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Ordnungsdienst zeigt Präsenz – „Konzept für den Außendienst der Ordnungsbehörde“ liegt vor

Nicht alle Aufgaben der Ordnungsbehörde sind vom Schreibtisch aus zu erledigen. Das machte Fachbereichsleiterin Gabriele Hoffmann deutlich, als sie nun zusammen mit dem für das Ordnungswesen zuständigen Gruppenleiter Michael Göttfert das „Konzept für den Außendienst der Ordnungsbehörde der Stadt Ahlen“ vorgestellt hat.

In der Sitzung des Ausschusses für Ordnung und öffentliche Einrichtungen wird das Konzept am kommenden Donnerstag der Politik als Diskussionsgrundlage über die Zukunft des Ahlener Ordnungsdienstes vorgelegt. Die Stadt entwickelte das Konzept als Antwort auf einen entsprechenden Antrag der CDU-Ratsfraktion.

Mit neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nimmt der kombinierte Außen- und Ordnungsdienst zahlreiche Aufgaben wahr, die auch Gabriele Hoffmann teilweise gar nicht so bewusst waren. So sind es nicht die Überwachung des Parkverkehrs oder allgemeine Ordnungsangelegenheiten wie die Kontrolle von unangeleinten Hunden, die die Ordnungsamtsmitarbeiter im Außendienst am meisten beschäftigen. Diese finden sich nach geleisteten Wochenstunden erst auf dem zweiten und dritten Platz.

„Mit fast 61 Wochenstunden liegen die Einwohnerangelegenheiten an der Spitze aller Tätigkeiten“, hat Hoffmann ermittelt. Darunter fallen zum Beispiel Nachforschungen zum Aufenthalt von Personen, die nicht korrekt beim Einwohnermeldeamt gemeldet sind. Bis zu drei Hausbesuche unternehmen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, um Klarheit in die Verhältnisse zu bringen. Werden die zu ermittelnden Personen auch dann nicht angetroffen, können sie von Amts wegen abgemeldet werden. „Das hat die Meldung auch an andere Behörden zur Folge, die eventuell Leistungen zahlen und diese wegen des ungeklärten Status einstellen“, beschreibt Gruppenleiter Göttfert die folgenden Schritte. Manch einer meldet sich plötzlich von selbst beim Einwohnermeldeamt, wenn die Zahlungen unerwartet ausbleiben.     

Überhaupt sei es „sinnvoll, unterwegs zu sein“, meint Gabriele Hoffmann. Fortgesetzte Kontrollen an bestimmten Brennpunkten hätten zur Befriedung an diversen Stellen im Stadtgebiet geführt. So werden heutzutage etwa keine Jugendlichen mehr am Stadtfest angetroffen, die sich übermäßig dem mitgebrachten Alkohol hingeben. Auch auf dem Parkplatz des Bürgerzentrums habe sich die Situation gebessert. Ein Verdrängungsprozess setze nach Michael Göttferts Beobachtung ein, wenn der städtische Ordnungsdienst Präsenz zeigt und es diversen Gruppen an ihren liebgewonnenen Treffpunkten ungemütlich macht. „Das Phänomen verteilt sich mehr und tritt nicht mehr so geballt auf“, lautet seine Erklärung. Dies sei ein Erfolg des seit 2009 laufenden Projekts „Sicherheit in der Ahlener Innenstadt.“ Auch in den Nächten am Wochenende bestreifen seitdem Ordnungskräfte die Straßen und Plätze der Stadt. „Prävention und Präsenz“ seien entscheiden, so die beiden leitenden Ordnungsamtsmitarbeiter. Fast drei Viertel der in 2016 durchgeführten Kontrollen zur Nachtzeit seien nämlich ohne Befund verlaufen.

Um auch in der Woche bis 21 Uhr durchgehend unterwegs sein zu können, hat die Stadt einen zusätzlichen Bedarf von 1,75 Stellen ermittelt. „Diese würden wir am liebsten auf mindestens drei Mitarbeiter verteilen, damit Ausfälle nicht zu schwer wiegen“, formuliert Gabriele Hoffmann ihren Wunsch. Denn nur durch Präsenz könne es erfolgreich gelingen, dem Unsicherheitsgefühl entgegenzuwirken, das manche Bürgerinnen und Bürger hin und wieder im öffentlichen Raum beschleicht. Wünsche, Anregungen und konkrete Hinweise können die Menschen in Ahlen jederzeit über die Kümmererfunktion in der „Ahlen App“ an die Ordnungsbehörde richten. Eine Internetumfrage speziell zu Angsträumen ist in Vorbereitung.

Ordnungskonzept der Stadt Ahlen

Gabriele Hoffmann und Michael Göttfert stellten das Konzept jetzt der Öffentlichkeit vor.