auf die Heizenergie.

Es ist Zeit gegenzusteuern, findet das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt Ahlen (ZGM). Die Energiebeauftragten aller Schulen waren jetzt in den Ratssaal eingeladen, um sich über effektive und klimaschützende Strategien gegen Energieverschwendung zu informieren. Eingebettet war die Informationsveranstaltung in ein auf vier Jahre angelegtes und vom Bund gefördertes Energiesparprojekt, das vom Bielefelder „e&u energiebüro“ betreut wird.

„Kitas und Schulen bieten ganz praktische Möglichkeiten, klimaschonendes Handeln wie z.B. effektives Lüften im Alltag einzuüben und Kompetenzen für einen nachhaltigen Ressourceneinsatz zu entwickeln“, sagt ZGM-Leiter Manfred Falk. Es profitierten nicht nur die 14 städtischen Schulen und vier Kitas davon, wenn Schülern und Kindergartenkindern schon früh ein Bewusstsein für den richtigen Umgang mit Energie vermittelt wird. „Wer in der Schule darauf achtet, dass am helllichten Tage keine Lampen sinnlos brennen, der wird auch zuhause das Licht ausschalten, wenn es nicht gebraucht wird“, ist Falk überzeugt. Den Kindern solle vermittelt werden, „wie man mit Köpfchen Licht und Wärme einsetzt.“    

Die Stadt will mit der Schulung der Energiebeauftragten nicht nur die Energiekosten reduzieren. Auch soll so ein Beitrag geleistet werden, die Klimaziele der Bundesrepublik zu erreichen. Durch einen bewussten Umgang mit elektrischer Energie und Wärmeenergie sollen an den teilnehmenden Schulen und Kindertageseinrichtungen die Treibhausemissionen vermindert werden. Alle Beteiligten sollen langfristig in das Projekt eingebunden und für Klimaschutzbelange sensibilisiert werden.

Der Anreiz, sich ehrgeizig auf die Suche nach energetischen Optimierungsmöglichkeiten zu machen, ist für die teilnehmenden Schulen und Kitas beträchtlich. Erfolgreiche pädagogische Aktivitäten, die zum klugen Umgang mit Licht und Wärme führen, werden mit Prämien bedacht. „Es lohnt sich, etwas zu tun“, ist auch ZGM-Projektleiterin Leonie Sahm gespannt, wie sich die Verbräuche in den vier Projektjahren entwickeln werden.    

In einem nächsten Schritt werden bald die Hausmeister geschult, wie sich Einsparpotenziale durch optimal eingestellte Heizungsanlagen realisieren lassen. Bis Weihnachten werden in allen Gebäuden Temperaturmessungen und Begehungen stattfinden, um mögliche Schwachstellen aufzuspüren.

Foto: Bettina Baron vom „e&u energiebüro“ (7. v.l.) informierte die Energieberater der Schulen. Leonie Sahm (10. v.l.) koordiniert das Projekt für das städtische ZGM.

Bettina Baron vom „e&u energiebüro“ (7. v.l.) informierte die Energieberater der Schulen. Leonie Sahm (10. v.l.) koordiniert das Projekt für das städtische ZGM.