Zum Hauptinhalt springen

„Lebendige Mehrsprachigkeit“ ist in Ahlen sichtbar!

Nicht nur hörbar, auch sichtbar ist die Fülle an Mehrsprachigkeit vieler Menschen in Ahlen. Bürgermeister Dr. Alexander Berger, Daniela Noack vom Fachbereich Jugend, Soziales und Integration sowie Diler Senol-Kocaman als Leiterin des kommunalen Integrationszentrums des Kreises Warendorf präsentierten auf dem Rathaus-Vorplatz Plakate und einen Bildband, die der Mehrsprachigkeit ein lebendiges Bild verleihen.

Der Bildband „Ahlener Gesichter – lebendig, mehrsprachig, überzeugend“ ist zugleich ein beeindruckender Beweis für die kulturelle Vielfalt in Ahlen. Zu Wort kommen in ihm elf Menschen, deren Wurzeln in Spanien, Russland, Polen, Kenia, USA, Türkei, Kroatien und den Philippinen liegen.  

Gestaltet hat den großformatigen Bildband Nathalie Arun. Die in Beckum geborene international tätige Künstlerin traf die abgebildeten Personen „wie zufällig in einem Café oder auf der Straße.“ Andere seien ihr empfohlen worden. Wieder andere haben „sich selbst durch ihre Ausdruckskraft, die weit über die Sprache hinausgeht, empfohlen“, so Arun. Lebendige Gestik, Mimik und sogar Tanz zeigten die Kraft des Nonverbalen, die alle Sprachbarrieren überwindet. Das Leben der Menschen sei durchzogen von viel Engagement, aber auch schwierigen Momenten. Die Dargestellten verbinde, „dass sie ihre Mehrsprachigkeit angesichts aller darin enthaltenen Herausforderungen meistern und genießen.“         

„Auch auf den Ahlener Straßen hört man viele Sprachen“, sagt Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Diese könnten unterschiedliche Assoziationen hervorrufen, je nachdem, um welche Sprache es sich handelt. So sei es gelegentlich befremdlich, wenn man eine dieser Sprachen nicht versteht. „Mehrsprachigkeit ist für viele nicht nur persönliche Normalität, sondern auch ein wichtiges gesellschaftliches und individuelles Potenzial, welches es zu stärken und zu fördern gilt“, so Berger.

Kinder, die mit zwei oder mehr Sprachen in der Familie aufwachsen, hätten im Leben Vorteile, stellt Diler Senol-Kocaman fest. Dies beziehe sich nicht nur auf den späteren Wettbewerb um gute Berufsperspektiven in einer globalisierten Welt. „Kinder entwickeln eine stabilere Identität wenn ihnen vermittelt wird, dass auch die Sprache, die Zuhause gesprochen wird, einen besonderen Wert hat.“ Außerdem helfe geförderte Mehrsprachigkeit das Erlernen der deutschen Schriftsprache, genauso wie das Lernen von weiteren Sprachen. Viele Aspekte des alltäglichen Lebens würden durch Mehrsprachigkeit positiv beeinflusst.

Daniela Noack lenkt den Blick darauf, dass Mehrsprachigkeit eher der Normalfall als die Ausnahme ist. „Insgesamt gibt es weltweit mehr Menschen, die mit mindestens zwei Sprachen aufwachsen, als Personen mit nur einer Sprache.“ Die meisten Menschen in afrikanischen Staaten, in Asien oder weiten Teilen Osteuropas verstehen und sprechen zwei oder sogar mehr Sprachen. „Auch wir in Deutschland und in Ahlen sollten das sehen und als Ressource anerkennen, unabhängig davon, um welche Zweitsprache es sich handelt.“

Hintergrund:Im vergangenen Jahr hat die Stadt Ahlen das durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW geförderte Projekt zur lebendigen Mehrsprachigkeit umgesetzt. Dies hat eine Vielzahl an Maßnahmen ermöglicht, die das Wissen über, sowie die gesellschaftliche Akzeptanz von Mehrsprachigkeit erhöht und die Mehrsprachigkeit als wichtiges Potenzial gestärkt haben.

Umgesetzt wurden in diversen Kooperationen z.B. ein Theaterstück mit Grundschulkindern und eine Vielzahl an mehrsprachigen Lesungen. Kitas und andere Einrichtungen erhielten mehrsprachige Literatur sowie Weiterbildungen für pädagogische Fachkräfte. In Zusammenarbeit mit der Künstlerin Natalie Arun entstanden auf Grundlage von biographischen Interviews ein Bildband mit Gesprächsauszügen sowie Plakate von Ahlenern, die von ihrem Leben mit Mehrsprachigkeit berichten.

Das Verständnis für Mehrsprachigkeit fördern, sollen nun Plakate, die im Stadtgebiet hängen und deren Motive der Bildband aufgreift. Ganz unterschiedliche Ahlener erzählen, wie sie hier leben und was die Mehrsprachigkeit für Sie bedeutet. Aufgelegt worden sind vom Bildband zunächst 100 Exemplare. Bei Interesse können Plakate und der Bildband bei Daniela Noack unter Tel. 02382 59747 (noackd@stadt.ahlen.de) angefragt werden.

Foto: Dr. Alexander Berger, Daniela Noack und Diler Senol-Kocaman stellten Bildband und Plakate auf dem Rathaus-Vorplatz vor.

Dr. Alexander Berger, Daniela Noack und Diler Senol-Kocaman stellten Bildband und Plakate auf dem Rathaus-Vorplatz vor.


Foto: Plakat-Motiv

Plakat-Motiv


Foto: Bildband-Cover

Bildband-Cover