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Interreligiöses Fastenbrechen bleibt keine einmalige Erfahrung

Die Sonne geht gerade unter, und die Türen der Mensa des Städtischen Gymnasiums Ahlen stehen weit offen. Offen für Muslime und Nicht-Muslime, die gemeinsam den Moment des interreligiösen Fastenbrechens erleben möchten.

Schließlich nehmen gut 130 Gäste an den reich gedeckten Tischen Platz. Neugierig, demütig, aufgeregt. Neben den Schüler und Schülerinnen mit ihren Freunden und Familien sind auch sind Lehrer und Lehrerinnen gekommen. Gemeinsam mit Meinolf Thiemann, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Ahlen, Karl-Heinz Meiwes, Stellvertretender Bürgermeister Ahlens, dem Ahlener Pfarrer Willi Stroband, dem Imam Yasin Erkan und dem Vorsitzenden des Integrationsrates und der Moscheegemeinde Ditib in Ahlen Ilkay Danismaz beginnt diese erstmalige Veranstaltung in der Mensa der Schule.

In diesem Jahr begann der Mondmonat Ramadan, der mit dem Zuckerfest endet, am 6. Mai 2019. In diesen 30 Tagen fasten die Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Dabei geht es beim Fasten nicht nur um den Verzicht auf Nahrung, sondern auch um die religiöse Besinnung und Erneuerung. Muslime verstehen den Monat als eine Möglichkeit, sich in Demut und Geduld zu üben, indem sie auf Essen und Trinken verzichten. Der Ramadan wird aber auch als eine Zeit der Begegnung verstanden. So ist es Brauch, dass sich die Muslime gegenseitig zum Fastenbrechen einladen. Auch Institutionen können eine solche Einladung offiziell aussprechen. Erstmals schloss sich in diesem Jahr das Städtische Gymnasium in Ahlen dieser Tradition an.

Mit Einbruch der Dunkelheit wurde das von der SV und der Lehrerin Nasan Cardirgi initiierte interreligiöse Fastenbrechen zu einer sehr freudigen und geselligen Angelegenheit. Das gemeinsame Mahl, begleitet von Ansprachen und Gebeten, zeigte deutlich, dass die Stadt Ahlen im Großen und das Städtische Gymnasium im Kleinen den Dialog und das Verständnis jeweils für den Anderen sinnstiftend zu fördern vermag. Respekt, Toleranz und Offenheit: Mit Leben gefüllt.

„Es war schön zu sehen, dass der Abend vom Miteinander der Schüler gekennzeichnet war, und dass man mitbekam, dass Ramadan für viele nicht nur Verzicht auf Essen und Trinken ist, sondern mehr zum Ausdruck bringt“, resümierte Schülersprecherin Laura Müller. Und ein muslimischer Schüler freute sich: „Ich hatte heute zum ersten Mal nicht das Gefühl, diesen Teil meiner Identität verstecken zu müssen. Ich fühle mich wahrgenommen.“

Lange saß man plaudernd, diskutierend und lachend zusammen. Und ist sich sicher: Für den Fastenmonat 2020, der am Abend des 23. April beginnt, ist eine Wiederholung dieser freudigen interreligiösen Begegnung an der Schule im Herzen von Ahlen ein Muss.

Foto: Interreligiöses Fastenbrechen in der Mensa des Städtischen Gymnasiums Ahlen

Interreligiöses Fastenbrechen in der Mensa des Städtischen Gymnasiums Ahlen


Foto: (v.l.) Willi Stroband, Yasin Erkan

(v.l.) Willi Stroband, Yasin Erkan


Foto: (v.l.) Karl-Heinz Meiwes, Stellvertretender Bürgermeister Ahlens, Willi Stroband, Ahlener Pfarrer, Yasin Erkan, Imam, Meinolf Thiemann, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Ahlen, Ilkay Danismaz,  Vorsitzender des Integrationsrates und der Moscheegemeinde Ditib

(v.l.) Karl-Heinz Meiwes, Stellvertretender Bürgermeister Ahlens, Willi Stroband, Ahlener Pfarrer, Yasin Erkan, Imam, Meinolf Thiemann, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Ahlen, Ilkay Danismaz, Vorsitzender des Integrationsrates und der Moscheegemeinde Ditib


Foto: Interreligiöses Fastenbrechen in der Mensa des Städtischen Gymnasiums Ahlen

Interreligiöses Fastenbrechen in der Mensa des Städtischen Gymnasiums Ahlen