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Landesbauministerin sieht, was in Ahlen passiert: 312.000 Euro für Stadtteil Süd/Ost

Gerne sei sie nach Ahlen gekommen und zudem noch das erste Mal als Ministerin. Ina Scharrenbach, im NRW-Kabinett zuständige Ressortchefin für Heimat und Bauen, überbrachte der Stadt jetzt eine Förderzusage in Höhe von 312.000 Euro.

Nicht wie gewöhnlich im Rathaus, sondern am Kreisverkehr Hansaplatz empfingen Bürgermeister Dr. Alexander Berger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung das Mitglied der Landesregierung. Das kam bei Ina Scharrenbach gut an: „Ich möchte nämlich gerne vor Ort sehen, was mit der Förderung passiert.“

Bestens konnte sie das auf der kleinen Grünfläche zwischen Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz und Hansastraße. Die Zuwendung aus dem Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt - Ahlen Süd-Ost“ fließt ganz überwiegend in solche Projekte, die in Sichtweite des Übergabeortes umgesetzt werden. Mit Programmjahr 2021 fördert das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung verkehrliche Umgestaltung und „Branding-Prozess“ der oberen Hansastraße, finanziert eine Pauschale zur Umsetzung von Maßnahmen aus dem Stadtteilkonzept „Barrierefreier fuß- und radverkehrsfreundlicher Süd/Osten“ sowie Pauschalen zur Aufwertung des Wohnumfeldes. Weitere Mittel gehen in das Hausfassaden- und Hofflächenprogramm und den Verfügungsfonds zum Anstoß von privatem und gemeinschaftlichem Engagement. 

Was Scharrenbach besonders freute, war die breite Unterstützung, die die Projekte in Ahlen genießen. „Für mich ist es immer wichtig, wenn Anträge auf Städtebauförderung auch politisch gewollt und mit Ratsbeschlüssen unterlegt sind.“ Dass die Stadt Ahlen noch viel vorhat, ließ der Bürgermeister nicht unerwähnt. Mit Bürgercampus aus Stadthaus und multifunktionalem Bürgerforum sowie dem zur Sanierung anstehenden Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz stünden Projekte von ganz anderer Größenordnung in der Warteschleife, für die in absehbarer Zeit Anträge auf Städtebaumittel in Düsseldorf gestellt werden dürften. 

Mit ihrem Ministerinnenentscheid, wonach das Ahlener Rathaus aus den 1970er-Jahren keinen Denkmalschutz verdient, machte Scharrenbach vor zwei Jahren den Weg frei für die Zukunftsplanungen. Seitdem passierte mit Bürgerentscheid und Realisierungswettbewerb jede Menge. Von den Gestaltungsentwürfen, die Stadtplaner Dennis Thiele mitbrachte, zeigte sich die Ministerin jedenfalls schon sehr angetan. Die überreichte Dokumentation „Realisierungswettbewerb – Stadthaus/Bürgercampus Stadt Ahlen“ ist ab sofort kostenlos erhältlich im Pavillon des Bürgerservice (Rathaus-Vorplatz). Als digitale Version kann sie auch hier heruntergeladen werden.

Übersicht der geförderten Maßnahmen:

Städtebauliche Planung „Verkehrliche Umgestaltung der oberen Hansastraße (förderfähige Kosten 75.000 Euro):
Ausschreibung und Beauftragung eines Fachbüros für Verkehrsplanung. Untersuchungsauftrag: Untersuchung der Verkehrsfunktion der Oberen Hansastraße und Erarbeitung verschiedener Umbauvarianten und -szenarien als Entscheidungsgrundlage unter Beteiligung von Anliegern, Gewerbetreibenden und Bewohnern. 

„Branding Prozess obere Hansastraße“ (förderfähige Kosten: 20.000 Euro):
Durchgeführt werden soll zur Profil- und Markenbildung ein sog. „Neighbourhood Branding“ unter breit angelegter Beteiligung der Bewohner, Anlieger, Gewerbetreibenden und des bestehenden Akteursnetzwerkes im Stadtteil. 

Pauschale zur Umsetzung von Maßnahmen aus dem Stadtteilkonzept „barrierefreier fuß- und radverkehrsfreundlicher Süd/Osten“ (förderfähige Kosten: 200.000 Euro):
Zur Verbesserung der sicheren und barrierefreien Bewegung und Führung von Fußgängern und Radfahrern durch das Stadterneuerungsgebiet und Umsetzung erster baulich-investiver Maßnahmen (Querungshilfen, Bordsteinanpassungen, Radverkehrsverlagerung etc.). 

Pauschale zur Aufwertung des Wohnumfeldes (förderfähige Kosten: 25.000 Euro):
Geplant werden Verbesserungen- und Verschönerungsmaßnahmen im direkten Wohnumfeld, die den Wohn- und Lebenswert der Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil stärken. In Abstimmung mit dem eingesetzten Stadtteilmanagement findet aktuell eine Bestandsaufnahme im Stadtteil statt. 

Pauschale Hausfassaden- und Hofflächenprogramm (förderfähige Kosten: 75.000 Euro):
Profilierung und Standortaufwertung soll den Einsatz von privatem Kapital im Rahmen des Stadterneuerungsprozesses durch Förderanreiz auslösen.

Pauschale Verfügungsfonds (förderfähige Kosten: 50.000 Euro):
Einrichtung eines Etats zum Anstoß von privatem und gemeinschaftlichem Engagement. Förderfähig sind max. 5 Euro/Einwohner pro Jahr. Je Einzelprojekt können max. 15.000 Euro beantragt werden Interessensvertretungen von caritativen Trägern, Schulen, Kita, Wohnungsunternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern aus dem Stadtteil. 

Foto: (v.l.) Dennis Thiele und Dr. Alexander Berger mit Henning Rehbaum (MdL) und Ina Scharrenbach

(v.l.) Dennis Thiele und Dr. Alexander Berger mit Henning Rehbaum (MdL) und Ina Scharrenbach


Foto: Unterschrift, die mehr als 300.000 Euro nach Ahlen holt: Der Bürgermeister quittiert den Empfang des Förderbescheids.

Unterschrift, die mehr als 300.000 Euro nach Ahlen holt: Der Bürgermeister quittiert den Empfang des Förderbescheids.


Foto: Politik und Verwaltung mit Förderbescheid im Hansa-Quartier.

Politik und Verwaltung mit Förderbescheid im Hansa-Quartier.


Druckfrisch ist die Dokumentation zum Realisierungswettbewerb „Bürgercampus/Stadthaus der Stadt Ahlen“