Zum Hauptinhalt springen

Mittelalter zum Anfassen und Mitmachen am Wochenende im Heimatmuseum

Wie mühselig das Leben für die Menschen im Mittelalter war, das können Besucherinnen und Besucher der „Mittelaltertage“ an diesem Wochenende im Heimatmuseum der Stadt Ahlen anschaulich nachvollziehen.

Zwei Tage lang bevölkern am Samstag und Sonntag, 14. und 15. Oktober, Handwerker, gerüstete Ritter und edle Damen das Museum mit seinen Außenbereichen.

„Man könnte eben nicht einfach zum Bäcker an der Ecke gehen, um das Brot für den Tag zu kaufen“, erklärt Kulturamtsmitarbeiterin Gabriele Moser-Olthoff über die kargen Lebensverhältnisse vor mehr als 500 Jahren. Das Mehl musste stattdessen selbst mit der Handmühle gemahlen und ausgebacken werden. Solche alten Techniken können die Gäste der Mittelaltertage selbst ausprobieren, sagt Moser-Olthoff, die mit ihrer Kollegin Petra Schäfer und Fachbereichsleiter Christoph Wessels das vielfältige Programm vorbereitet hat. Das Mittelalter sei aber nicht nur geprägt gewesen von schwierigen Lebensumständen. Es habe auch ständiger technischer und künstlerischer Fortschritt bestanden. Moser-Olthoff lädt etwa beim Ausmalen von Buchinitialien dazu ein, sich einen eigenen Eindruck von der kulturellen Blüte zu machen, die in jenen Jahrhunderten Europa beflügelte.    

Im Gegensatz zu den bekannten gewerblichen Mittelaltermärkten, die schnell mehrere Tausend Liebhaber und Neugierige anziehen, geht es bei den „Ahlener Mittelaltertagen“ eher beschaulich und familiär zu. Verzichten brauchen die Besucherinnen und Besucher auf nichts: Ihr Handwerk demonstrieren u.a. ein Ringpanzermacher, ein Schmied, ein Töpfer, Woll- und Lederhandwerker sowie eine Löffelschnitzerin. Mitmachen statt nur zuzusehen, ist ausdrücklich erwünscht. „Bastelaktionen und Ausprobierstationen“, so Gabriele Moser-Olthoff werden nicht nur Kinder spannend finden, auch Erwachsene können einiges lernen über die Lebensweisen im eigentlich gar nicht so dunklen Mittelalter.

Einzigartig macht die Ahlener Mittelaltertage die Verknüpfung mit der lokalen Historie. „Sämtliche Vorführungen und Aktionen der Mitwirkenden sind mit Objekten und Gegenständen im Museum verknüpft, so dass die Ahlener Stadtgeschichte spannend und anschaulich mit Leben gefüllt wird“, macht Gabriele Moser-Olthoff neugierig. Bei mittelalterlicher Musik wird auch für das leibliche Wohl auf zünftige Weise mit Brezeln und Getränken in der Taverne gesorgt sein. Kinder können sich die Zeit mit Stockbrotbacken vertreiben. Zeitgenössische Weisen aus dem Mittelalter führt an beiden Tagen Musiker Manfred Kehr u.a. auf seiner Drehleier auf. Gabriele Moser-Olthoff würde sich besonders freuen, wenn möglichst viele Besucherinnen und Besucher Jeans und Jacke zuhause ließen und stattdessen in mittelalterlicher Gewandung zum Heimatmuseum kämen.

Die Mittelaltertage finden statt am 14. und 15. Oktober im und am Heimatmuseum Ahlen an der Wilhelmstraße 12. Öffnungszeiten: Samstag von 14 bis 18 Uhr, Sonntag von 11 – 18 Uhr. Der Eintritt ist frei!

Hintergrund

Freuen dürfen sich die Besucherinnen und Besucher auf ein buntes Programm im und am Ahlener Heimatmuseum. Zu sehen sind:
• ein gerüsteter Ritter (sächsischer Krieger)
• ein Ringpanzermacher (Kettenhemdherstellung)
• eine Löffelschnitzerin (Demonstration und Verkauf)
• ein Schmied (Demonstration und die Möglichkeit, selbst mitzumachen)
• eine Wollverarbeiterin (Demonstration des Spinnens mit der Handspindel und Möglichkeit, selbst einen Wollfaden zu spinnen)
• eine Wollfärberin (Demonstration des Färbens über offenem Feuer)
• ein Kelte mit Schautisch (verschiedene Salze)
• ein Händler mit historischen Feuerzeugen
• ein Töpfer mit Töpferscheibe
• Manfred Kehr mit mittelalterlichen Instrumenten (samstags ab 15/16 Uhr, sonntags am Spätnachmittag)

Bastelaktionen und Ausprobierstationen laden zum Mitmachen ein:
• Scriptorium: Lesezeichen mit karolingischer Schrift, Ausmalen einer Buchinitiale
• Mehl mahlen mit einer Handmühle
• Mittelalterliche Lebensmittel: Schautisch
• 4 Ritterhelme und 1 Kettenhemd können von den Besuchern selbst einmal angelegt werden. Dies ist eine gute Möglichkeit, selbst ein Handyfoto in mittelalterlichem Outfit zu schießen oder einfach einmal auszuprobieren, wie schwer die mittelalterlichen Rüstungen gewesen sind.

Für das leibliche Wohl wird eine Taverne aufgebaut (Unkostenbeitrag für Brezeln und Getränke). Für die Kleinen gibt es die Möglichkeit, Stockbrot herzustellen.

Mittelalterig geht es am 14./15. Oktober am Heimatmuseum zu