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Liebe Schüler und kleine Häuser

Fast 2000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Ahlen und dem südspanischen Malaga. Platz genug für reichlich Unterschiede, aber auch überraschend viele Gemeinsamkeiten zwischen Westfalen und Andalusien, wie die Spanierin Elena Martin-Picard als Austauschlehrerin an der Fritz-Winter-Gesamtschule feststellen konnte.

Die Pädagogin kam mit einem Stipendium des spanischen Bildungsministeriums für zwei Wochen nach Ahlen. Den Kontakt zur Fritz-Winter-Gesamtschule hatte Lehrerin Marisol Bellonch-Orenes hergestellt, schließlich bestehen seit einigen Jahren Verbindungen zwischen der Fritz-Winter-Gesamtschule und Schulen in der Region Malaga.

Elena Martin-Picard arbeitet seit 12 Jahren als Beraterin für die Regionalregierung in Andalusien und übernimmt an Schulen Aufgaben im Bereich Sozial- und Förderpädagogik oder Berufsberatung. Derzeit ist sie an der Sekundarschule Las Lagunas in Mijas bei Malaga tätig.

Von Ahlen und der Fritz-Winter-Gesamtschule ist die Spanierin regelrecht begeistert. „Die Schüler sind unheimlich lieb und im Unterricht ist es viel leiser“, schildert sie ihre Eindrücke aus dem Schulleben. Und auch Ahlen gefällt ihr gut. „Die kleinen Häuser und die Fußgängerzone sind sehr schön.“

Ihre deutschen Kollegen mögen über kleine Klassenräume klagen, Elena Martin-Picard ist aus Spanien größere Enge gewohnt. „Bei uns gibt es etwa die vielen Büros für Beratung und Gespräche nicht so wie hier.“ Und genau diese Beratungsmöglichkeiten würde Martin-Picard, deren Mutter übrigens deutsche Wurzeln hat, gern mit zurück nach Spanien nehmen.

Das gilt vor allem für den Bereich Berufsorientierung. „Die ist hier in Ahlen sehr gut. In Spanien gibt es zum Beispiel keine Verbindung zwischen Schulen und dem Arbeitsamt.“ Gut gefallen hat ihr auch, dass an der Gesamtschule bereits ab Klasse 8 erste Praktikumstage stattfinden. „Das gibt es so bei uns nicht. Bei der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Spanien haben vielen Betriebe auch gar kein Interesse an Praktikanten“. Besonders bei der Berufsorientierung will Elena Martin-Picard also Anregungen aus Ahlen in Spanien umsetzen.

Beim Blick in die Klassen gab es aber auch Überraschungen: „Die Computerausstattung ist an unseren Schulen viel besser. Da hatte ich von Deutschland mehr erwartet.“ Digitale Tafeln hätte an ihrer Schule jede Klasse, Computer seien im Unterricht viel mehr präsent, ermöglichten ganz andere Unterrichtsformen.

Dennoch würde Elena Martin Picard die ganze Fritz-Winter-Gesamtschule am liebsten mit zurück nach Andalusien nehmen. „Dort ist das Wetter einfach viel besser.“ Einige Schüler würden sicher gern mitkommen, denn sie haben zum Beispiel in Jahrgang 8 ihre Gastlehrerin im Spanisch-Unterricht erlebt: „Sie macht das richtig gut.“ Doch Vorsicht, in Südspanien gibt es kein hitzefrei.

Foto: Mit einem Stipendium des spanischen Bildungsministeriums ist Elena Martin-Picard für zwei Wochen an der Fritz-Winter-Gesamtschule zu Gast.

Mit einem Stipendium des spanischen Bildungsministeriums ist Elena Martin-Picard für zwei Wochen an der Fritz-Winter-Gesamtschule zu Gast.