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„Kulturelle Vielfalt verleiht einer Kommune Stärke“ – Landesintegrationsrat tagte in Ahlen

Zu ihrer jüngsten Sitzung kam die Mitgliederversammlung des Landesintegrationsrates in Ahlen zusammen. In der Lohnhalle der Zeche Westfalen begrüßte Bürgermeister Dr. Alexander Berger rund 80 Teilnehmende, die aus ganz Nordrhein-Westfalen angereist kamen.

„Mehr als die Hälfte der Kinder, die heute eingeschult werden, verfügen über einen Migrationshintergrund“, führte Berger den Delegierten vor Augen, welche Bedeutung die Migration für Ahlen hat. „Das wird in Ahlen nicht als problematisch wahrgenommen, es gehört einfach zu uns, es macht uns aus.“

Berger betonte, dass kulturelle Vielfalt einer Kommune Stärke verleihe. Abgeschlossene Gesellschaften hätten in der Menschheitsgeschichte nie eine Chance auf Entwicklung gehabt. In Ahlen sei dies spätestens mit Einsetzen des Bergbaus und dem Zuzug von Arbeitskräften aus aller Herren Länder verstanden worden. Seit jeher dürften sich in Ahlen alle Kulturen wohlfühlen und auch ihre eigenen Wege gehen, „was mir ganz wichtig ist“, so Berger.

Die selbstverständliche Haltung gegenüber Zuwanderung und Vielfalt habe in Ahlen dafür gesorgt, „dass wir die Migration der Geflüchteten relativ entspannt angehen konnten.“ Berger berichtete von zwei Unterbringungseinrichtungen, die in Ahlen zur Hochzeit der Geflüchteten-Zuwanderung in Betrieb gewesen seien. Hilfsbereit, friedlich und freundlich seien die Menschen nach ihrer beschwerlichen Flucht empfangen worden, was auch in einem überwältigenden, ehrenamtlichen Engagement Niederschlag gefunden habe.

Die Klammer um alle integrationspolitischen Maßnahmen in Ahlen bildet für Ahlens Bürgermeister der Integrationsrat. Für die Stadtverwaltung und auch für ihn persönlich sei er wichtiger Ideengeber und Vermittler. „Mit Ilkay Danismaz verfügt das Gremium über einen pragmatischen und weitblickenden Vorsitzenden, dessen ausgleichende Art schon gelegentlich dazu beigetragen hat, Situationen zu beruhigen“, dankte Berger dem engagierten Vorsitzenden. Zugleich sei der Ahlener Integrationsrat nicht wegzudenkender Partner bei Veranstaltungen in den Stadtteilen, „oder auch immer dann, wenn es heißt, Farbe zu bekennen für die Demokratie.“

An das Land NRW richtete Berger die Bitte, weiterhin Angebote zur Mehrsprachigkeit zu fördern. „Diese wird zunehmend zum Normalfall“, so seine Feststellung. Zuletzt seien in Ahlen durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW Projekte zur lebendigen Mehrsprachigkeit gefördert worden. Dies habe eine Vielzahl an Maßnahmen ermöglicht, „die das Wissen über sowie die gesellschaftliche Akzeptanz von Mehrsprachigkeit erhöht und die Mehrsprachigkeit als wichtiges Potenzial gestärkt haben.“

Gäste der Mitgliederversammlung waren unter anderem Integrationsstaatsekretärin Serap Güler und die Vorsitzende des Integrationsausschusses im Landtag, Margret Voßeler-Deppe. Die Versammlung leitete Tayfun Keltek, Vorsitzender des Landesintegrationsrates NRW.

Foto: Zur Tagung in Ahlen begrüßte Dr. Alexander Berger (r.) und Ilkay Danismaz (l.): Margret Voßeler-Deppe, Serap Güler und Tayfun Keltek (v.l.)

Zur Tagung in Ahlen begrüßte Dr. Alexander Berger (r.) und Ilkay Danismaz (l.): Margret Voßeler-Deppe, Serap Güler und Tayfun Keltek (v.l.)