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Saubere Energie vom eigenen Balkon

Auf sonnigen Balkonen können Ahlener nicht nur die Seele baumeln lassen oder Tomaten anpflanzen, sondern nebenbei auch Strom erzeugen. Mit sogenannten Stecker- Solargeräten könnten viele Haushalte in Mehrfamilienhäusern eigene Energie gewinnen– und zwar auch Mieter, nicht nur Eigentümer.

Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW in ihrer aktuellen Aktion „Steck die Sonne ein!“ hin. „Die kleinen Kraftwerke werden meist an der Balkonbrüstung  angebracht und liefern sauberen Strom direkt in die Wohnung. Das schont das Klima und senkt die Stromrechnung“, sagt Joachim Rölfing, Energieberater der Verbraucherzentrale NRW in Ahlen. „Technisch ist das denkbar einfach: Gerätestecker in die Außensteckdose einstecken – fertig!“, erklärt er. Trotzdem sind ein paar Punkte zu beachten.

Zum Stecker-Solargerät gehören ein oder zwei Photovoltaikmodule, die meist 1 Meter mal 1,70 Meter groß sind und bis zu 20 Kilogramm wiegen. Deshalb ist eine sichere Befestigung unerlässlich, wie Rölfing betont. Wichtig zudem: Mieter und Wohnungseigentümer benötigen vor der Montage das Einverständnis des Vermieters beziehungsweise der Eigentümerversammlung.

Die kleinen Stromerzeuger haben entweder einen üblichen Schutzkontaktstecker oder sie nutzen einen speziellen Einspeisestecker. Dafür muss ein Fachbetrieb eine passende Steckdose montieren. Generell vorgesehen ist, dass der Stromkreis auf seine Eignung für die Einspeisung geprüft wird.

An einer schattenlosen Südfassade erntet ein übliches 300-Watt- Modul jährlich etwa 200 Kilowattstunden. Diese Energie würde aus dem Netz heute durchschnittlich 54 Euro kosten. Die Investition von 350 bis 500 Euro kann sich also nach sechs bis neun Jahren rechnen, wenn es gelingt, den Strom komplett im Haushalt zu verbrauchen. Dabei hilft es, zum Beispiel die Wasch- oder Spülmaschine tagsüber zu nutzen, wenn die Solarmodule Energie produzieren.

Ein wenig formaler Aufwand fällt für Stecker-Solargeräte nur zum Start an. „Leider bleiben diese Strom erzeugenden Haushaltsgeräte bislang noch nicht ganz von Bürokratie verschont“, erklärt Rölfing. Eine Genehmigung ist zwar nicht nötig, doch zwei Anmeldungen sind vorgeschrieben: online im sogenannten Marktstammdatenregister und schriftlich beim örtlichen Netzbetreiber.

Momentan ist eine persönliche Beratung in der Verbraucherzentrale nicht möglich. Interessierte Mieter und Wohnungseigentümer können daher eine telefonische Beratung unter  02382/ 96 131 05 in Anspruch nehmen  - und zwar montags bis freitags  von 9:30  - 12:30 Uhr.                         

Die Aktion "Stecker die Sonne ein!" findet statt im Rahmen des Projekts Energie2020 der Verbraucherzentetrale NRW, das mit Mitteln des Landes und der EU gefördert wird.

Foto: Joachim Rölfing und Judith Spittler von der Verbraucherzentrale Ahlen

Joachim Rölfing und Judith Spittler von der Verbraucherzentrale Ahlen